Elvis' Livealben

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09.12.2009 19:59 #760689 von DumbAngel
Elvis' Livealben wurde erstellt von DumbAngel
Ich hab in letzter Zeit mal in alle zu Elvis' Lebzeiten veröffentlichten Livealben und "Elvis in concert" (weil das für mich auch irgendwie als offizielles Album zählt) reingehört und mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht.

Meiner Meinung nach is das beste Livealbum "In Person", sehr dicht gefolgt von "On stage". Ich würde allerdings auch nichts dagegen sagen, wenn jemand "On stage" als das beste bezeichnet.
Den Sound von "In person" mag ich sehr, kann allerdings nicht beschreiben, was es ist. Alle '69er Liveveröffentlichungen, die ich kenne, klngen anders. "Suspicious minds" von diesem Album ist die geilste Version dieses Songs, die ich je gehört habe. Nur mit "Words" hab ich immer so meine Probleme. Ich mag das Lied nicht so gerne, hab zwar auch kein großes Problem damit, aber es is für mich halt nur Füllmaterial.
"On stage" ist qualitativ auf der selben Ebene wie "In person" und zeigt Elvis' neue Seite (z.B. "The wonder of you") im direkten Vergleich mit seinem klassischen Sound ("See see rider"). Mit diesem Album war Elvis vollends wieder ein aktueller Künstler, während "In person" ja viele Oldies drauf hatte.

Das MSG-Album is für mich schwer einzuordnen, denn es ist sehr dynamisch und bringt einigs an neuen Songs in Elvis' Livereportoire. Es ist auch das erste komplette Konzert, welches man hören konnte und ein Andenken an einen legendären Rekord. Andererseits ist mir der Oldiesblog zu lieblos gesungen, wie Elvis das ja zu dieser Zeit schon regelmäßig machte. Ich hätte mich über ein paar aktuellere Sachen gefreut. "Teddy bear/Don't be cruel" hätte an imo streichen können. "Hound dog" mit dem neuen Intro kommt dagegen sehr cool. Eine weitere Sache ist Elvis' Gesang. Irgendwie klingt er hier deutlich schwammiger als auf jedem anderen seiner Liveplatten. Rockt dagegen aber besser als die folgende Scheibe.

"Aloha from Hawaii" ist DAS legendärste Livealbum von Elvis und vielleicht sogar des 20. Jahrhunderts. Qualitativ hat es einige Highlights, aber leider auch Schwachpunkte, nämlich die Oldies wie "Hound dog" "Blue suede shoes" "Long tall Sally"/"Whole lotta shakin'..." und auch "A big hunk o love" klang live schonmal deutlich besser, wie wir heute wissen. Auch "Suspicious minds" wird bei mir regelmäßig weggedrückt. Guckt man sich aber mal die Trackliste an, bekommt man doch einiges geboten. Auch großartige Leistungen wie z.B. "What now my love". Gesamt denke ich, dass das Abum bzw. das Konzert dem Anlass größtenteils gerecht wurde. Nur bei den Rockstücken hätte er vielleicht ein bsschen mehr geben müssen. Bei den beiden Eröffnungsnummern hats doch auch geklappt. Man merkt an eingen Punkten auch, dass seine Stimme etwas überarbeitet war. Nur ein paar Wochen später musste er ja sogar mitten in einem Konzert die Bühne verlassen, weil er Probleme mit seinem Instrument hatte. Nicht auszudenken was wäre, wenn dies beim Alohakonzert passiert wäre.

Das Memphisalbum zeigt für mich von allen Alben am besten, was die Elvis Presley-Show der 70s ausmachte. Wieder bekommen wir vieles noch nicht gehörtes und alles in allem sind die Darbietungen sehr gut imo, selbst das Rockmedley zieht gut.. Elvis' Stimme klingt deutlich gereift. Die Jugend in den hohen Lagen ist verschwunden, dafür klingt er sehr stark und durchdringend in seiner normalen Lage. Ich mag diesen Klang sehr gerne. Ich bin auch sehr von der Grammy gewinnenden Version von "How great thou art" beeindruckt. Was er in noch späteren Jahren damit immer ablieferte mag ich nicht, auch wenn ich zugebe, dass es wahrscheinlich sehr beeindruckend war, wenn man im Konzertsaal saß/stand. Einziger, aber auch großer Nachteil ist der künstliche Applaus. Der wäre echt nicht nötig gewesen.
Auch wenn das hier icht so ganz reinpasst, aber ich erinnere mich, als die FTD angekündigt wurde, gehört zu haben, dass das Konzert auf Elvis' Wunsch irgendwie auf eine spezielle Weise aufgenommen wurde. Ich glaube es hatte irgendwas mit Mikroplatzierungen zu tun oder so. Was war das denn genau?

Und zu guter letzt, da wo es auch hingehört, das "Elvis in concert"-Album. Autsch !! Nicht nur, dass Elvis deutlich am Ende war und die neuen Musikspuren dem Ganzen auch noch einen künstlichen Sound verleihen, man musste auch dauernd diese Fankommentare mit reinbringen. Gut, Elvis selber war nicht in der Lae irgendwas mit Sinn auf der Bühne zu erzählen, aber hätte es nicht ne andere Möglichkeit gegeben? "My way" und "That's allright" sind die einzigen Stücke, die man sich imo mal wirklich anhören kann. Manche Leute finden diese "My way"-Version sogar besser, als die beim Hawaiikonzert. Ich finde dagegen die einsame Violine (oder isses sogar ne Viola? Ich habs gerade nicht mehr im Kopf) beim '73er Auftritt so schön, dass ich mich für jene Darbietung entscheiden würde.
Mit den ganzen Bonussongs hat man vielleicht versucht, mit Quantität das wettzumachen, was die Qualität nicht hergab, aber wirklich geschafft hat man es nicht. "Little sister" klingt zwar ok, aber eben nicht unbedingt eines Elvis Presley würdig.

Vielleicht interessiert ja jemanden meine Einschätzung.

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09.12.2009 19:59 #760700 von Danke / Thanks
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09.12.2009 20:42 #760701 von Vincent-The-Falcon
Vincent-The-Falcon antwortete auf Elvis' Livealben
"In Person" rockt tatsächlich ziemlich hart. Finde ich auch. Ich würde diese LP als die roheste Aufnahme bezeichnen. "Words" ist meinem Empfinden nach etwas zu schnell gespielt und würde gewinnen, wenn es langsamer wäre. Aber ich finde das auch sehr ok. Eine Platte, die einem die Tatsache schmerzlich vor Augen führt, dass man diesen Typen nicht mehr live sehen kann.

Die "On Stage" ist in meinen Augen eine Platte der Anbiederung und man kann ihr zurecht die "Las Vegasierung" des Herrn Presley vorwerfen. Die Engelbert-Schmonzette "Release Me", gefolgt von "Sweet Caroline" und "Runaway" ist einfach zu viel des Guten. "The Wonder Of You" ist super und ""PSA" auch. Katastrophe ist "Yesterday". Rocken tut "Proud Mary", "Walk A Mile In My Shoes" und - obwohl auch ein zweifelhaftes Cover - "Let It Be Me". Ich mag "On Stage" trotzdem, aber vor allem "Release Me", "Caroline" und "Yesterday" sind Schrott.

Mit der "MSG" bin ich glaube ich noch nie so richtig warm geworden. Sie ist schon gut, aber irgendwie kommt sie nicht so aus den Puschen.

"Aloha" ist einfach DIE Show. Schwächen, ok, aber großartige Versionen von "What now my love", "Fever", "You Gave Me A Mountain" und "Welcome To My World".

Die 74er Show ist glaube ich die Live-Platte, die ich am meisten gehört hab. Interessanterweise. Also wenn ich jetzt mal so auf Anhieb drüber nachdenke. Das Rock-Medley ist ungeschlagen. "How great thou art": Hammer. "Blueberry Hill" finde ich gut. "Lawdy Miss Clawdy" auch!

"Elvis in Concert" zähle ich nicht zu den Liveplatten zu Lebzeiten. Ich finde das eher so ein historisches Dokument, vielleicht auch gerade weil die LP so gemacht ist mit den Fankommentaren dazwischen.

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09.12.2009 21:23 #760721 von Maniac
Maniac antwortete auf Elvis' Livealben

....
Meiner Meinung nach is das beste Livealbum "In Person",

:ergeben: Danke. Bei mir herrschte von 1982 an bis Anfang oder Mitte der 90er ('93 glaube ich) mal richtig Flaute was Elvis anging, bis ich die In Person kaufte. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich meinem Vater mit dieser CD meine wieder aufgeflamme Elvismanie vorstellte und er diese Scheibe als viel zu schnell gespielt empfand, aber was soll's, seitdem bin ich wieder drauf. :grin:

sehr dicht gefolgt von "On stage". ....


Yes. :up:


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09.12.2009 23:56 #760733 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis' Livealben

Vielleicht interessiert ja jemanden meine Einschätzung.

Nicht nur das - ich teile sie sogar. :up:

"In Person" ist für mich die geilste Rock'n'Roll-Platte - nicht nur von Elvis, sondern generell. Die gereifte Stimme hat wesentlich mehr Power und Drive als in den 50ern, er singt mit einer Präzision und Perfektion, die ihresgleichen sucht, ohne dass ihm das Spielerische, die Leichtigkeit abgeht. Dazu das hammerharte, treibende und punktgenaue Spiel dieser unglaublichen Rhythmusgruppe Nie zuvor hat er so harT gerockT - leider auch nie wieder danach. Selbst "Are You Lonesome Tonight" ist purer Rock'n'Roll. Trotz der noch recht einfachen Produktionstechnik (Achtspur) klingt die Platte auch heute noch frisch und lebendig.

Bei "On Stage" zeichnet sich dann der weiitere Weg, die stilistische Erweiterung deutlich ab. Elvis singt nach wie vor voller Kraft und Elan, nur noch etwas gereifter. "The Wonder Of You" - eigentlich eine Edelschnulze - kommt mit soviel Herzblut daher, dass die Nummer dadurch zu einer Jahrhundert-Interpretation wird. Jedem anderen hätte ich es zudem übel genommen, wenn er Gilbert Bécauds Power-Chanson "Je T'Appartiens" zu einer Vegas-Schmonzette umfunktioniert hätte - aber Elvis darf das, seine Version ist einfach gnadenlos gut, alle anderen englischen Fassungen hingegen sind Frevel. Das einzige Manko der Platte ist Bob Lanning - nicht dass er schlecht spielt, aber Ronnie Tutt ist einfach Gott, Punkt. Hätte er hier an der Schießbude gesessen, wäre die "On Stage" für mich gleichauf mit "In Person".

Kurzer Einschub, auch wenn's nicht ganz hierher gehört, da quasi nur ein halbes Live-Album: "That's The Way It Is". "Patch It Up" ist hammerharter Rock'n'Roll für Erwachsene, keine Bubblegum-Mucke wie früher. Auch die anderen Live-Tracks sind Weltklasse. Nie mehr danach klang Elvis' Stimme so intensiv und hinreißend wie auf diesem Album. Wenn er jemals perfekt gesungen hat, dann hier.

Bei "Madison Square Garden" klingt Elvis wie ein Rennwagen mit angezogener Handbremse. Alle Nummern werden im Eiltempo runtergerotzt, der Gesang flach und müde. Die Oldies gehen einfach gar nicht, der Rest geht gerade so durch. Wirklich gelungen ist "For The Good Times".

Bei "Aloha" überstrahlt die Legende das tatsächlich Gewesene. Der Bombast-Faktor ist unfassbar, aber gut, gnadenlos gut. Die Balladen sind grandios, mir treiben sie jedesmal die Tränen in die Augen: "It's Over", "What Now My Love", "I'll Remember You" oder "I'm So Lonesome I Could Cry". Einen absoluten Hammer finde ich "Steamroller Blues". Die Rock'n'Roll-Nummern hingegen sind ein Kandidat für die Skip-Taste, bestenfalls zum Nebenbei-Hören. Mitreißen tun sie einen jedenfalls nicht mehr. "Suspicious Minds" ist kalter Kaffee. Wer nur dieses Konzert kennt, wird nicht verstehen, warum man den Mann im weißen Glitzeranzug mal den "King od Rock'n'Roll" genannt hat.

"Memphis" ist eine sehr gute Platte, durchaus. Mit "Lawdy Miss Clawdy", "Tryin' To Get To You" und "My Baby Left Me" drei engagiert gesungene 50er-Nummern in hörenswerter Interpretation mit ordentlich Rhythm'n'Blues-Feeling. Grandios. Das Rock'n'Roll-Medley hat Drive und ist vor allem sehr gut gespielt, das macht Laune. "How Great Thou Art" letztmalig ohne die gezwungene und meist verunglückte Opern-Einlage. Hörenswert. Zwei Dinge würde ich als Manko bezeichnen: Die nervigen Applaus-Fahrten und Duke Bardwell.

"Elvis In Concert" - die Platte hätte es nie geben dürften. Der traurige Abgesang eines Mannes, der mal der Größte war. Elvis war zu dem Zeitpunkt schon tot und wusste es nur noch nicht. "My Way" - wenn auch bei Aloha besser instrumentiert (die Violine, Hammer!), so hat die 77er Interpretation aber die größtmögliche Tiefe. Die einzig brauchbare Aufnahme auf der gesamten Platte. "And now, the end is near" - ja, der Mann wusste, wovon er sang.

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10.12.2009 06:32 #760736 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis' Livealben
Drei oder vier Dinge, die ich nicht verstehe bisher:

1. Suspicious Minds auf In Person die beste Version? Die Aloha-Version dagaygen wird weitergeskippt? Ich glaube, ich habe noch nie eine 69er Version von "Minds" durchgehört. Die sind nun wirklich langweilig. Hätte ich es gesehen, wär's was anderes. Aber anzuhören? :sick: Wird immer weiter geskippt. :up: Words dagegen finde ich gar nicht mal so schlecht, musste ich unlängst feststellen. Besser als die Bee Gees Version allemal. Es hat Soul.

In Person rockT natürlich hart, was gar nicht geht ist "Can't Stop Loving You". Das kann ich erst ab 72 hören.

2. MSG kommt schlecht weg? Eines meiner frühen Lieblingsalben, weil ich es für ein On Tour-Konzert hielt (s. Cover), obwohl ich "Rider" vermisste. Oldies lieblos gesungen? Kann ich ebenso wenig nachvollziehen wie bei Aloha. Proud Mary, Never Been To Spain, Polk Salad sind ebenso Höhepunkte wie "Lovin' Feelin'", Impossible Dream und "Can't Stop".

3. Vince Äußerungen zu On Stage sind mir unverständlich. Das hart rockende Release Me: Göttlich. Die allgemeine Affinität zu Wonder of You kann ich ebenso wenig nachvollziehen wie die zu Can't Help Falling in Love (Studio). Ich weiß noch, wie ich On Stage zum ersten Mal hörte. Es haute mich absolut um, dass das Elvis sein sollte. Walk A Mile ist vermutlich der Titel, der mich am meisten begeisterte. Und Let It Be Me. Wobei ich mich wunderte, dass er das Konzert nicht mit "Can't Help" abschluß.

4. Aloha habe ich immer als toll empfunden, aber es begeistert mich nur zeitweise und sehr bedingt. S'picious Minds ist für mich die definitive Live-Version, alleine schon wegen dem "No - not much..."-Einwurf und dem längeren Intro.

5. Die Abneigung ggü. In Concert kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man das Special nicht gesehen hat - und das hatte zumindest ich seinerziet nicht - wie auch? - ist es gar keine so schlechte Platte, wie man annehmen könnte. Als Kind LIEBTE ich I Got A Woman. Hurt, How Great Thou Art, "Mountain", Jailhouse Rock, Hound Dog - einfach geiler Hunka Hunka Burning Love-Elvis. Die Umstände einmal außen vor gelassen.

Ich teile die Begeisterung für "On Stage in Memphis". Für mich sein wohl stärkstes Live-Album, da rundum gelungen. Bedaure etwas, dass hier "Help Me" noch nicht erwähnt wurde. Teilt sich den ersten Platz mit In Person. Schön finde ich den Hinweis auf den Sound bei In Person. Der hat wirklich was, was sonst keine 69er Aufnahme bietet.

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10.12.2009 09:40 #760739 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis' Livealben

Suspicious Minds auf In Person die beste Version? Die Aloha-Version dagaygen wird weitergeskippt? Ich glaube, ich habe noch nie eine 69er Version von "Minds" durchgehört. Die sind nun wirklich langweilig. Hätte ich es gesehen, wär's was anderes. Aber anzuhören? :sick: Wird immer weiter geskippt. :up:

Ich finde die von 1970 am besten. Nicht so elendig lang, außerdem sind Tutt und Scheff da noch besser eingespielt und hauen in der Coda unglaubliches Zeugs raus.

Words dagegen finde ich gar nicht mal so schlecht, musste ich unlängst feststellen. Besser als die Bee Gees Version allemal. Es hat Soul.

Allerdings, ich finde die auch geil. Die von den Bee Gees ist schwul.

Oldies lieblos gesungen? Kann ich ebenso wenig nachvollziehen wie bei Aloha.

Findest Du wirklich, Songs wie "Hound Dog", "Blue Suede Shoes" oder das Teddy-Cruel-Medley sind bei den Konzerten mit Schmackes gesungen? Ich bitte Dich! Oder gar das schrecklich runtergenölte "Johnny B. Goode" aus Aloha, das geht gar nicht. Auf "In Person" gibt es meiner Ansicht die ultimative Fassung davon - da kann Chuck Berry kacken gehen.

Proud Mary

Geil gespielt, scheiße gesungen.

Polk Salad

Sorry, aber diese gehetzten späten Fassungen machen das Lied kaputt. Es ist eine saucoole Nummer, DIE saucoolste Nummer schlechthin, aber die ganze Coolness geht verloren, wenn man so dermaßen am Tempo zieht. Jede PSA-Version ab 1971 ist für mich ein Kandidat für die Skip-Taste.

Wobei ich mich wunderte, dass er das Konzert nicht mit "Can't Help" abschluß.

:devil:

Und mich wunderte, warum James Burton bei "Walk A Mile In My Shoes" am Ende ein Fade-Out spielt. :blush:

S'picious Minds ist für mich die definitive Live-Version, alleine schon wegen dem "No - not much..."-Einwurf und dem längeren Intro.

Der Einwurf ist geil, das stimmt. Aber der Rest? Einfach nur runtergerotzt.

Die Abneigung ggü. In Concert kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man das Special nicht gesehen hat - und das hatte zumindest ich seinerziet nicht - wie auch? - ist es gar keine so schlechte Platte, wie man annehmen könnte. Als Kind LIEBTE ich I Got A Woman. Hurt, How Great Thou Art, "Mountain", Jailhouse Rock, Hound Dog - einfach geiler Hunka Hunka Burning Love-Elvis. Die Umstände einmal außen vor gelassen.

Das "Hurt"-Gebrüll und das zur missglückten Mini-Operette verunstaltete "How Great Thou Art" fand ich als Kind auch noch faszinierend, aber mit dem Alter justiert sich doch der Geschmack irgendwann mal ein, oder? Und was bitte konntest Du dem kurzatmig vernuschelten Pseudo-Text "lamma-lamma-lamma-lamma-crash-boom-bang" bei "Jailhouse Rock" und dem Gegurgel bei "Hound Dog" abgewinnen? Der Mann war doch völlig im Off. Ich sage nur: "Hawaii-kutschi-kutschi."

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10.12.2009 10:02 #760741 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis' Livealben

Findest Du wirklich, Songs wie "Hound Dog", "Blue Suede Shoes" oder das Teddy-Cruel-Medley sind bei den Konzerten mit Schmackes gesungen?

Weißt du, ich glaube der Fehler besteht darin, stets die Jahrhundertaufnahmen aus den 50ern im Hinterkopf zu haben, ob bewusst oder unbewusst. Wenn bewusst, stell es ab. Wenn unbewusst, mach es bewusst und stell es ab. All Shook Up gefällt mir live fast besser als das Original. Von 1969-72 zumindest. "Teddy Cruel" finde ich ebenfalls cool. Blue Suede aus Aloha ist mit meine Lieblings-Liveversion. Von Love Me liebe ich die 72er bis 74er-Versionen. "Heartbreak" ist doch nicht schlecht. :null:

Ich nehm's einfach so, wie es ist, und schau, ob mir daran etwas gefällt. Auch die 76er Version von Hound Dog nehme ich so. Ist daran etwas, was mir gefällt? Nein.

Oder gar das schrecklich runtergenölte "Johnny B. Goode" aus Aloha, das geht gar nicht. Auf "In Person" gibt es meiner Ansicht die ultimative Fassung davon - da kann Chuck Berry kacken gehen.

Schon. Aber stell dir vor, Elvis hätte den Song in den 50ern aufgenommen (was er nicht hat, sehr wahrscheinlich wusste er auch, warum). Dann fände jeder die 69er Version zwar harT rockend, "aber doch irgendwie nicht so gut wie ..."

Geil gespielt, scheiße gesungen.

Proud Mary 72, einfach nur geil.

Sorry, aber diese gehetzten späten Fassungen machen das Lied kaputt. Es ist eine saucoole Nummer, DIE saucoolste Nummer schlechthin, aber die ganze Coolness geht verloren, wenn man so dermaßen am Tempo zieht. 

Absolut genial. Damit kannst du jeden Nicht-Fan bekehren. Dieses Speed Rock-mäßige, das auch noch ein bisschen funky ist, dazu das Killer-Bass-Solo und vor allem ohne das elendige Intro-Gesabbel... :sick:

was bitte konntest Du dem kurzatmig vernuschelten Pseudo-Text "lamma-lamma-lamma-lamma-crash-boom-bang" bei "Jailhouse Rock" und dem Gegurgel bei "Hound Dog" abgewinnen?

Es klingt einfach geil. Honka-Chonka Burnin' Love, Baby. :beifall:

Außerdem sind da ja nun noch ein paar andere feine Sachen drauf. Zum Beispiel hörte ich dort zum ersten Mal das zauberhafte And I Love You So. Oder das nicht minder zauberhafte, wenn auch leider etwas kurze "Really Don't Want To Know". Trying To Get To You. Wie lange war ich hinter dieser Version her, die irgendein Radiofritze mal zu irgendeinem Jubiläum direkt hinter dem Original spielte, um zu zeigen, wie Elvis' Stimme sich verändert hatte. Geil. Die musste ich haben.

Little Sister. Mann, das gab's doch sonst nicht live. Ich glaube, das hatte ich vor der Studioversion. Fairytale hat mich fasziniert, weil ich eine geheime Botschaft zu seinem Tod vermutete: "Story of my life..." Was meinte er damit? :denkedenke: Aber Spaß beiseite: My Way und Can't help Falling sind Killer-Versionen.

Also, "In Concert" ist schon irgendwo ein bisschen schlechter gemacht als es ist.

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10.12.2009 10:59 #760754 von Donald
Donald antwortete auf Elvis' Livealben

Weißt du, ich glaube der Fehler besteht darin, stets die Jahrhundertaufnahmen aus den 50ern im Hinterkopf zu haben, ob bewusst oder unbewusst. Wenn bewusst, stell es ab. Wenn unbewusst, mach es bewusst und stell es ab. All Shook Up gefällt mir live fast besser als das Original. Von 1969-72 zumindest. "Teddy Cruel" finde ich ebenfalls cool. Blue Suede aus Aloha ist mit meine Lieblings-Liveversion. Von Love Me liebe ich die 72er bis 74er-Versionen. "Heartbreak" ist doch nicht schlecht. :null:

Ich nehm's einfach so, wie es ist, und schau, ob mir daran etwas gefällt. Auch die 76er Version von Hound Dog nehme ich so. Ist daran etwas, was mir gefällt? Nein.


Schon. Aber stell dir vor, Elvis hätte den Song in den 50ern aufgenommen (was er nicht hat, sehr wahrscheinlich wusste er auch, warum). Dann fände jeder die 69er Version zwar harT rockend, "aber doch irgendwie nicht so gut wie ..."

Nein, nein, nein. Du kannst nicht einfach alles in Relation dazu setzen, wie etwas in den 50s geklungen hat oder geklungen hätte. Die rockiger gedachten (!) Oldies in Aloha gehen fast durch die Bank weg nicht. Hunk ist geil. Das ist aber auch das einzige. Meinetwegen gehen Blue Suede Shoes und Hound Dog irgendwie flockigrockig durch, ok. Aber sie wirken dermaßen wie Pflichtprogramm absolviert, dass ich sie in dieser Show einfach nicht als eigenständige Songs ernst nehmen kann.

Johnny B. Goode auf der Person kracht wie Sau. Das hätte er auch gerne in den 50 geil aufgenommen haben können. Trotzdem wäre diese 69er Version immer noch ein Hammer. Genauso wie Hunk auf Aloha geil ist und durchaus auch ebenso, wie ich der 77er Jailhouse Rock-Version was abgewinnen kann. Wobei ich mir bei der gewünscht hätte, sie von einem sagen wir 5 Jahre jüngeren Elvis gehört zu haben...

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10.12.2009 11:12 #760757 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis' Livealben

Weißt du, ich glaube der Fehler besteht darin, stets die Jahrhundertaufnahmen aus den 50ern im Hinterkopf zu haben, ob bewusst oder unbewusst.

Nein, bei mir gar nicht. Die 50er Versionen sind für mich Kult, aber musikalisch eher ungeschliffene Rohdiamanten, bis auf wenige Ausnahmen. 1969 haben wir einen völlig neuen Elvis, gereift, aber mit noch mehr Power. Da wusste er, was er tat und hat den 50er Songs ein völlig neues Gewand verpasst. Ab 1971 hat es ihn nicht mehr wirklich interessiert, was seine alten Songs anbetraf, zumindest nicht im Oldie-Block. Der 72er Blues-Einstieg zu "Hound Dog" ist noch das letzte an Originalität, das passiert ist. Ich ziehe aber bei den Live-Versionen der 50er Songs keine Vergleiche zu den 50ern, sondern zu den Live-Versionen untereinander.

"Heartbreak" ist doch nicht schlecht. :null:

Das stimmt allerdings, das bekam in den 70ern einen ganz neuen Charme, losgelöst vom genialen Original, das für mich ein Jahrhundert-Werk ist.

Schon. Aber stell dir vor, Elvis hätte den Song in den 50ern aufgenommen (was er nicht hat, sehr wahrscheinlich wusste er auch, warum). Dann fände jeder die 69er Version zwar harT rockend, "aber doch irgendwie nicht so gut wie ..."

Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das in den 50ern besser hinbekommen hätte.

Proud Mary 72, einfach nur geil.

Gespielt ja, aber dieser müde "ich-wichs-mir-jetzt-einen-auf-die Blue-Note"-Gesang passt nicht zur treibenden Musik.

Absolut genial. Damit kannst du jeden Nicht-Fan bekehren. Dieses Speed Rock-mäßige, das auch noch ein bisschen funky ist, dazu das Killer-Bass-Solo und vor allem ohne das elendige Intro-Gesabbel... :sick:

Klar, es ist genial gespielt und rockT wie Sau, aber es hat mit der Komposition und der Intention dahinter nichts mehr zu tun. Die Song-Idee wird zerstört.

Trying To Get To You.

Geht noch, ist mir aber auch zuviel Opern-Gebrüll drin.

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