- Beiträge: 943
- Dank erhalten: 86
Closer To Close Up
- Danny
-
Autor
- Offline
- Flaming Star
-
<span style='color:blue'>Disc 1</span>
PEACE IN THE VALLEY
bietet einen gediegenen Einstieg in die neue Elvis-Box. Da wir bereits auf der "Essential Vol.2" und auf diversen Bootlegs mehrere Takes dieses umwerfenden Gospels in binauralem Stereo hatten, bleibt die ganz grosse Überraschung natürlich aus, dennoch Prädikat: hörenswert!
I BEG OF YOU
Guter früher Rocktitel, an dem sich Elvis bei zwei verschiedenen Sessions mit zahlreichen Takes versuchte. Auch das hier kennen wir so oder so ähnlich von der "Essential Vol.2" und von Boots, aber eben nicht in dieser glasklaren Soundquali. Vor allem wenn er "hold my hand and promise" schreit, scheint er einem direkt aus dem Lautsprecherboxen anspringen zu wollen. Einfach nur geil.
THAT'S WHEN YOU'RE HEARTACHE BEGIN
Der Song, welcher auch auf der Rückseite seiner ersten Vier-Dollar-Sun-Single zur Verwendung kam. Hier, gut vier Jahre später, hört man sehr schön die Steigerung die seine Stimme bereits zu Beginn seiner einzigartigen Karriere erreichte. Was 1953 z.T. noch leicht unfreiwillig komisch klang, ist nun zu herzzereissender Dramatik geworden. Auch wenn das Lied zwischendurch beinahe zum erliegen kommt, Elvis zieht den Take durch, kann sich aber ein kleines Lachen nicht verkneifen.
IT IS NO SECRET
Nochmals ein Gospel, nochmals ein Elvis der stimmlich alles in seine Lieblingsmusik legt. Okay, seine Stimme ist vielleicht noch nicht so ausgereift wie in späteren Jahren, hat dafür aber andere Qualitäten, vor allem halt auch den jugendlichen Charme. Und mal ehrlich, selbst damals ist keiner an seinen Gesang herangekommen und mit den Jahren ist er der Konkurrenz mit Riesenschritten immer weiter enteilt.
BLUEBERRY HILL
Der Fats-Domino-Klassiker in einer weiteren relaxten, fingerschnippenden, fusswippenden King-Elvis-Version.
HAVE I TOLD YOU LATELY THAT I LOVE YOU
Fifties-Pop vom feinsten.
IS IT SO STRANGE
Und noch ein Teenage-Drama. Unvergesslich die Version von der "Essential Vol.2", bei der Elvis auf das "papapa" der Jordanaires mit schrillem Gelächter reagiert. Bei dieser Version bleibt er zwar seriös, das schmälert den Unterhaltungswert aber nicht.
LOVING YOU
So, und ab hier wird die "Close Up"-Box richtig spannend. Bis hierhin hatte ich gar keine grosse Überraschungen erwartet, da es von allen Songs wie erwähnt bereits mehrere Takes in Pseudo-Stereo gab. Eine Überraschung gab's dann allerdings doch noch: die überwätigend gute Tonqualität nämlich!
Von "Loving You" kannte ich bereits die traumhafte Farm-Version von der FTD-CD "Silver Screen Stereo". Hier kriegen wir nun zwei Fast-Versions. Die Farm-Version gefällt mir persönlich zwar immer noch einen Tick besser, diese zwei Takes hier weisen dafür eine gehörige Portion mehr an Pepp und Pop auf.
JAILHOUSE ROCK
Einer DER Elvis-Klassiker überhaupt. Zwar nur der Master und kein Alternativ-Take, wirkt dafür aber in Binaural etwas plastischer, hat am Anfang etwas Studiotalk und am Ende keine Ausblendung, läuft also gute 45 Sekunden länger als das, was wir bisher davon kannten.
TREAT ME NICE
Jau, und hier ist mir die Box zum ersten Mal richtig unter die Haut gegangen. Was für ein Take. Klingt gänzlich anders. Aber absolut frisch. Dieser Titel alleine wär für mich ein Kaufgrund für die Box. Wird bei mir immer wieder zur Verwendung kommen. Frage mich allerdings, warum wir sooo lange darauf haben warten müssen.
Die Second Movie Version, die ein paar Titel später zu hören ist, rockt etwas mehr, und ist ebenfalls sehr gut, aber halt ohne Surprise-Bonus.
YOUNG AND BEAUTIFUL
Nach einem weiteren der berühmt-berüchtigten Elvis-Lachanfälle folgen drei unterschiedliche Versionen dieser atemberaubenden Ballade. Allen gemein ist die betörende Schönheit der Melodie.
I WANT TO BE FREE
Auch hier kriegen wir zwei unterschiedliche Versionen. Die Movie-Version hat etwas mehr Schmiss, der Record-Master wirkt dafür ausgefeilter. Sehr schön gefällt mir bei der zweiten Version auch wie das Piano zur Geltung kommt. So hab ich das in der Mono-Version noch nie gehört.
DON'T LEAVE ME NOW
Nochmals zweimal der selbe Song in unterschiedlichen Ausführungen. Die Elvis-Piano-Version ist etwas verhaltener, dafür geht die Movie-Version ganz schön ab.
(YOU'RE SO SQUARE) BABY I DON'T CARE
Gleich nochmals ein echtes Highlight schliesst diese erste CD der Box ab. Zwar muss man hier bei der Soundqualität einige Abstriche in Kauf nehmen, da Elvis' Stimme unnatürlich in den Vordergrund gerückt wurde. Aber gerade diese Stimme ist es ja eigentlich, die wir alle hören wollen. Und so schlecht klingt es dann auch wieder nicht. Was mich hier freut, einer meiner Lieblings-Rock'n'Roll-Titel in einer gesanglichen Alternativ-Version zu hören, etwas wovon ich bis gestern nicht mal zu träumen wagte. Überhaupt hat mich diese erste Close-Up CD wieder einmal richtig zum träumen gebracht, und gezeigt, dass wir auch heute noch immer wieder angenehm überrascht werden können; all things are possible.
Abwechselnd wunderschöne Musik und fetzige Rocker, mein Lieblingssänger in jugendlicher Frische, Alternativ-Versionen in unerwarteter Güte, praktisch durchgehen ein Klangbild der Superlative (wenn man mal davon absieht, das Binaural Stereo am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig klingt, aber keine Angst, man gewöhnt sich schnell daran) und als Krönung obendrauf noch eine echte Überraschung (Treat Me Nice).
Dieses Bild ist für Gäste verborgen.
Bitte anmelden oder registrieren um das Bild zu sehen.
<span style='color:blue'>Disc 2</span>
G.I. BLUES
Die "G.I. Blues"- und "Blue Hawaii"-Sessions, welche auf dieser Scheibe richtiggehend zelebriert werden, sind ja bereits schon mehrmals verbootleget worden, und das mehr oder weniger komplett. Aber auch hier muss ich wieder mal den Spitzenklang dieser Box erwähnen, das Zuhören macht einfach immer wieder Spass. So auch bei diesem Take 6 von G.I. Blues. Schon der darauffolgende Take 7 würde der Mastertake werden, und das hört man hier schon ein wenig heraus, nur noch ein bisschen Feinschliff war nötig, um den perfekten Take im Kasten zu haben.
DOIN' THE BEST I CAN
Hier braucht Elvis zwei kurze Anläufe bevor er mit dieser Edelschnulze alle Herzen zum schmelzen bringt. Auch nicht so weit weg vom Master aber ein echter Ohrenschmaus.
WOODEN HEART
Nicht gerade jedermanns Sache, aber ausserhalb des deutschsprachigen Raumes wohl auch eines von Elvis' Exotenlieder, und die erfreuen sich ja grosser Beliebtheit. Ausserdem kann ich nicht bestreiten, dass es Spass macht, Elvis in leicht unbeholfenem Deutsch singen zu hören, auf diesem Take 1 bringt er das Wort "Schtäietelä" noch ein klein wenig unsicherer als beim spätern Master.
POCKETFUL OF RAINBOWS
Ich liebe diese luftige Leichtigkeit vieler früher Sixties-Pop-Nummern, und "Pocketful" ist ein Paradebeispiel für eben diese. Auch wenn Elvis sie hier noch nicht so perfekt hinkriegt wie später auf dem Mastertake. Aber eben, auch um die Enstehungsgeschichte und das Wachsen der Songs miterleben zu können kriegen wir ja diese alternativen Takes.
SHOPPIN' AROUND
Der rockigste Titel aus dem ersten Film nach der Army-Zeit. Nicht mehr so wild wie in den Fifties, aber immer noch Gute-Laune-Musik der Gütelasse A. Mit Fehlstart aber ohne grosse Unterschiede zum Master
FRANKFORT SPECIAL
Nach einer ulkigen Einführung von Elvis, in der er demonstriert, wie der Song zu klingen hat, kriegen wir eine groovige Version vom "Frankfort Special" zu hören.
BIG BOOTS
Eine schnelle Version von "Big Boots" lässt den Gedanken ans Schlafen gehen gar nicht erst aufkommen.
TONIGHT'S ALL RIGHT FOR LOVE
Ich bevorzuge eigentliche die melodischere Variante dieses Songs, welche unter dem leicht veränderten Titel "Tonight Is So Right For Love" heraus kam. Aber auch diese Version hat was. Mandolinen und so passen vielleicht nicht allzu sehr zu deutscher Volksmusik, auf meiner Wunsch-CD mit Sommerhits vom King würde sich dieses Stück aber bestimmt sehr gut machen; auch wenn Elvis das Lied mit einem verächtlichem "Shit!" beendet, würde ich es nicht als solches bezeichnen.
SUMMER KISSES, WINTER TEARS
Kann ich aus dem Gelächter, das auf die Ansage "Summer kisses take one" folgt, schmutzige Hintergedanken heraushören? Der Hinweis "...take two" und das darauffolgende Gekicher verwirren mich noch mehr. Dann aber folgt eine musikalische und gesangliche Sonderleistung. Eine (zumindest von mir) immer etwas übersehene Songperle.
FLAMING STAR
Da mach ich doch gleich den Hengst! Eine beinahe so grosse Überraschung wie "Treat Me Nice" auf CD 1. Auf der "TTAF"-Box vom letzten Jahr war ja bereits ein alternativer Take von diesem Filmsong drauf. Allerdings hielt sich der Unterschied zum Master in Grenzen. Und nun kriegen wir hier diese absolut coole Version, mit einem Mehr an Rhytmus, welche meiner Meinung nach sogar die Masterversion toppt. Auch hier wieder die Frage: Warum mussten wir sooo lange darauf warten?
LONELY MAN
Zuerst kriegen wir die so genannte Solo-Version von dieser Ausnahme-Ballade, Elvis begleitet sich selber auf der Gitarre. Sehr, sehr schön. Vier Lieder weiter wird das aber noch übertroffen von Take 1 der regulären Version. Zwar ohne gravierende Unterschiede zum finalen Master, aber auch so ein Genuss.
IN MY WAY
Weiter mit spartanischem Liedgut. Nur Elvis und Gitarre, eine unwiderstehliche Kombination. Zwar spielt er sie hier nicht selber, das beschert dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch
FORGET ME NEVER
Hier spielt er die Klampfe dann auch wieder selber, wohl darum gefällt mir das hier auch noch ein klein wenig besser als das vorangegange "In My Way". Wenn ich die Augen schliesse und einfach nur zuhöre, vermeine ich bereits hier ein wenig Spirit der späteren 68er-Sit-Down-Shows heraus zu hören.
WILD IN THE COUNTRY
Nochmals ein Song in gänzlich anderem Arrangement. Denkt man zuerst erfreut. Leider ist die Herrlichkeit bereits nach 55 Sekunden von Take 1 zuende. Der darauf folgende Take 14 orientiert sich dann schon gänzlich am Mastertake, welcher die Nummer 19 trug. Aber was solls, eines der schönsten Titellieder aus einem Elvis-Film.
I SLIPPED, I STUMPELED, I FELL
Hier tut sich Elvis mal wieder etwas schwer um den richtigen Einstieg zu finden, es gibt zwei Fehlstarts zu hören, bevor er mit Take 16 loslegt.
ALOHA OE
Zieht man den Studiotalk ab, gibt's nur noch eine knappe Minute mit Elvis, der die Zeit aber zu nutzen weiss, um perfekte Südseestimmung zu verbreiten. Eine hawaiianisch gesungene Einleitung gibts hier übrigens nicht.
HAWAIIAN SUNSET
Sonnige Urlaubsmusik, die Unterschiede zum Master knallen nicht gerade ins Auge, aber der Song schmeichelt sich ins Ohr.
KU-U-I-PO
Noch ein Schmeichler, mehr noch als "Hawaiian Sunset". Vielleicht an einigen Stellen etwas verhaltener Gesungen und mit einem weiteren Fehlstart, ansonsten wie gehabt.
NO MORE
Scheisse, ich will Ferien, und zwar sofort! La Paloma vo Le Presley, kommt gut!
SLICIN' SAND
Yup, und nun wird auch das Tempo wieder etwas angehoben und gleich fallen auch die Unterschiede zum Master vermehrt auf. Vielleicht auch für Elvis ein klein wenig zu schnell, er versingt sich "Sand in my sandwich ", fängt sich dann aber und bringt eine perfekte Version.
STEPPIN OUT OF LINE
Was? Habe ich da eben gerade an Elvis' Fähigkeit gezweifelt, auch Uptempo-Nummern folgen zu können. War natürlich Blödsinn. Beweist er gleich hier. Der beste Filmsong der nie in einem Film war. In dieser Version veredelt mit dem ein oder anderen zusätzlichen Break und einem göttlichen Saxophone-Solo von Boots Randolph.
ALMOST ALWAYS TRUE
Gleich nochmals "toots" von Boots. Sein Saxophone spielt er hier deutlich anders als beim Mastertake. Davon lässt sich auch Elvis anstecken, der einige Stellen anders phrasiert.
MONLIGHT SWIMM
Auch hier wieder Saxophone-Magic von Boots-Randolph, welche ich bei der bekannten Version von diesem Titel noch nie so herausgehört habe. Am Ende albert Elvis noch ein wenig herum.
CAN'T HELP FALLING IN LOVE
Nach einem kurzen Fehlstart klingt Elvis als ob er ziemlich guten Sex oder einen ziemlich schlechten Stuhlgang hätte und bringt sich und uns mal wieder zum Lachen. Danach folgt eine weitere märchenhaft schöne Version dieses All-Time-Elvis-Klassikers, der nicht nur seine Shows sondern auch diese zweite CD beendet, welche die Versprechen von CD 1 locker einhalten konnte.
Dieses Bild ist für Gäste verborgen.
Bitte anmelden oder registrieren um das Bild zu sehen.
<span style='color:blue'>Disc 3</span>
MAKE ME KNOW IT
20.März 1960. Nashville, Tennessee. Nach 2 Jahren Armeezeit betritt Elvis endlich wieder ein Aufnahmestudio. "Make Me Know It" sollte der erste Song nach dieser langen Pause sein, dem die Ehre zu Teil wurde, von Elvis gesungen zu werden. Wir hören hier den allerersten Take davon und der klingt doch noch sehr viel verhaltener als das Endresultat, welches die LP "Elvis Is Back" eröffnen sollte.
SOLDIER BOY
Am gleichen Tag wie "Make Me Know It" entstanden. Kein umwerfend "anderer" Take, aber eine gefühlvolle Ballade wunderschön von Elvis dargebracht. Er hat dieses Lied ja bereits in Deutschland eingübt, was man auf verschiedenen CDs mit Home Recordings nachhören kann.
IT FEELS SO RIGHT
Blues-Nummer bei der die Post gehörig abgeht, Elvis packt nochmals seine schwärzeste Stimme aus, etwas das er in den folgenden Jahren immer seltener tun würde. Leider. Aber was soll man dem nachtrauern was nicht war, wenn die Realität doch so affengeil ist. Obwohl wir hier einen weiteren Take 1 serviert bekommen, ist der Unterschied zum bekannten Master nicht besonders gross.
THE GIRL OF MY BEST FRIEND
Genau die Art von Musik, die ich mir von einem anderen Sänger wohl nie anhören würde. Aber Elvis konnte selbst purstem Kitsch noch meisterhafte Züge verleihen. Seine Stimme geht hier runter wie Honig und die Melodie klebt sich in den Gehörgängen fest
SURRENDER
Nach dem Mega-Erfolg von "It's Now Or Never" machte Elvis in den Sixties öfters Mal den Italiener, so auch bei diesem wunderbaren Stück südländisch inspirierter Popmusik. Einem kurzen Fehlstart (Take 5) folgt eine beindruckende Version (Take 6) bei der er den opernmässigen Schlusston aber nicht so präzise triff wie beim früher aufgenommenen Take 4, welcher dann auch als Master ausgewählt wurde.
WORKING ON THE BUILDING
Ein beinahe schon rockiger Gospel. Leider auch ohne grössere Unterschiede zur bekannten Version
STARTING TODAY
Ein Stück zu dem ich erst vor wenigen Jahren den Zugang fand. War mir immer etwas zu lasch. Jetzt wo sich die Altersweisheit so langsam bei mir bemerkbar macht, merke ich erst, dass nicht der Song "whimpy" war, sondern wohl eher ich! Ein bezauberndes Liebeslied mit einem famosen Floyd Cramer am Piano.
KISS ME QUICK
Und wieder der vielgeliebte Latino-Sound aus den frühen 60ern. Doc Pomus, der den Song zusammen mit Mort Shuman schrieb, bezeichnete den Titel in einem Interview als das schwächste Stück, dass er je für Elvis geschrieben habe. Dieser Aussage kann ich aber überhaupt nicht zustimmen, mir gefällt's nämlich ausgezeichnet. Auch wenn Elvis sich hier noch ein bisschen zaghaft zeigt.
THAT'S SOMEONE YOU NEVER FORGET
In Elvis' Auftrag von Red West geschrieben, ein Lied über den Verlust eines geliebten Menschen. Sehr schöne Version, Gänsehaut inklusive.
(MARIE'S THE NAME) HIS LATEST FLAME
Noch ein absoluter Klassiker, mit Fehlstart und nur minimen Abweichungen zum Mastertake
I MET HER TODAY
Gehört in die gleiche Kategorie wie das weiter oben beschriebene "Starting Today". Gefällt mir erst seit relativ kurzer Zeit, dafür aber jetzt um so besser. Bei dieser Version hier bekommen wir ein bisschen mehr Joranaires zu hören, ansonsten nicht viel Neues.
NIGHT RIDER
Den Studio-Talk, den man am Anfang hört, gab es bereits auf der "Collectors-Gold"-Box von 1990. Der darauffolgende Take1 ist allerdings neu, den gab's bisher noch nicht mal auf Bootleg. Und es handelt sich hier um eine sehr gute Version. Vor allem die Instrumentierung ist interessant. Mal hört man an unerwarteter Stelle ein Piano klimpern, mal ertönt eine Gitarre welche vorher noch nie zu hören war und gegen Ende fällt sogar noch ein Saxophon mit ein.
JUST TELL HER JIM SAID HELLO
Deutlich langsamer als gewohnt kommt uns dieser Take 4. Schneller gefällt es mir zwar wesentlich besser, ist aber auch so noch eine Klasse für sich.
ECHOES OF LOVE
Noch mehr Zuckerwatte aus den Sixties, wenn sie allerdings so lecker schmeckt wie dieser Song klingt werde ich gerne zum Süssigkeiten-Junkie.
ASK ME
Wie "Surrender" noch ein Lied aus dem Italienischen. Heisst im Original "Io", und klingt auch so. Wenn die Gondeln trauer tragen.
STAND BY ME
Ein himmlischer Gospel führt uns in die zweite Hälfte der Sechziger. Wie die meisten Gospelsongs ohne viel Abweichungen zum Master, dafür in solch glasklarer Soundqualität wie noch nie zuvor.
SOMEBODY BIGGER THAN YOU AND I
Eher so eine Art Gospel-Schlager mit schönem Text und bezaubender Melodie.
WHITHOUT HIM
Beendet diese kleine Gospel-Trilogy mit Aufnahmen aus dem "How Great Thou Art"-Sessions. Das Schlussdrittel kommt nicht ganz so intensiv wie auf der Original-Version, klingt aber immer noch sehr beeindruckend und lässt selbst Ungläubige ehrfurchtsvoll auf die Knie sinken.
MINE
Auch hier klingt Elvis an einigen Stellen etwas unsicherer als auf der bekannten Fassung, dies kann der Herrlichkeit des Liedes aber nichts anhaben, im Gegenteil, klingt irgendwie süss.
SINGING TREE
Eine sehr aussergewöhnliche Melodie, in überraschendem Arrangement. Nicht ganz so beeindruckend wie die Version mit der overdubbten Elvis-Stimme, hinterlässt aber dennoch einen nachhaltigen Eindruck
US MALE
20. Januar 1968. Nashville, Tennessee. Der Song strahlt eine agressive Frische aus, welche viele Lieder der vergangenen Jahren vermissen liessen. Man spürte es bereits, die Zeichen standen auf Sturm. Das zweite Jahrzehnt dem Elvis aktiv seinen musikalischen Stempel aufgedrückt hatte, neigte sich langsam seinem Ende zu. Neue Musikstile und neue Aufnahmetechniken hatten die Musikwelt nachhaltig verändert, ähnlich wie Elvis und seine Rock'n'Roll-Kumpels es bereits gute 13, 14 Jahre früher vorgemacht hatten. Während andere Stars aus den Fifties es sich in nostalgischen Revue-Veranstaltungen bequem machten, besoffen über Dorfbühnen stolperten, im Knast oder gestorben waren, trat Elvis den Weg nach vorne an. Diese erste Session des Jahres leitete die musikalische Wiedergeburt des Elvis Presley ein, fünf Monate später würde er, gekleidet in schwarzes Leder, die Grundmauern der Burbank-Studios erschüttern, ein Jahr später in seiner Heimatstadt einige seiner besten Songs überhaupt aufnehmen und in eineinhalb Jahren erstmals seit Ewigkeiten wieder auf einer Bühne stehen, um schon bald Non-Stop On-Tour zu sein. Doch davon handelt dann schon Disc 4 der neuen Box.
Dieses Bild ist für Gäste verborgen.
Bitte anmelden oder registrieren um das Bild zu sehen.
<span style='color:blue'>Disc 4</span>
CD 4 bringt uns die Show vom 18. April 1972 aus San Antonio in die Wohnstube. Es ist dies das erste Mal, dass uns BMG ein komplettes Konzert aus dem Film "Elvis On Tour" serviert. Schon seit längerer Zeit wartet die Fan-Gemeinde auf eine Box mit mehr Material aus eben diesem Film, ich denke früher oder später werden wir diese auch bekommen. Be- und Vergnügen wir uns also erst mal mit der Antonio-Show. Die Klangqualität der CD ist ausgezeichnet, vielleicht nicht ganz so dynamisch wie die "Afternoon In The Garden", aber auf jeden Fall was vom Besten was es von "Elvis Live" zu hören gibt. So in etwa könnte das Memphis-Konzert von 1974 klingen, wenn es mal anständig remastert würde. Übrigens, die anderen drei Konzerte für den "On Tour"-Film wurden von der Firma "Record Plant" aufgezeichnet, während man die Aufnahme in San Antonio der Wally Heider Company überlies. Weitere Überraschungen in Sachen geiler Tonqualität sind als durchaus möglich. Aber verlassen wir das weite Feld der Spekulationen und richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Bühne des Convention Centers in San Antonio, Texas:
Die grummelnden Anfangsklänge von ALSO SPRACH ZARATHUSTRA lösen vereinzelt schrille Freudenschreie aus, als die Band in das Opening Vamp übergeht wird daraus lauter Jubel und kurz darauf, als Elvis im Red Lion Suit die Bühne betritt, ein ohrenbetäubender Orkan begeistert kundgegebener Zustimmung. Das alles ist auf dieser CD derart klar zu hören, als wär man mittendrin, statt nur dabei.
Der Applaus klingt kurz ab, brandet aber gleich wieder auf, als Elvis die ersten Worte von SEE SEE RIDER singt. Er bringt eine gute und powervolle Version seines zu dieser Zeit noch relativ neuen Eröffnungsliedes.
Elvis lässt dem Publikum keine Atempause und geht nach zwei "Thank You" gleich zu dem CCR-Top-Hit PROUD MARY über. Das Lied über einen Mississippi-Dampfer bringt die Zuschauer hörbar zum kochen.
Noch ein kurz angebrachtes "Thank you very much" und schon gesteht uns Elvis I NEVER BEEN TO SPAIN. Den Song hatte er erst seit drei Monaten im Programm, entsprechend frisch kommt das ganze hier rüber. Wie immer auch diesmal ein Genuss bei diesem Lied: Ronnie Tutt on drums.
Zur allgemeinen Beruhigung folgt nun eine prächtige Version von YOU GAVE ME A MOUNTAIN, ebenfalls erst seit dem Januar 72 fester Bestandteil einer Elvis-Show.
Weiter mit neuerem Lied-Material. Nach einer Einleitung, die klingt als hätte Elvis eine Unterkieferlähmung, folgt eine bisweilen sogar witzige Fassung von UNTIL IT'S TIME FOR YOU TO GO. Für die eher straff durchgezogenen 72er-Shows beinahe schon eine Besonderheit.
Nachdem die Fans nun wieder ein wenig runtergekommen sind, gibt Elvis gleich wieder ordentlich Gas. POLK SALAD ANNIE, druckvoll wie immer dargebracht, lässt die Menge explodieren, und begeistert auch den Zuhörer im Jahre 2003 immer und immer wieder.
Jetzt erst begrüsst Elvis sein Publikum, sein Hinweis, er wolle nun einige seiner ersten Aufnahmen singen, bringt das Volk erneut zum toben, nach einem One-liner (Carry Me Back To Old Virginia) schmachtet er LOVE ME. Hier noch nicht so zur Tuchverteilnummer verkommen, klingt das noch sehr charmant.
Den 70er-Versionen von ALL SHOOK UP konnte ich noch nie etwas abgewinnen, ohne die beschwingte Coolnes der 50er-Jahre-Fassung sagt mir dieses Lied einfach nichts. Allerdings lässt mich die begeisterte Reaktion des Publikums auf diesen Titel als ziemlichen Dummschwätzer dastehen.
Ähnliches lässt sich auch über TEDDY BEAR/DON'T BE CRUEL sagen. Nichts für mich, aber können 10'500 begeisterte Fans in der Konzerthalle sich irren?
Bei HEARTBREAK HOTEL kann ich dann endlich auch wieder mitreden. Auch hier gefällt mir zwar die Studiofassung besser als die Live-Versionen, trotzdem haben auch diese ihren ganz besonderen Reiz, nicht zuletzt wegen den stets feinen Gitarrensolos von James Burton.
HOUND DOG schlägt in die selbe Kerbe. Cooler Elvis, lässiger James, wilder Ronnie. Nach einer bluesigen Einleitung wird ordentlich abgerockt.
Auf derart wüstes Liedgut einen majestätischen Gospel wie HOW GREAT THOU ART zu bringen, ohne dass es irgendwie unglaubwürdig oder aufgesetzt wirkt, das kann auch nur unser King. Diese relativ frühe Version ist very beautiful wie auch das lautstark applaudierende Publikum findet.
Nun folgt Elvis' Liebesbekundung an seine Fans I CAN'T STOP LOVING YOU. Dass diese im Gegenzug auch nicht aufhören können ihn zu lieben, machen sie ihm geräuschvoll klar. Eine wirklich ausgezeichnete Fassung dieses Liedes.
Einen nochmaligen Rückblick auf die Fifties gibt es mit LOVE ME TENDER. Wenn's wie hier nicht völlig "verküsst" ist, geht's sogar noch ganz gut zum Anhören.
SUSPICIOUS MINDS ist seit 1969 im Programm und einer der absoluten Höhepunkte eines jeden Elvis-Auftritts. Auch an diesem Abend bringt Elvis damit die Zuhörerschaft zum rasen und zwischendurch sogar noch ein paar Spässchen. Starke, kräftige und schnelle Version und beinahe gibt's noch eine Reprise.
Nach so viel purer Power braucht auch ein Elvis ein wenig Zeit zum durchatmen, es folgen die INTRODUCTIONS
Weiter geht die Show mit FOR THE GOOD TIMES. Wunderbar und tieftraurig zugleich.
Als nächstes packt Elvis seinen aktuellen Hit BURNING LOVE aus. Er erklärt, dass er einen neuen Song bringen würde und entschuldigt sich schon mal für allfällige Fehler. Er versingt sich dann auch mal kurz,das stört aber überhaupt nicht, wir kriegen hier eine der besten Liveversionen dieses im wahrsten Sinne des Wortes brennenden Stücks.
Wieder etwas ruhiger geht es danach bei der AMERICAN TRILOGY zu. Auch diese ist erst wenige Monate in der Show, die Fans feiern es aber bereits als echten Presley-Klassiker. Bombastisch.
Elvis verlangt, dass das Saallicht einzuschalten ist, danach wird es Zeit für FUNNY HOW TIME SLIPS AWAY, mit herrlich verzögertem Ende. Und damit riecht es auch schon ein wenig nach Abschied.
Was das drauffolgende CAN'T HELP FALLING IN LOVE unglücklicherweise bestätigt. Und so endet leider auch diese neuste Elvis-Box irgendwann einmal. Für mich ein sehr gelungenes Produkt. Auch wenn viele Outtakes nicht wirklich sehr viel anders klingen und das Konzert auch nichts absolut Neues zu bieten hat. Aber Aufmachung, Songzusammenstellung, die eine oder andere Überraschung und vor allem auch die hervorragende Soundqualität aller vier CDs machen mich zum stolzen Besitzer der Close Up.
Ganz am Schluss, nach dem San Antonio Konzert, ertönt der altbekannte Spruch "Elvis has left the building". Mag sein. Aber durch solch schöne Veröffentlichungen wie dieser Box kommt er immer wieder zu uns nach hause. Und ich freu mich jedesmal wieder auf seinen Besuch.
Dieses Bild ist für Gäste verborgen.
Bitte anmelden oder registrieren um das Bild zu sehen.
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- Frederic
-
- Besucher
-
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- blueeyedsoul
-
- Offline
- All The Kings Men
-
- Beiträge: 1784
- Dank erhalten: 1
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- Marc H.
-
- Offline
- Forums Mafia
-
- Beiträge: 4454
- Dank erhalten: 0
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- Taniolo
-
- Offline
- Forums Mafia
-
- Beiträge: 32041
- Dank erhalten: 1163
... with a barefoot ballad you just can't go wrong.
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- Datcheffe
-
- Offline
- Verstorben
-
- Beiträge: 16442
- Dank erhalten: 3
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- coolozz
-
- Offline
- Forums Mafia
-
- Beiträge: 3740
- Dank erhalten: 1
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- Taniolo
-
- Offline
- Forums Mafia
-
- Beiträge: 32041
- Dank erhalten: 1163
Für mich ist speziell diese Fassung bisher der Höhepunkt der ersten CD! Wow, das ist so cool und erfrischend und obwohl poder gerade weil man merkt, dass es noch ungeschliffen ist (im Vergleich zum Master), kommt Elvis so nah und zum Anfassen rüber. Ein herrlicher Take mit besonderemm Reiz!(YOU'RE SO SQUARE) BABY I DON'T CARE
Gleich nochmals ein echtes Highlight schliesst diese erste CD der Box ab. Zwar muss man hier bei der Soundqualität einige Abstriche in Kauf nehmen, da Elvis' Stimme unnatürlich in den Vordergrund gerückt wurde. Aber gerade diese Stimme ist es ja eigentlich, die wir alle hören wollen. Und so schlecht klingt es dann auch wieder nicht. Was mich hier freut, einer meiner Lieblings-Rock'n'Roll-Titel in einer gesanglichen Alternativ-Version zu hören, etwas wovon ich bis gestern nicht mal zu träumen wagte.
... with a barefoot ballad you just can't go wrong.
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- User gelöscht
-
- Besucher
-
ich habe diese Box nun auch - und sie gefällt mir nach anfänglicher Skepsis sehr gut - allein die gute Sound-Quali macht schon Spass beim hören
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.
- outoftheblue
-
- Offline
- ECB-Mitglied
-
- Beiträge: 988
- Dank erhalten: 10
schöne Review
Bitte Anmelden oder Registrieren um uns Deine Meinung zu dem Thema mitzuteilen.