Elvis: Young Man With The Big Beat

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27.07.2011 10:37 #841865 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

......
Jeder Amateur, der zum Spaß historische Aufnahmen restauriert, weiß doch, dass der allererste Arbeitsschritt darin besteht, die Laufgeschwindigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.
......

Wie überprüft man denn die Laufgeschwindigkeit? Braucht man dazu Referenzmaterial an denen man sich orientiert, oder hört man das durch "geschultes" hören?

Würde mich mal echt interessieren wie das gemacht wird.

Traurig das professionelle Firmen derart unprofessionelle Produkte auf den Markt bringen.
Dann noch zu solchen unverhältnismäßig hohen Preisen.

Aber die Qualität ihrer Produkte scheint den Firmen eh egal zu sein. Man investiert lieber in einer aufwendigen Verpackung, als in der sorgfältigen Bearbeitung des eigentlichen Produktes.

Sieht man ja an "On Tour" vom letztem Jahr - das Bild hätte deutlich besser sein können (der Ton wahrscheinlich auch) vom völlig überflüssigen PAL-Speedup mal ganz abgesehen - Hauptsache ein Booklet und ein extra Pappschuber ist dabei :down:

Naja, die "Young Man With The Big Beat" lasse ich jedenfalls ganz "big" im Verkaufsregal stehen.

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27.07.2011 11:47 #841870 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Wie überprüft man denn die Laufgeschwindigkeit? Braucht man dazu Referenzmaterial an denen man sich orientiert, oder hört man das durch "geschultes" hören?

Würde mich mal echt interessieren wie das gemacht wird.

Bei Musikaufnahmen von bekannten Stücken ist es ein Kinderspiel, man braucht bloß die Tonart des Songs zu überprüfen. Wie ich oben schon schrieb, "Paralyzed" ist in D-Dur. Wenn es auf der vorliegenden Aufnahme plötzlich in Cis-Dur (also einen Halbton zu tief) erklingt, muss man die Geschwindigkeit des Bandes so lange sanft erhöhen, bis es wieder sauber in D-Dur ist.

Wenn man die Tonart eines Songs nicht kennt, ist es etwas schwieriger, da braucht man ein geschultes Gehör. Wenn die Aufnahme z.B. genau in der Mitte zwischen E-Dur und F-Dur liegt, ist es schwer zu entscheiden, ob das Band jetzt nun einen Tick zu schnell oder zu langsam läuft. Aber auch das geht mit einem geschulten Gehör, und das sollte ein Toningenieur schon haben, sonst hätte er seinen Beruf verfehlt. Es wäre zu langatmig und auch nicht wirklich nachvollziehbar, wenn ich jetzt die Details erläutern würde, an denen man das letztendlich festmachen kann. Auf jeden Fall ist es für einen Profi möglich.

Schwierig wird es bei Aufnahmen ohne Referenztöne, also z.B. reine Sprachaufnahmen. Wirklich exakt kann man die nicht hinkriegen, man erzielt allenfalls einen Näherungswert. Je mehr man über die sprechende Person weiß, je mehr Vergleichsmaterial man hat, desto besser wird das Resultat. Wenn die Stimme unnatürlich klingt, zu schnell oder zu schleppend spricht, hört das aber auch ein Laie.


Wie auch immer, im vorliegenden Fall hätte das nicht passieren dürfen. Ich verfüge weder über das sog. "Absolute Gehör" noch über ein wirklich professionell geschultes und habe es trotzdem sofort gehört, dass das Ding zu langsam läuft. Dann muss es ein Profi, der von einem Weltkonzern mit der Restauration solcher Aufnahmen beauftragt wurde, erst recht merken. Da gibt es auch kein Pardon.

Sieht man ja an "On Tour" vom letztem Jahr - das Bild hätte deutlich besser sein können (der Ton wahrscheinlich auch) vom völlig überflüssigen PAL-Speedup mal ganz abgesehen - Hauptsache ein Booklet und ein extra Pappschuber ist dabei :down:

PAL-Speedup ist zwar überflüssig, lässt sich aber nicht verhindern, das liegt in der Natur der Sache. Die einzige Möglichkeit, dem PAL-Speedup zu entkommen: Einfach keine PAL-DVDs mehr kaufen, sondern die amerikanische NTSC-Ausgabe. Mache ich immer so und bin damit sehr glücklich. :adeal:

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27.07.2011 12:14 #841879 von Blues Boy
Blues Boy antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Die einzige Möglichkeit, dem PAL-Speedup zu entkommen: Einfach keine PAL-DVDs mehr kaufen, sondern die amerikanische NTSC-Ausgabe.

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27.07.2011 18:58 #841935 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Bei Musikaufnahmen von bekannten Stücken ist es ein Kinderspiel, man braucht bloß die Tonart des Songs zu überprüfen. Wie ich oben schon schrieb, "Paralyzed" ist in D-Dur. Wenn es auf der vorliegenden Aufnahme plötzlich in Cis-Dur (also einen Halbton zu tief) erklingt, muss man die Geschwindigkeit des Bandes so lange sanft erhöhen, bis es wieder sauber in D-Dur ist.

Wenn man die Tonart eines Songs nicht kennt, ist es etwas schwieriger, da braucht man ein geschultes Gehör. Wenn die Aufnahme z.B. genau in der Mitte zwischen E-Dur und F-Dur liegt, ist es schwer zu entscheiden, ob das Band jetzt nun einen Tick zu schnell oder zu langsam läuft. Aber auch das geht mit einem geschulten Gehör, und das sollte ein Toningenieur schon haben, sonst hätte er seinen Beruf verfehlt. Es wäre zu langatmig und auch nicht wirklich nachvollziehbar, wenn ich jetzt die Details erläutern würde, an denen man das letztendlich festmachen kann. Auf jeden Fall ist es für einen Profi möglich.

Schwierig wird es bei Aufnahmen ohne Referenztöne, also z.B. reine Sprachaufnahmen. Wirklich exakt kann man die nicht hinkriegen, man erzielt allenfalls einen Näherungswert. Je mehr man über die sprechende Person weiß, je mehr Vergleichsmaterial man hat, desto besser wird das Resultat. Wenn die Stimme unnatürlich klingt, zu schnell oder zu schleppend spricht, hört das aber auch ein Laie.


Wie auch immer, im vorliegenden Fall hätte das nicht passieren dürfen. Ich verfüge weder über das sog. "Absolute Gehör" noch über ein wirklich professionell geschultes und habe es trotzdem sofort gehört, dass das Ding zu langsam läuft. Dann muss es ein Profi, der von einem Weltkonzern mit der Restauration solcher Aufnahmen beauftragt wurde, erst recht merken. Da gibt es auch kein Pardon.



PAL-Speedup ist zwar überflüssig, lässt sich aber nicht verhindern, das liegt in der Natur der Sache. Die einzige Möglichkeit, dem PAL-Speedup zu entkommen: Einfach keine PAL-DVDs mehr kaufen, sondern die amerikanische NTSC-Ausgabe. Mache ich immer so und bin damit sehr glücklich. :adeal:

Zu dem Thema jenes hier (ich gehe davon aus, dass das "Original" hinlänglich bekannt ist):


<!-- YOUTUBE begin --><div align="center"><object width="425" height="350"><param name="movie" value=" www.youtube.com/v/snLe-f1g8IY&feature=related "></param><embed src=" www.youtube.com/v/snLe-f1g8IY&feature=related " type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350"></embed></object></div><!-- YOUTUBE end -->


Hier die Beschreibung des Youtube-Users:
It is incorrect that playback speed of "Robert Johoson's CD" is. This song was recorded at speeds of 74~5 rpm, not 78rpm. So this song is Key of A, not Bb (B), and he had played this song by National Reso-Phonic guitar (tri-cone?), not Gibson.

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27.07.2011 19:24 #841938 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Bei Musikaufnahmen von bekannten Stücken ist es ein Kinderspiel, man braucht bloß die Tonart des Songs zu überprüfen. Wie ich oben schon schrieb, "Paralyzed" ist in D-Dur. Wenn es auf der vorliegenden Aufnahme plötzlich in Cis-Dur (also einen Halbton zu tief) erklingt, muss man die Geschwindigkeit des Bandes so lange sanft erhöhen, bis es wieder sauber in D-Dur ist.

Erstmal abwarten. Erinnere ich mich richtig, hatten die doch bei den Studioaufnahmen mit dem Song schon Probleme. Wäre kein Ding, das ganze n Halbton tiefer zu spielen. Ob er Cis da schon kannte oder nicht (und ich bin mir recht sicher, dass Elvis das tat), spielt da keine Rolle, da er ja gar nicht Gitarre spielt bei dem Song. Natürlich wäre es ärgerlich, wenn das Band zu langsam ablaufen würde und die Verantwortlichen hätten n Scheiß drauf gegeben (is ja leider öfter so bei Presley-Produkten), aber ich würd erstmal abwarten, was letztendlich bei rauskommt. Kann auch an youtube liegen, schätze ich. Vielleicht gibts ja bald noch nen Hörausschnitt.

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27.07.2011 19:58 #841940 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Erinnere ich mich richtig, hatten die doch bei den Studioaufnahmen mit dem Song schon Probleme.

Ist mir neu. Welche Probleme denn bitte?

Wäre kein Ding, das ganze n Halbton tiefer zu spielen.

Doch. Cis-Dur ist nicht gerade eine Gitarren-Tonart. Ich weiß es zwar nicht sicher, aber auch Scotty hätte Probleme mit den Voicings haben können. Und für Elvis' Stimme liegt es in D-Dur optimal.

Ob er Cis da schon kannte oder nicht (und ich bin mir recht sicher, dass Elvis das tat), spielt da keine Rolle, da er ja gar nicht Gitarre spielt bei dem Song.

Im Studio nicht, aber beim Hayride hat er wohl eher mitgespielt. Wäre sonst ein bisschen dünn mit der Minimal-Besetzung. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, dass Elvis jemals - auch später - Cis-Dur gegriffen hätte. Der konnte doch eh nur die Bananen-Akkorde mit den offenen Saiten. Mir fällt überhaupt nur ein einziger Song in Cis-Dur ein, "Never Again", und da spielt er tatsächlich nicht mit. Äußerst unpopuläre Tonart in der Popmusik, da weicht man lieber auf C-Dur oder D-Dur aus.

Außerdem läuft die Aufnahme auch nicht in sauberem Cis-Dur, sondern für Cis-Dur leicht zu schnell. Liegt irgendwo zwischen Cis und D mit starker Tendenz zum Cis. Läuft also auf jeden Fall falsch, selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass sie es tatsächlich in Cis-Dur gespielt haben.

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27.07.2011 20:30 #841944 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Doch. Cis-Dur ist nicht gerade eine Gitarren-Tonart. Ich weiß es zwar nicht sicher, aber auch Scotty hätte Probleme mit den Voicings haben können. Und für Elvis' Stimme liegt es in D-Dur optimal.

Is nicht großartig schwer auf ner Gitarre. Man muss halt seine Barrés kennen. Aber dürfte einen Gitarristen eigentlich vor keine Probleme stellen.

Ist mir neu. Welche Probleme denn bitte?


Wie ich betonte bin ich mir da nicht sicher, denn ich habe Jörgensen's Buch nicht zur Hand. Ich meine jedoch, dass man es bei ner Session länger gespielt hat und am Ende immernoch nichts gutes bei rausgekommen war, so dass sie es bei ner anderen Session nochmal neu machten. Da muss aber jemand nachgucken, der das Buch griffbereit hat. Habe nur dunkel irgendwas im Hinterkopf


Im Studio nicht, aber beim Hayride hat er wohl eher mitgespielt. Wäre sonst ein bisschen dünn mit der Minimal-Besetzung



Also ich höre bei dem Beispiel nicht, dass er Gitarre spielt. Is ja auch durchaus normal gewesen, dass er nicht gespielt hat.


Der konnte doch eh nur die Bananen-Akkorde mit den offenen Saiten


Kleine Barrégriffe konnte er. Siehe "One night" (F#) oder "Are you lonesome tonight" (G als kleiner Barréakkord). Und auch das F war selbstverständlich im Repertoire.

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27.07.2011 20:42 #841948 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Is nicht großartig schwer auf ner Gitarre. Man muss halt seine Barrés kennen. Aber dürfte einen Gitarristen eigentlich vor keine Probleme stellen.

Nach oben transponieren geht immer, aber nach unten ist oft kritisch, je nachdem, welche Voicings man anwenden will.

Also ich höre bei dem Beispiel nicht, dass er Gitarre spielt.

Bei dieser miesen Aufnahme hört man eh nichts; die Frequenzen, die den Obertonbereich einer Akustik-Gitarre abdecken, fehlen doch komplett. Zumal die Gitarre damals nicht abgenommen wurde, sondern - mit viel Glück - ein bisschen mit ins Gesangsmikrofon gegangen ist.

Is ja auch durchaus normal gewesen, dass er nicht gespielt hat.

In den 50ern war es eher die Ausnahme, wenn er mal nicht mitgespielt hat.

Kleine Barrégriffe konnte er. Siehe "One night" (F#) oder "Are you lonesome tonight" (G als kleiner Barréakkord). Und auch das F war selbstverständlich im Repertoire.

Trotzdem wäre er bei Cis-Dur aufgeschmissen gewesen. Fängt schon bei der Tonika an, ich hätte mal zu gerne gesehen, wie er einen Cis-Dur-Akkord hätte greifen wollen mit seinen kleinen Barrés. Er konnte nur kleine E-Barrés greifen, womit F, Fis und G machbar sind, aber Cis-Dur geht da nicht wirklich.

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27.07.2011 21:00 #841950 von Circle G
Circle G antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Wie ich betonte bin ich mir da nicht sicher, denn ich habe Jörgensen's Buch nicht zur Hand. Ich meine jedoch, dass man es bei ner Session länger gespielt hat und am Ende immernoch nichts gutes bei rausgekommen war, so dass sie es bei ner anderen Session nochmal neu machten. Da muss aber jemand nachgucken, der das Buch griffbereit hat. Habe nur dunkel irgendwas im Hinterkopf

Da steht, dass sie es nicht fertig gebracht haben, den Song rhythmisch gut durchzuspielen, so dass sie später für den Master einen Splice verwendeten. Eine erneuten Versuch bei einer späteren Session gab es aber nicht.

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27.07.2011 21:02 #841951 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Elvis: Young Man With The Big Beat

Bei dieser miesen Aufnahme hört man eh nichts; die Frequenzen, die den Obertonbereich einer Akustik-Gitarre abdecken, fehlen doch komplett. Zumal die Gitarre damals nicht abgenommen wurde, sondern - mit viel Glück - ein bisschen mit ins Gesangsmikrofon gegangen ist.

Und genau deshalb ist es auch nicht auszuschließen, dass er sie gar nicht gespielt hat.

In den 50ern war es eher die Ausnahme, wenn er mal nicht mitgespielt hat.


Nö. Guck dir mal das Tupelokonzert an oder auch stumme Aufnahmen, in denen man die Gitarre oft genug an der Seite stehen sieht. Eine Gitarre umgeschnallt zu haben, heißt noch lange nicht, dass sie auch gespielt wird. Selbst bei seiner waist-up Sullivan Show hat er für die paar Sekunden "Heartbreak hotel" extra das Teil angelegt und dann kein einziges Mal etwas damit gemacht. Wenn du dir Zeitungsartikel aus der Zeit durchliest, wirste oft die Bemerkung finden, dass er seine Gitarre so gut wie gar nicht verwendet hat.


Trotzdem wäre er bei Cis-Dur aufgeschmissen gewesen.


Wie du meinen obigen Äußerungen entnehmen kannst, gehe ich auch davon aus, dass er sie überhaupt nicht spielt (egal in welcher Tonart)

Er konnte nur kleine E-Barrés greifen, womit F, Fis und G machbar sind, aber Cis-Dur geht da nicht wirklich


Bei ner Akustischen wirds schwer. Bei ner E-Gitarre hauts noch hin. Klingt halt nur nicht so schön in den oberen Lagen und als E-Griff wäre es ja im 10. mit dem Barré im 9.
Wenn man geschickt is im Abdämpfen von Saiten mit der Griffhand, kann man Cis auch offen spielen. Das klingt allerdings ganz blöd. Und sowas würde ich auch bei Elvis nicht vermuten



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