Elvis 75

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15.10.2009 16:18 #754039 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis 75

Nur dass ich vom Offensichtlichen ausgehe: Jemand ist gut drauf und macht unentwegt Späßchen.

Das hat aber ganz sicher Gründe jenseits der gerade verübten Tätigkeit. Eigentlich kenne ich keine Session bei der Elvis auch nur etwas halbwegs vernünftiges aufgenommen hat, wo er auch nur annähernd so überdreht ist wie bei der Paradise Hawaiian Style Platte. Für mich eher ein Zeichen für Desinteresse. Hochkonzentriert ist Elvis jedenfalls sicher nicht. Vergleiche Elvis Verhalten dieser Aufnahmen mal mit dem bei der How great thou art Session. Ein himmelweiter Unterschied.

Außerdem gibt es Aussagen von Priscilla die exakt in die von mir vermutete Richtung gehen, dass Elvis eher aus Frustration über die damalige Situation lachte und weniger weil er das was er gerade machte so toll fand.

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15.10.2009 18:00 #754040 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

Eigentlich kenne ich keine Session bei der Elvis auch nur etwas halbwegs vernünftiges aufgenommen hat, wo er auch nur annähernd so überdreht ist wie bei der Paradise Hawaiian Style Platte. Für mich eher ein Zeichen für Desinteresse.

Und für mich eher ein Zeichen von Pillchen.

Hochkonzentriert ist Elvis jedenfalls sicher nicht.

Natürlich nicht, oder habe ich das etwa behauptet? Er nimmt die ganze Sache nicht ernst, zumal es ihm bekanntlich eh keinen Spaß macht, auf ein fertiges Band zu singen. Der ganze Soundtrack ist zudem grottenschlecht gesungen, Elvis ist sehr schlecht bei Stimme und hat sie nicht wirklich im Griff. Selbst mein geliebtes "Sand Castles" ist - streng genommen - unter aller Sau gesungen. Ich wollte ja auch nicht behauptet haben, dass das da seine Erfüllung war, sondern bloß, dass ich nicht glaube, dass er wirklich so zutiefst unglücklich war, wie gerne mal behauptet wird.

Vergleiche Elvis Verhalten dieser Aufnahmen mal mit dem bei der How great thou art Session. Ein himmelweiter Unterschied.

Nun, Gospel war seine Passion, zudem hatte er zwei Gospelchöre im Studio, die Imperials (vor denen er einen Heidenrespekt hatte) sogar zum ersten Mal. Dass er sich da von seiner besten Seite zeigen will, liegt auf der Hand.

Außerdem gibt es Aussagen von Priscilla die exakt in die von mir vermutete Richtung gehen, dass Elvis eher aus Frustration über die damalige Situation lachte und weniger weil er das was er gerade machte so toll fand.

Tja, Priscilla, die ihn immer so gut verstand und niemals in erster Linie mit sich selber beschäftigt war..

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15.10.2009 18:18 #754042 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis 75

Und für mich eher ein Zeichen von Pillchen.

Das Eine schließt das Andere ja nicht aus.

Sondern bloß, dass ich nicht glaube, dass er wirklich so zutiefst unglücklich war, wie gerne mal behauptet wird.

Es gibt ja nun wirklich unzählige Zeitzeugenberichte aus der damaligen Zeit, die berichten wie deprimiert Elvis wegen den miesen Soundtracks war. Und jetzt bitte keine Diskussion a la er hätte es ändern können, wenn er es gewollt hätte. Fakt ist, er hat es nicht geändert und ebenso scheint es Fakt zu sein, dass er darunter gelitten hat. Da ändert auch ein durch (vermutlich) Medikamente vermitteltes Hoch nichts. Wahrscheinlich hätte Elvis sich an dem Tag auch über eine aufgerollte Klorolle königlich amüsiert.

Nun, Gospel war seine Passion, zudem hatte er zwe Gospelchöre im Studio, die Imperials (vor denen er einen Heidenrespekt hatte) sogar zum ersten Mal. Dass er sich da von seiner besten Seite zeigen will, liegt auf der Hand.

Meine Güte, Du willst mich aber auch missverstehen. Ich hätte genauso gut eine der Nashville Sessions der Jahre 1960 - 1963 nennen können.

Tja, Priscilla, die ihn immer so gut verstand und niemals in erster Linie mit sich selber beschäftigt war..

Das ist pure Spekulation von Dir. Man muss ihr nicht glauben, man muss keinem aus Elvis Umfeld glauben, aber diese Menschen waren im Gegensatz zu Dir oder mir dabei. Und eine Ehefrau hat naturgemäß einen tieferen Einblick in das Seelenleben ihres Mannes als die Freunde. Ich tendiere dazu, wenn sich viele Aussagen von Zeitzeugen überschneiden in Betracht zu ziehen, dass daran etwas Wahres sein könnte.

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15.10.2009 18:30 #754043 von User gelöscht
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Du bist Dir aber darüber im Klaren, dass das nur eine Auslegung ist, oder? Doch selbst wenn es so war: Solange er noch seine Witze drüber gemacht hat, kann der Leidensdruck nicht so schlimme gewesen sein. Wenn er die Faxen WIRKLICH dicke hatte, war bekanntlich Schluss mit lustig.

nein. man kann auch über etwas witze machen, was man abgrundtief hasst.
nennt sich galgenhumor....wie der zum tode verurteilte mörder, der an einem montag zum tode verurteilt wurde, zum richter sagte"die woche fängt ja schon gut an"

von daher...

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15.10.2009 18:36 #754044 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

Nur dass ich vom Offensichtlichen ausgehe: Jemand ist gut drauf und macht unentwegt Späßchen. Daraus schließe ich, dass er nicht allzu unglücklich ist. Die Annahme des Gegenteils ist da doch etwas weiter hergeholt und grenzt an Hobbypsychologie mit Fernanalyse. Nenn mich oberflächlich, aber ich halte mich gerne ans Naheliegendste, weil es auch meistens der Fall ist. Zumal wir aus den Erzählungen der anderen wissen, dass er in der Filmzeit mächtig Spaß hatte, sowohl am Set als auch außerhalb. Dass er gelegentlich mal keinen Bock hatte und Frust schob, ist völlig normal, sollte aber nicht zur Religion erklärt werden. Auch die von uns, die mit ihrem Leben sehr glücklich sind, haben mal Scheißtage, wo sie am liebsten alles in die Ecke knallen würden. Daraus auf eine grundsätzliche Unzufriedenheit zu schließen, ist mir zu abstrus. Ich halte mich lieber an die Regel als an die Ausnahme.

Moment. Das bedeutet nur (und ist nicht weithergeholt), dass Elvis das Beste aus der Situation machen wollte.
Nach dem Motto "Filme mies, Songs auch...also eine Tortenschlacht am Set".......

Wenn er engagiert war und gut drauf, weil das Projekt interessant war, war er ernsthafter bei der Sache.....von Tortenschlachten am NBC in 1968 habe ich nichts gehört....

Und wenn ihm die Filme so viel Spass gemacht haben, hätte er sicher vielmehr nach 1969 gemacht.

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15.10.2009 18:40 #754045 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

Natürlich nicht, oder habe ich das etwa behauptet? Er nimmt die ganze Sache nicht ernst, zumal es ihm Tja, Priscilla, die ihn immer so gut verstand und niemals in erster Linie mit sich selber beschäftigt war..

Nein. MW- natürlich nicht...er hat die Filme und die Songs geliebt, weil ihm das so viel Spass gemacht hat.
Ich halte auch nix von Priscilla...aber zu sagen, dass ihm das soviel Spass gemacht hat und alles andere Mumpitz ist (was Priscilla und alle anderen sagen), ist sehr weit hergeholt und stimmt nicht.

Zumal Elvis sich selber sehr negativ über diese Zeit geäussert hat "it made me physically ill....." etc.....

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15.10.2009 18:44 #754047 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

Es gibt ja nun wirklich unzählige Zeitzeugenberichte aus der damaligen Zeit, die berichten wie deprimiert Elvis wegen den miesen Soundtracks war. Und jetzt bitte keine Diskussion a la er hätte es ändern können, wenn er es gewollt hätte. Fakt ist, er hat es nicht geändert und ebenso scheint es Fakt zu sein, dass er darunter gelitten hat.

Das will ich auch gar nicht bestreiten, nur zweifle ich am Ausmaß, das da gerne mal kolportiert wird. Ich würde das Wort "Unzufriedenheit" den Ausdrücken "leiden" und "deprimiert" vorziehen.

Und eine Ehefrau hat naturgemäß einen tieferen Einblick in das Seelenleben ihres Mannes als die Freunde.

Ja, wenn man eine normale Ehe voraussetzt, wo beide wirklich tiefgreifend miteinander kommunizieren und nicht eine Ehe, wo die Frau nur als Vorzeige-Modepüppchen wie ein Haustier gehalten wird und der Mann auf der ewigen Flucht vor der Ehe lieber mit seinen Freunden abhängt und diese sogar im Ehealltag immer gegenwärtig sind, dann vielleicht schon.

Ich tendiere dazu, wenn sich viele Aussagen von Zeitzeugen überschneiden in Betracht zu ziehen, dass daran etwas Wahres sein könnte.

Solche Aussagen sind immer tendenziell, da fließen auch viele eigene Ansichten ein, die Elvis gerne in den Mund gelegt werden. Ein Red West, der bei den meisten Filmen mitgespielt hat und am Set immer viel Spaß hatte, spricht positiver von der Hollywood-Zeit als ein Larry Geller, dem das alles zu banal war oder eine Priscilla, für die ein Filmdreh bedeutete, dass sie wochenlang alleine mit dem Arsch zuhause bleiben musste, während Elvis in Beverly Hills die Starlets durchvögelte. Wenn Elvis von Hollywood aus mit ihr telefonierte oder nach Drehschluss nach Hause kam, erzählte er ihr natürlich, wie sehr er sie vermisst hat und wie schrecklich es alles für ihn war, von zuhause weg zu sein, weil er wusste, dass sie das hören wollte. Ebenso erzählte er Larry Geller, wie sehr er unter der Banalität der Filme leidet, weil der auch genau das hören wollte. Elvis erzählte immer allen das, was sie hören wollte. Das machte den Hauptgrund aus, warum ihn alle liebten. Ein unbequemer Typ mit eckigen Meinungen, an dem man sich reiben konnte und an dem die Geister sich hätten scheiden können, hätte niemals diese Verehrung auf sich gezogen.

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15.10.2009 18:48 #754048 von User gelöscht
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lol...es ist schon beeindruckend, wie du das offensichtliche verdrehst...sorry....gut geschrieben von dir...aber trotzdem mumpitz...

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15.10.2009 18:51 #754050 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

Nein. MW- natürlich nicht...er hat die Filme und die Songs geliebt, weil ihm das so viel Spass gemacht hat.

Warum immer diese Extreme? Ich sage nur, dass er nicht so sehr darunter "gelitten" hat, wie immer behauptet wird. Das heißt doch nicht im Umkehrschluss, dass er sich nichts schöneres vorstellen konnte.

Zumal Elvis sich selber sehr negativ über diese Zeit geäussert hat "it made me physically ill....." etc.....

Ja. Das sagt er witzigerweise zu einer Zeit, wo sein Drogenkonsum bereits besorgniserregende Ausmaße angenommen hatte, er gerade von seiner Frau verlassen wurde und nur noch wirres Zeugs vor sich hin stammelte. Also in einem Zustand, den man getrost als "physically and mentally ill" bezeichnen könnte. Und vor allem: Zu einem Zeitpunkt, wo seine Live-Auftritte - die er sich angeblich so sehnlichst zurückgewünscht hatte ("I missed the closeness of a live audience") - bereits zur gleichen lästigen Routine verkommen waren wie die Filme. Und im Gegensatz zu den Filmen sogar mit tödlichem Ausgang.

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15.10.2009 18:54 #754052 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis 75

aber trotzdem mumpitz...

Du findest es also Mumpitz, dass Elvis ein gefallsüchtiger Typ war, der Konflikten und klaren Standpunkten geflissentlich aus dem Weg gegangen ist und lieber jedem erzählt hat, was der gerne hören wollte? Du findest es also Mumpitz, dass die Erzählungen der Zeitzeugen in weiten Teilen von persönlichem Empfinden gefärbt sind? (Das ist übrigens nicht nur bei Elvis so, sondern ein generelles "Problem" von Erinnerungen, wird Dir jeder Psychologe bestätigen!)

Gut, dann ist das halt alles Mumpitz... :null:

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