Elvis for the asking

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04.03.2005 13:23 #323753 von Harty
Elvis for the asking wurde erstellt von Harty
Elvis For the asking - the lost album

September 1990 erschien diese CD im Stil der 60er Jahre Alben von Elvis Presley.

Inhalt CD:
Long Lonely Highway - Western Union - Witchcraft - Love Me Tonight - What Now, What Next, Where To - Please Don't Drag That String Around - Blue River - Never Ending - Devil In Disguise - Finders Keepers, Losers Weepers - Echoes Of Love - Slowly But Surely - It Hurts Me - Memphis Tennessee - Ask Me

Das Album in dieser Form zu damaligen Zeit wär mit Sicherheit ein Gold oder Platin Album geworden. Hätte, wenn und aber. Das Songmaterial ist in meinen Augen hervorragend und teilweise sogar genial. Vielleicht sogar ein Album mit einigen der besten Nashville Aufnahmen aus den führen 60ern. Kürzlich habe ich die CD wieder gehört und war begeistert. Neugierig habe ich bei Amazon nach Rezensionen gesucht und auch eine hervorragende gefunden. Als ich den Namen des Autors las und auch den Schreibstil erkannte , erschrak ich, aber positiv. Ich hoffe unser Rider hat nichts dagegen, dass ich ihn zitiere. Diese Rezension ist es wert! :rose:

" Obwohl von vielen selbsternannten "Musikexperten" als sinnlos vergeudete und musikalisch wertlose Zeit abgetan, so waren die 60er Jahre nicht nur Elvis Presley stimmlich beste, sondern auch die produktivste und vielseitigste Phase seiner Karriere. Wer diese als mit "miserablen" Filmsoundtracks angehäuft beschreibt, kennt weder besonders viele dieser Soundtracks, noch etwas von dem, was Elvis abseits von Hollywood aufgenommen hat.
Sicherlich konzentrierte man sich vermehrt auf die Produktion von Soundtracks und den frühen Vorgängern des modernen Musikvideos, den dazugehörigen Filmen nämlich. Trotzdem ging Elvis bis Anfang 1964 (und dann wieder ab Mitte 1966) auch deshalb ins Studio, um anderes Material aufzunehmen, u.a. das auf diesem Album enthaltene. Und das ist weder langweilig noch schlecht produziert, es hatte einfach keine Aussicht auf kommerziellen Erfolg und verschwand deshalb (vorerst) in den Archiven. Trotdem enthält dieses "verlorene" Album eine Sammlung von Songs, für die 90% der Beat- und Rockgrüppchen der 60er ihre Seelen an den Leibhaftigen höchstpersönlich verkauft hätten, und das garantiert ohne lange zu zögern. Von der klassischen Ballade über den leicht angeswingten Up-Tempo-Rocker bis hin zum Pop-Song und bestem Blue-eyed-Soul enthält dieses Album vieles, was wirklich erstaunt und vielfach einfach Spaß macht.
Die festen Grundmauern für dieses Album bilden neben dem rhythmisch-swingende Opener "Long, Lonely Highway" die Songs "Blue River", das von einer verzerrten Gitarre und einem zerhackten Rhytmus angetriebene "Slowely But Surely", vor allem aber der Klassiker "Devil In Disguise", das Chuck Berry Cover "Memphis Tennessee" und der echte Rocker "Witchcraft", der mit einem fantastischen Saxophon-Solo von Nashville-Legende Boots Randolph aufwartet. Neben Elvis' Stammbesetzung (Scotty Moore, DJ Fontana und den Jordanaires) spielt hier die erste Garde der Session-Musiker des Nashvilles der 60er Jahre, neben Boots Randolph u.a. Floyd Cramer und Bob Moore. Überhaupt sind diese Aufnahmen durch die Bank hervorragend arrangiert und gespielt, "live" wohlgemerkt ...
Um diese Grundmauern an schnelleren Stücken gruppieren sich Songs wie die zuckersüßen und wunderbaren Nashville-Balladen "Love Me Tonight", "Echoes Of Love", ein schummeriges "Ask Me" und das leichte in südamerikanische Rhythmen abdriftende "Never Ending" mit einer interessanten Gitarrenbegleitung. Die ganz leichten Popsongs wie "Western Union" (eine Cover-Version des Hits "Return Tp Sender", hier haben sich die Songwriter selbt kopiert), "What Now, What Next, Where To", "Finders Keepers Losers Weepers" und "Please Don't Drag That String Around" machen Spaß und sind potentielle Fußwipper.
Ein wahrer Edelstein bleibt noch zu erwähnen: "It Hurts Me" mit seinem ungegwohnten, geradezu souligen Sound, einem umwerfenden Arrangement, einem Elvis, der sich voll dort hinein wirft und eine Spannung erzeugt wie sie in dieser Intensität nur wenige andere Songs bieten, darunter Stücke wie wie seine frühen Coverversionen von "You've Lost That Lovin' Feelin'", "Suspicious Minds" und andere Songs aus den '69er Sessions in Memphis. Und da ist er dann: Der Elvis, der nicht nur belangloses Zeug aufnimmt, sondern - wenn er herausgefordert wird - nicht nur ansehnliche, sondern durchaus inspirierte Performances abliefert.
Ob dieses Album - wäre es denn nun veröffentlicht worden - zu höchsten Beatles-Zeiten wirklich ein Erfolg hätte werden können, ist zu bezweifeln. Aber eine sehr solide Arbeit ist es trotzdem. Es ist ein teilweise überraschendes Album, denn es zeigt, dass dort in der Tat mehr an Engagement und Fähigkeit vorhanden war als die vielen Soundtracks vermuten lassen. Für Musikinteressierte, die nicht unbedingt über die großen Elvis-Sammlungen verfügen und dem Elvis der 60er ggü. nicht voreingenommen sind, ist diese CD eine unbedingt Kaufempfehlung! "









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04.03.2005 13:49 #323758 von semero
semero antwortete auf Elvis for the asking
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04.03.2005 14:42 #323767 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis for the asking
Gefällt mir überhaupt nicht mehr. Ich meine den Text. Heute würde ich alles anders machen, aber so ist das wohl immer ... Hoffentlich gräbst du nicht noch andere Jugendsünden aus ... <_< :geheim: :naughty:

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04.03.2005 14:50 #323770 von Harty
Harty antwortete auf Elvis for the asking
Diese Jugendsünden sind öffentlich zugängig :grin:

Mir gefällt der Inhalt der Rezension, ähnliche Gedanken gingen mir beim Hören der CD durch den Kopf.

Warum ich dieses Thema aufgegriffen habe? RCA hat in den 60ern einiges versäumt, die richtigen Songs auf den entsprechenden LP's zu präsentieren. For the asking war für mich ein AHA Erlebnis.

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06.03.2005 16:41 #324465 von Harty
Harty antwortete auf Elvis for the asking
mutiert wohl zu einem LOST THREAD :devil:

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06.03.2005 17:42 #324478 von Danny Fisher
Danny Fisher antwortete auf Elvis for the asking
Schön, dass du diese tolle Veröffentlichung mal wieder erwähnst, Harty! Vieles gerät bei einer sich ständig wachsenden CD-Sammlung einfach in Vergessenheit...

Ich habe mir die CD-Veröffentlichung ebenfalls nochmals in Ruhe angehört und muss sagen, dass das zuhören einfach Spaß macht. Nicht nur die Titelauswahl ist hier gelungen, auch der Sound stimmt!
Auf der Rückseite des LP/CD-Covers sind noch einige interessante Informationen enthalten, die ich hier - ins deutsche übersetzt - mal an euch weitergeben möchte:

"Oft erwähnt als ´Das verloren gegangene Album` war diese Auswahl von klassischen Nashville-Aufnahmen aus der Mitte der 60er Jahre als offizielle Nachfolge-LP Elvis´ 1962er Album `Pot Luck` vorgesehen. Im wesentlichen hatte Elvis in den sechziger Jahren zwei getrennte Plattenkarrieren - die eine beinhaltete die Studioaufnahmen, die in Nashville entstanden, die andere basierte auf den Film-Soundtracks, deren Hauptfunktion darin lag, die wirtschaftlich sehr wichtigen Filme zu unterstützen. Mit dem sofortigen Erfolg vn `Devil In Disguise` sah alles ideal für die Veröffentlichung dieser neuen Studio-LP aus, aber die sich beschleunigende Anbinung an die Filme brachten Colonel Parker und RCA Records zu dem Entschluß, dass es in em rasenden Veröffentlichungs-Fahrplan keinen Platz für die Soundtrack-Veröffentlichungen und eine neue Studio-LP gab. Konsequenterweise endete das Material, das für dieses Album aufgenommen worden war, als B-Seiten von Singles oder Füllmaterial von Soundtrack-Alben. Auf populären Wunsch hin ist `Das verlorengegangene Album` nun `wegen der Nachfrage` (`For The Asking`) erhältlich.

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06.03.2005 18:23 #324485 von etp
etp antwortete auf Elvis for the asking
"For The Asking" ist eines meiner Lieblings-Alben - zusammen mit "Burning Love" ist es für mich der am besten gelungene "Re-Issue" des Ernst Jorgensen: starkes Material in einer guten, abwechslungsreichen Reihenfolge.

"For The Asking" stand so ziemlich am Anfang meiner beginnenden Elvis-Sammler-Phase. Der Titel "The Lost Album" klang für mich unglaublich mysteriös. Meine jugendliche Phantasie vermutete Graceland-Aufnahmen, die noch nach den Jungle Room Sessions entstanden waren, und die vorher noch nie jemand gehört hatte.

Umso enttäuschter war ich also an Weihnachten, als ich die Platte in Händen hielt und feststellen mußte, daß überhaupt kein alternatives Material darauf enthalten war. - Trotzdem zog mich die Platte sofort in ihren Bann und zusammen mit POT LUCK gehört es zu den absoluten Favorites in meinem Plattenschrank.

Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Album schon neu zusammengebrannt habe mit der jeweils bestmöglichen Tonquali! - Wie oft ich die Platte schon in allen möglichen Facetten eingescannt habe auf einem alten Scanner in meinem alten Zuhause bei meinen Eltern, wie viele CDs mit den Scans dafür draufgegangen sind --- ich habe Versionen, die möglichst knackfrei sind, ich habe Versionen, auf denen ich jeweils am Anfang, in der Mitte und am Ende Plattenknackser dazugemischt habe, um ein LP-Feeling zu erzeugen, außerdem habe ich die LP-Kopie auf CD gezogen. Kurzum: ich liebe diese Scheibe! Easy listening pur - und zusammen mit VIVA LAS VEGAS gibt sie ein perfektes Doppel-Album ab!

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06.03.2005 19:16 #324505 von Danny Fisher
Danny Fisher antwortete auf Elvis for the asking
Hier noch weitere Infos zu dieser hervorragenden LP/CD-Veröffentlichung:

Der VÖ-Termin der LP war der 3. September 1990.
Der Grund, weshalb keinerlei Alternativ-Takes verwendet wurden, war laut damaliger Aussage von Ger Rijff der gewesen, RCA habe erstens diese LP/CD so herausbringen wollen, wie sie damals geplant war, und zweitens würden nach dieser VÖ noch sehr viele Alternativversionen in anderer Form bei RCA heraus kommen. Deshalb habe man lediglich die regulären Studioversionen genommen. Wer sich die Laufzeit der CD mal anschaut, der fühlt sich in diesen Worten bestätigt. Mein CD-Player zeigt bei den 15 Titeln eine Laufzeit von 32:27 an! Auch in dieser Hinsicht ein typisches Album der 50er/60er Jahre, obwohl das schon drei Titel mehr sind, als die damals üblichen 12.

Ger Rijff, eigentlich bekannt für seine tollen Foto-Bücher, hat übrigens das Cover dieser LP/CD gestaltet, und wie ich finde, gar nicht mal so schlecht. Das Coverfoto stammt aus einer Fotosession für den Film "Kissin` Cousins". Auf der US-Single "Kissin` Cousins/It Hurts Me" (47-8307) vom Februar 1964 verwendete man ein ähnliches Foto aus der gleichen Session. Wer beide Cover griffbereit hat, sollte die mal miteinander vergleichen - ganz interessant, dieser Vergleich, wie ich finde.

Im Mitgliedermagazin der EPG "GRACELAND" war dort im Januar/Februar 1991 folgendes zu lesen:
"... Im Jahr 1964 hätte RCA die LP übrigens durchaus herausbringen können, anstatt 15 hätte sie wohl die damals üblichen 12 Lieder aufgewiesen. In diesem Jahr erschienen nämlich nur 2 LPs von Elvis; 1963 und 1965 waren es je drei. Vermutlich war für 1964 ursprünglich doch eine LP "Viva Las Vegas" geplant, womit der Platz für eine Studio-LP dann wirklich belegt gewesen wäre..."

Die Cover-Rückseite der LP unterschied sich übrigens von jener der CD-Veröffentlichung: Auf der LP verwendete man ein recht großes Foto von Elvis, dass wohl ebenfalls aus Anfang/Mitte der 60er Jahre stammen müßte. Dies fehlte bei der CD-Ausgabe, dafür war im Innenteil des CD-Covers ein anderes Foto, im "Passbild-Format", abgebildet.



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