Die große Soundtrack Revue

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21.07.2003 18:36 #143376 von Manhattoe
Die große Soundtrack Revue wurde erstellt von Manhattoe
Anlässlich meines 500. Postings (schmunzelt nur selbstgefällig, Ihr Königsmännchen und Mafiosi) verspürte ich den Drang, nach langer Zeit mal wieder "Flaming Star" zu hören. Ich blieb dann im Double Feature Nr. 1 hängen, und in der Folge überkam es mich, und ich hörte mir letzte Nacht und an meinem heutigen Schreibtischtag ein DF nach dem anderen an. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, lauschte ich mich auch noch durch die übrigen fünf Soundtracks, die außerhalb dieser Reihe veröffentlicht wurden.

Grund genug (für mich zumindest), hier so kurz wie möglich meine Eindrücke dieser geballten Soundtrack-Session mitzuteilen, zumal jetzt alles noch in frischer Erinnerung ist und ich auch das eine oder andere Wort über ein paar relevante äääh ... alternative Releases verlieren werde.

Ich gehe der Übersichtlichkeit halber soweit es geht chronologisch vor. Vollständigkeit habe ich nicht im Sinn. In Klammern hinter dem Titel stehen die Releases, die ich mir in den letzten Tagen angehört habe, und auf die ich mich hier folglich beziehe.


<span style='color:black'><span style='font-size:19pt;line-height:100%'>LOVE ME TENDER</span> Jailhouse Rock/Love Me Tender (BMG, 1997)</span>

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Ich war noch nie ein Fan des Titelsongs, und ich konnte mich auch jetzt nicht richtig dafür begeistern. Die restlichen Songs sind allerdings deutlich schlechter. Nachdem Elvis gehofft hatte, in der anspruchsvollen Top-Produktion Rainmaker eine Rolle zu bekommen, müssen ihm spätestens die seichten Liedchen Let me, Poor boy und We're gonna move signalisiert haben, dass die Weichen seiner Hollywood-Karriere von Beginn an in eine andere Richtung gestellt waren.


<span style='color:black'><span style='font-size:19pt;line-height:100%'>LOVING YOU</span> Loving You (BMG, 1997)</span>

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Aber mit dem nächsten Film sah zunächst einmal alles ganz anders aus. Der Soundtrack ist großartig. Neben den großen Hits Teddy Bear und (Let's have a) Party wissen auch Mean woman blues und Got a lot o'livin' to do zu gefallen. In den Titelsong musste ich mich erst wieder reinhören, aber dank den Bootlegs von VIK und Radio Recorders wurde mir das sehr erleichtert. Ich bevorzuge nach wie vor die Uptempo-Version. Hot dog und Lonesome cowboy fallen etwas ab, aber jedes wirklich gute Album braucht auch ein paar schwächere Songs. Die o.a. CD enthält übrigens einige Songs, die nicht für den Film aufgenommen wurden.


<span style='color:black'><span style='font-size:19pt;line-height:100%'>JAILHOUSE ROCK</span> Jailhouse Rock/Love Me Tender (BMG, 1997)</span>

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Schon mit den ersten Akkorden von Jailhouse Rock fängt es so richtig an zu krachen. Der Titelsong ist nicht umsonst einer seiner größten Hits und ein Klassiker des Rock'n'Roll. Elvis bellt den Song mit einer Temperament heraus, das er seinen Fans, sehen wir einmal vom King Creole Album ab, erst über ein Jahrzehnt später wieder bieten sollte. Keiner der anderen Songs kann da noch mithalten, auch wenn es auf diesem abwechslungsreichen Soundtrack vor guten Nummern nur so wimmelt, z.B. Treat me nice, Young and beautiful und Baby, I don't care. Und: Elvis hat den Titelsong nie besser gesungen als bei seiner Erstaufnahme. Weder die rockigen 68 TV Special Versionen noch einige starke Performances aus den Jahren 1970 und 1971 kommen an das Original heran. Leider gibt es von Jailhouse Rock selber nur wenig outtakes (kennt jemand mehr als zweieinhalb?), von den anderen Songs umso mehr. Insbesondere empfehlenswert ist die randvolle CD The Jailhouse Rock Sessions des Czech Fan Club (Memory Label), da diese einen besseren Sound bietet als der gleichnamige Release von Radio Recorders.


<span style='color:black'><span style='font-size:19pt;line-height:100%'>KING CREOLE</span> King Creole (BMG, 1997)</span>

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Mit King Creole sollte es noch besser kommen. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich nicht nur um Elvis' besten Film, sondern auch um seinen stärksten Soundtrack. Neben der Titelnummer, die mir in beiden Version gleich gut gefällt (einmal mit, einmal ohne Bass Intro), legt Elvis in Hard headed woman richtig los. Im Instrumentalintermezzo wird bei diesem Song schon mal kurz abgejazzt, und bei Trouble, Dixieland rock und New Orleans kommt es noch schräger und fetter. Wenn man insbesondere die beiden zuletzt genannten Songs hört, ist es verwunderlich, dass Elvis nach eigenem Bekunden Jazz nicht mochte. Elvis singt die Songs unglaublich variantenreich und mit feinen Modulationen. Lässig balanciert er über die schwierigen Jazzharmonien (los Hunk, bestätige das umgehend!). Dennoch drückt er diesen Stücken seinen eigenen unverwechselbaren Stempel auf. Das Ergebnis ist eine Fusion aus Delta Jazz und Rock'n'Roll, und wann hat man das nach King Creole schon wieder überhaupt zu hören bekommen? Im Vergleich zum TV Special Opener fällt Trouble allerdings etwas dröge aus, und mir gefallen auch die coolen 73er Live Versionen besser als die Originaleinspielung. Elvis rauhe Stimme, die sowohl an das TV Special noch mehr aber an die American Sound Sessions erinnert (s. z.B. Power of my love, Long black limousine, und das "erkältete" Wearin' that loved on look), und die prominenten Bläser geben dieser Scheibe einen ganz einmaligen Sound. Aber Elvis kann in King Creole auch ganz anders. Das zeigen das butterweiche As long as I have you, das fast schüchterne Steadfast, loyal and true (obwohl: hat Elvis hier Probleme mit dem Tempo?) und Don't ask me why. Selbst die etwas schwächeren Nummer wie Lover doll (letztendlich nicht viel mehr als ein Aufguss des albernen Poor boy aus Love Me Tender) und Young dreams kommen hier sehr ordentlich heraus. Seien wir aber froh, dass der Film nicht, wie ursprünglich geplant, unter dem Titel "Danny" erschein. Das ist nämlich der einzige Gurkensong des Albums.
Leider gibt es nur wenige Outtakes aus King Creole. Die meisten findet Ihr auf dem o.a. Release, Hits Like Never Before (Essential Elvis, vol. 2) und auf der kryptischen Scheibe Rare and Unreleased (dort allerdings in mäßig bis schlechtem Sound).


<span style='color:black'><span style='font-size:19pt;line-height:100%'>G. I. Blues</span> G.I. Blues Coillector's Edition (BMG, 1997)</span>

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Auf seiner Abschiedspressekonferenz in Deutschland erwähnt Elvis, dass sich seine Ambitionen zukünftig darauf richten würden, ein guter Schauspieler zu werden. Sein erster Film nach der Armeezeit war aber kaum das Vehikel, um ihn auf diesem Weg voranzubringen. Mehr noch: nach dem furiosen Elvis is Back!-Album bekommt der Hörer auf dem G.I. Blues-Soundtrack kaum etwas zu hören, das Begeisterung hervorrufen könnte. Der Titelsong, Frankfort Special und Tonight's so right for love sind noch die besseren Nummern dieses schwachen Albums. Blue suede shoes hört sich aber an, als hätte Elvis in weniger als vier Wochen das Rocken verlernt. What's she really like, Pocketful of rainbows und Doin' the best I can sind zwar keine schlechten Songs, aber gut sind sie auch nicht. Wooden heart und Big boots triefen derart vor Schmalz, dass ich das Album damals zwangsläufig nass auf meinem Plattenspieler abspielen musste. Zum allem Überfluss steht Big boots am Beginn einer kleinen Tradition von süßlich-klebrigen Einschlaf- und Kinderliedchen, die Elvis in seiner späteren Karriere noch des öftern über's Celluloid schmieren durfte.
Fazit: von Top auf Flop. Man kann die mäßig-miese Qualität des Albums auf schlechte Studiobedingungen, unflexible Arbeitszeiten und Gewerkschaftszicken schieben, aber das Problem liegt woanders: G.I. Blues war von Anfang kalkuliertes Mittelmaß mit Massenappeal, aber das verkauft sich bekanntlich am besten.

<span style='color:red'>Weiter geht's bald mit dem ersten Double Feature: Flaming Star / Wild in the Country / Follow that Dream</span>

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21.07.2003 18:39 #143381 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Die große Soundtrack Revue
Eine grossartige Idee! :up: (Darf ich das überhaupt hier reinschrieben und die Kontinuität unterbrechen? :blush: Wirst Du den Thread Pea widmen? :rolling2: )

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21.07.2003 19:26 #143445 von Manhattoe
Manhattoe antwortete auf Die große Soundtrack Revue
Nein, natürlich Dir, Tanny. :rose:

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21.07.2003 19:44 #143459 von Anonymous
Anonymous antwortete auf Die große Soundtrack Revue
Na, Manhattoe, da hast du aber großartige Arbeit geleistet :up:
Mir fällt auf, dass du nicht auf "Schmalz" stehst, wenn du die Songs "Love me Tender" und "Loving You" eher negativ aburteilst. Obwohl ich ehrlich gesagt, die Studioversion von "Love me Tender" auch nicht besonders mag. Dagegen die Liveaufnahmen sehr.
Ich hätte eine Frage bzgl des Soundtracks "Loving You": Aus welchem Grund befinden sich Song wie z.b: It Is So Strange oder One Night Of Sin, die gar nicht für den Film aufgenommen wurden, auf dieser CD? Wollte man nur die Kapazität voll ausnutzen? Das kann es ja eigentlich nicht sein, da sämtliche Soundtrackalbum eine sehr geringe Laufzeit haben.
Oder waren auf der damaligen LP diese "Extrasongs" noch nicht mit drauf?

@ Manhattoe: Finde ich super, dass du anläßlich deines "Flaming Stars" einen so schönen Thread eröffnest. Das bleibt natürlich unter uns, dass du ohne mich nicht so schnell ein Sternchen mehr bekommen hättest. ;)

@ Tanny: Natürlich widmet er mir diesen Thread und nicht dir. :clown:

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21.07.2003 19:55 #143471 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Die große Soundtrack Revue

Ich hätte eine Frage bzgl des Soundtracks "Loving You": Aus welchem Grund befinden sich Song wie z.b: It Is So Strange oder One Night Of Sin, die gar nicht für den Film aufgenommen wurden, auf dieser CD? Wollte man nur die Kapazität voll ausnutzen? Das kann es ja eigentlich nicht sein, da sämtliche Soundtrackalbum eine sehr geringe Laufzeit haben.
Oder waren auf der damaligen LP diese "Extrasongs" noch nicht mit drauf?

Ich würde sagen, das damalige LOVING YOU Album vertrat noch nicht wirklich die Soundtrack-Album-Idee. So fand man auf dieser LP die Songs aus dem Film auf der A-Seite und auf der B-Seite waren eben reguläre Studioaufnahmen aus dieser zeit, u.a. auch "Don't Leave Me Now", das ursprünglich in Jailhouse Rock zu hören war. Hier auf dem Loving You Album finden wir aber eine andere Version, aus einer anderen Aufnahmesession und sogar in anderer Tonart gesungen.
Womöglich hatte man sich damals bei Veröffentlichung der LOVING YOU LP noch nicht wirklich dem Soundtrack-Album-Konzept verschrieben. Die Songs aus dem Film waren auch nicht unbedingt nur typische Filmsongs. Man kann eher sagen, dass der Film um sie herum gebaut wurde, während speziell in den 60er Jahren Autoren den Auftrag erhielten bestimmte Songs passend zu einer bestimmten Szene oder zu einem Thema zu schreiben.

"One Night Of Sin" gab es auf dem Original-LOVING-YOU-Album nicht. Erst auf der CD Veröffentlichung aus dem Jahre 1997 mit Bonussongs war auch dieses "One Night Of Sin" zu finden. Im Unterschied zur ursprünglichen LP, die 7 Filmsongs auf der A-Seite hatte und durch fünf Studionummern auf Seite B ergänzt wurde, hatte die angesprochene CD insgesamt 20 Tracks.

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21.07.2003 20:07 #143485 von Big Hunk
Big Hunk antwortete auf Die große Soundtrack Revue

So fand man auf dieser LP die Songs aus dem Film auf der A-Seite und auf der B-Seite waren eben reguläre Studioaufnahmen aus dieser zeit, u.a. auch "Don't Leave Me Now", das ursprünglich in Jailhouse Rock zu hören war. Hier auf dem Loving You Album finden wir aber eine andere Version, aus einer anderen Aufnahmesession und sogar in anderer Tonart gesungen.

Echt? Die Version kenne ich nicht. :null:

Die Februar-Version war ja auf der LP, im April nahm er für Jailhouse Rock dann eine andere Fassung auf, aber m. W. waren alle in C-Dur, oder irre ich hier?

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21.07.2003 20:21 #143500 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Die große Soundtrack Revue
Wenn Du das sagst wird es stimmen. Ich habe im obigen Text ohnehin den zeitlichen Ablauf verdreht.

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21.07.2003 22:37 #143603 von Manhattoe
Manhattoe antwortete auf Die große Soundtrack Revue

Mir fällt auf, dass du nicht auf "Schmalz" stehst, wenn du die Songs "Love me Tender" und "Loving You" eher negativ aburteilst.

In der Tat stehe ich nicht auf Schmalz, aber aburteilen wollte ich weder Love me tender noch Loving you.

Aber ich finde es gibt schönere Love Songs von Elvis, und einige davon sind sogar etwas schmalzig.

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21.07.2003 22:50 #143609 von Anonymous
Anonymous antwortete auf Die große Soundtrack Revue

In der Tat stehe ich nicht auf Schmalz, aber aburteilen wollte ich weder Love me tender noch Loving you.

Aber ich finde es gibt schönere Love Songs von Elvis, und einige davon sind sogar etwas schmalzig.

Worauf du mich gerade an einen neuen Thread erinnert hast, den ich schon immer mal eröffnen wollte.

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21.07.2003 22:55 #143611 von Manhattoe
Manhattoe antwortete auf Die große Soundtrack Revue
Na nur zu. Ich bin gespannt.
Wie soll das Kind denn heißen?

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