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Elvis: Young Man With The Big Beat
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In den 50ern nicht, in den 30ern hingegen schon. Doch dann vermischten sich die Spielarten und es hat keinen mehr interessiert. Gesellschaftliche Auswirkungen, was Rassismus/Rassentrennung betraf, hatte das nicht.Andersrum wird doch ein Schuh draus: gesellschaftlich akzeptiert war höchstens Jazz mit seinen diversen Unterformen. Darüber hinaus dürfte Jazz mit seiner der europäischen Klassik entlehnten Instrumentierung in den 50ern vermutlich weniger als "schwarz" empfunden worden sein, als der Blues oder R'n'B.
Das war doch nach wie vor Teenager-Kram und hat nicht wirklich interessiert. Schreibst Du ja selbst:Doch genau das ist ihm und anderen Vertretern dieser "neuen" Musik gelungen. Natürlich geschah das nicht über Nacht im Jahre 1956 - dafür galt er noch viel zu sehr als Bürgerschreck und / oder Teenageridol, das man nicht ernst nimmt - aber nur wenige Jahre später waren die Charts voll von Künstlern deren Wurzeln im Rock'n'Roll lagen und Vegas hatte er '69 auch erobert, wenn das der Maßstab sein sollte.
Weil deren Meinung in den 50ern auch so relevant war bezüglich dessen, was weite Teile der Gesellschaft akzeptierten.
Benny Goodman hingegen hat die schwarze Musik tatsächlich quasi über nacht salonfähig gemacht, mit seinem berühmten Konzert in der Carnegie-Hall. Und damals gab es noch keinen speziellen Teenager-Markt.
Ich finde, da überschätzt Du Musik gewaltig.Rassismus ist hingegen eine andere Baustelle. Dieser findet in den Köpfen der Menschen statt und da hat Musik ihren Beitrag geleistet, dass dieser teilweise abgebaut wurde. Wer Musik liebt, die offensichtlich "schwarz" ist, kann im Normalfall Farbige nicht verachten.
Wenn der R'n'B damals auch verpönt war, so heißt das ja lange nicht, dass Weiße diese Musik nicht konsumierten. Er galt halt nur als etwas schmuddelig. Und zu Zeiten eines Elvis Presley stufte man diese Musik sogar als jugendgefährdend ein, weil man - wie heute noch üblich - wieder mal irgendeinen Grund für gelegendliche Auswüchse der Jugend suchte, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen.
Die Bürgerrechtsbewegungen der 60er mit dem Rock'n'Roll oder gar mit Elvis in Verbindung zu bringen, halte ich ich ehrlich gesagt für etwas tollkühn.
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Benny Goodman hat wilden schwarzen Swing gespielt. Die Musik braucht sich hinter dem Rock'n'Roll nun wirklich nicht zu verstecken.Benny Goodman hat natürlich beinharten R+R für junge Leute in Vegas gespielt.Damals waren kaum Leute über 25 Jahren im Publikum.Alle in Lederjacken u. Jeans. Toller Hecht dieser Benny der alte Rocker.Ich liebe seine Songs mit nur 2 Musikern.
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Darüber hinaus dürfte Jazz mit seiner der europäischen Klassik entlehnten Instrumentierung in den 50ern vermutlich weniger als "schwarz" empfunden worden sein, als der Blues oder R'n'B.
äh, jetzt muss ich doch mal nachfragen: welche instrumente im jazz wurden denn aus der europäischen klassik entlehnt? die blechbläser? das schlagzeug? die elektrisch verstärkte gitarre?
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äh, jetzt muss ich doch mal nachfragen: welche instrumente im jazz wurden denn aus der europäischen klassik entlehnt? die blechbläser? das schlagzeug? die elektrisch verstärkte gitarre?
Trompeten, Klavier, Klarinetten, Querflöten, Posaunen, ... was man in einer Big Band eben so vorfinden kann.
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In den 50ern nicht, in den 30ern hingegen schon. Doch dann vermischten sich die Spielarten und es hat keinen mehr interessiert. Gesellschaftliche Auswirkungen, was Rassismus/Rassentrennung betraf, hatte das nicht.
Dein Vergleich mit den 30ern hinkt aber in einem Punkt gewaltig. Medien wie TV und Radio konnten in einem Umfang Zuschauer- und Zuhörerschichten in den 50ern erreichen, wie das in den 30ern noch nicht möglich war.
Ich finde, da überschätzt Du Musik gewaltig.
Ich behaupte auch nicht, dass die Musik hier alleine etwas erreicht hat, aber ich glaube, dass sie mitgeholfen hat, Rassenschranken einzureißen und zwar in einer völlig anderen Dimension als das in den 30ern möglich war.
Das war doch nach wie vor Teenager-Kram und hat nicht wirklich interessiert. Schreibst Du ja selbst:
Das gilt für Mitte der 50er. Nicht für die Zeit 10 oder 15 Jahre später.
Benny Goodman hingegen hat die schwarze Musik tatsächlich quasi über nacht salonfähig gemacht, mit seinem berühmten Konzert in der Carnegie-Hall. Und damals gab es noch keinen speziellen Teenager-Markt.
Naja. Ein Konzert (einschließlich Radioübertragung) in dem liberalen New York macht noch keinen Sommer und ist sicher nicht vergleichbar mit der Massenhysterie, die der Rock'n'Roll dank Massenmedien entfachen konnte - und zwar nicht nur für ein Konzert.
Die Bürgerrechtsbewegungen der 60er mit dem Rock'n'Roll oder gar mit Elvis in Verbindung zu bringen, halte ich ich ehrlich gesagt für etwas tollkühn.
Natürlich nicht direkt. Aber die Tatsache, dass die Belange der Farbigen ab Anfang der 60er auch weit in weiße Bevölkerungsschichten hinein ein Thema waren, könnte durchaus auch auf die Popularisierung "schwarzer" Musik in den 50ern zurück zu führen sein.
Wie gesagt, nicht ausschließlich. Die farbigen Soldaten, die im WK II genauso ihr Leben für das Vaterland ließen wie die weißen, die Autoren der Harlem Renaissance, die in den 20ern und 30ern ein Bewusstsein der eigenen Identität bei den Farbigen geschaffen haben, der Wohlstand nach dem WK II, der es erlaubte den Blick jenseits von grundlegender Bedürfnisbefriedigung zu richten, all das und vieles mehr hat sicher ebenfalls die Grundlagen für die Bürgerrechtsbewegung geschaffen. Jedoch glaube ich, dass der Rock'n'Roll sein Scherflein dazu beigetragen hat.
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Klar, der Unterschied liegt natürlich in der Geschwindigkeit.Dein Vergleich mit den 30ern hinkt aber in einem Punkt gewaltig. Medien wie TV und Radio konnten in einem Umfang Zuschauer- und Zuhörerschichten in den 50ern erreichen, wie das in den 30ern noch nicht möglich war.
Es hat sich im Zuge der Rock'n'Roll-Welle niemand gegen den Rassismus aufgelehnt - nicht die Schwarzen, nicht die Weißen. Das alles war kein Thema. Elvis-Konzerte waren weiße Angelegenheiten. In der ersten landesweiten Rock'n'Roll-Fernsehshow "American Bandstand" durften nur weiße Teenies tanzen usw..Ich behaupte auch nicht, dass die Musik hier alleine etwas erreicht hat, aber ich glaube, dass sie mitgeholfen hat, Rassenschranken einzureißen und zwar in einer völlig anderen Dimension als das in den 30ern möglich war.
Na ja, Fernsehen war noch kein Thema und es gab auch noch keinen Teenager-Markt, der ständig gefüttert wurde. Es gab aber immerhin eine Schallplatte von dem Konzert.Und man sollte die Tanzwut, die der schwarze Swing entfacht hat nicht unterschätzen. Es gibt da zahlreiche Filme.Naja. Ein Konzert (einschließlich Radioübertragung) in dem liberalen New York macht noch keinen Sommer und ist sicher nicht vergleichbar mit der Massenhysterie, die der Rock'n'Roll dank Massenmedien entfachen konnte - und zwar nicht nur für ein Konzert.
Aber es ist eben auch so, dass weder Benny Goodman noch Elvis irgendwelche gesellschaftlichen Annährungen der beiden Bevölkerungsgruppen ausgelöst haben. Im Nachhinein lässt sich das natürlich schnell romantisch verklärend betrachten.
Das sehe ich überhaupt nicht so. Wie meinst Du das? So nach dem Motto: "Hach, die Schwarzen machen so schöne Musik, jetzt müssen wir mal was tun, und dass die Musik so klasse ist, wussten wir ja gar nicht"?Natürlich nicht direkt. Aber die Tatsache, dass die Belange der Farbigen ab Anfang der 60er auch weit in weiße Bevölkerungsschichten hinein ein Thema waren, könnte durchaus auch auf die Popularisierung "schwarzer" Musik in den 50ern zurück zu führen sein.
Wie gesagt, nicht ausschließlich. Die farbigen Soldaten, die im WK II genauso ihr Leben für das Vaterland ließen wie die weißen, die Autoren der Harlem Renaissance, die in den 20ern und 30ern ein Bewusstsein der eigenen Identität bei den Farbigen geschaffen haben, der Wohlstand nach dem WK II, der es erlaubte den Blick jenseits von grundlegender Bedürfnisbefriedigung zu richten, all das und vieles mehr hat sicher ebenfalls die Grundlagen für die Bürgerrechtsbewegung geschaffen.
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Klar, der Unterschied liegt natürlich in der Geschwindigkeit.
Nicht nur. Die Reichweite war eine andere.
Es hat sich im Zuge der Rock'n'Roll-Welle niemand gegen den Rassismus aufgelehnt - nicht die Schwarzen, nicht die Weißen.
Darum geht es auch nicht. Es behauptet niemand, dass Rock'n'Roll Platten oder Rock'n'Roll Konzerte Demonstrationen gegen die Rassendiskriminierung waren. Das war der WK II auch nicht, dennoch bestreitet niemand seinen Einfluss im Hinblick auf das Selbstverständis der Farbigen. Hier geht es um einen Prozess, der mitangestossen wurde. Nicht um den Urknall, der alles in Gang setzte.
Elvis-Konzerte waren weiße Angelegenheiten. In der ersten landesweiten Rock'n'Roll-Fernsehshow "American Bandstand" durften nur weiße Teenies tanzen usw..
Eben. Darum geht es ja. Die Afro-Amerikaner brauchten den Rock'n'Roll sicher nicht, damit er ihnen "schwarzes" Lebensgefühl näher bringt.
Na ja, Fernsehen war noch kein Thema und es gab auch noch keinen Teenager-Markt, der ständig gefüttert wurde. Es gab aber immerhin eine Schallplatte von dem Konzert.
Ja natürlich, aber es ist doch jetzt wirklich nicht von der Hand zu weisen, dass es die Massenmedien entweder noch gar nicht gab oder wie das Radio noch in den Kinderschuhen steckte. Glaubst Du, dass Elvis ohne die Massenmedien einen solchen Erfolg gehabt hätte? Ich glaube das nicht.
Aber es ist eben auch so, dass weder Benny Goodman noch Elvis irgendwelche gesellschaftlichen Annährungen der beiden Bevölkerungsgruppen ausgelöst haben. Im Nachhinein lässt sich das natürlich schnell romantisch verklärend betrachten.
Sowas lässt sich immer nur im Nachhinein analysieren.
Das sehe ich überhaupt nicht so. Wie meinst Du das? So nach dem Motto: "Hach, die Schwarzen machen so schöne Musik, jetzt müssen wir mal was tun, und dass die Musik so klasse ist, wussten wir ja gar nicht"?
Nein. Eine Annäherung an "schwarze Kultur" über bzw. durch die Musik, die eher ein Nebenprodukt war, aber keine bewusste Entscheidung und damit einhergehend der Nährboden für ein Verständnis in der weißen Bevölkerung von Sorgen und Nöten der Farbigen mitbereitete, die dann in den 60ern der Bürgerrechtsbewegung in die Karten spielte.
Nochmal: diese Ehre gebührt ganz sicher nicht der Musik alleine, aber eben auch.
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Gerade gefunden:
<a href=' www.n-tv.de/leute/musikundfilm/Lebt-Elvi...-article4462816.html ' target='_blank'> www.n-tv.de/leute/musikundfilm/Lebt...cle4462816.html
...die EP ist erst heute angekommen, aber immerhin sie ist angekommen !!
<a href=' img.xrmb2.net/481065 ' target='_blank'><!--aimg--><a href=' img.xrmb2.net/481065.jpg ' target='_blank'>
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