Fifth Time Around

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27.06.2011 21:21 #838417 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Fifth Time Around

Möglicherweise aber hat man so manche Kürzung bereits 1974 für die LP Veröff. vorgenommen.z.B.den FS von Help Me.

Du meinst, dass die Masterbänder damals bereits gekürzt wurden? Kann ich mir nicht vorstellen :null:

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27.06.2011 21:31 #838418 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Fifth Time Around
Der CD Titel hätte - das nur mal so nebenbei - heute auch meinem bisher letzten Toilettenbesuch seinen Titel geben können.

... with a barefoot ballad you just can't go wrong.

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27.06.2011 22:52 #838421 von Donald
Donald antwortete auf Fifth Time Around

Der CD Titel hätte - das nur mal so nebenbei - heute auch meinem bisher letzten Toilettenbesuch seinen Titel geben können.

Und? Klang er besser als die vier davor? :huh:

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28.06.2011 01:20 #838425 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Fifth Time Around
Nun, Audionics sind mir ja schon aus der Vergangenheit bekannt für CDs, die scheiße klingen. Und hier sind sie ihrem Ruf erneut gerecht geworden, denn auch diese CD klingt mal wieder unerträglich scheiße. Der einzige Unterschied zu früher ist, dass sie diesmal in ihrer Ankündigung halbwegs ehrlich geblieben sind.

Ehrlich deswegen, weil sie sagen, es sei ein Rough Mix. Ja, das kann sein. Und wenn es so ist, dann ein echt mieser. So ziemlich der mieseste, den ich je gehört habe. Und ich habe schon viele miese Rough Mixe gehört.

Nicht ganz, sondern nur halbwegs ehrlich ist die Ankündigung deswegen, weil die Aussage, die Aufnahme stammt von einem DAT (Digital Audio Tape), ziemlich verwirrend und an sich völlig wertlos ist. (Zur Erklärung: DAT - also Digital Audio Tape - ist eine Art Cassette mit einem Band, auf welches digital aufgenommen wird; das war in den 90ern professioneller Standard für Digital-Aufnahmen, bevor es sich durchsetzte, direkt auf Festplatte aufzunehmen.) Entscheidend ist nicht, dass den Bootleggern ein DAT vorlag; entscheidend ist einzig und allein, woher das kam, was auf dem DAT drauf ist. Und das war leider eine miese Quelle, klingt wie eine Cassette. Um es mal deutlich zu machen: Wenn man eine Schellackplatte auf einem Grammophon abspielt und das auf DAT aufnimmt, klingt es immer noch wie eine Schellackplatte auf einem Grammophon. Die Aussage "von einem DAT" hat also keinerlei Bedeutung bzgl. der Tonqualität und soll nichts anderes als Eindruck schinden. Wäre das Konzert 1974 vor Ort auf DAT aufgenommen worden, hätte das allenfalls eine Bedeutung für die Soundqualität, doch gab es DAT erst rund 15 Jahre später.

Aber wieder zur Klangqualität, falls man den Wortbestandteil "Qualität" in diesem Zusammenhag überhaupt bemühen darf: Ich habe mir die CD zweimal komplett angehört, sowohl im Auto als auch zuhause auf der Anlage, und es war eine echte Qual. Bereits das Intro ist stümperhaft bearbeitet, man hätte die kleine Tonstörung am Anfang auch ohne großen Aufwand wegeditieren können. Was dann folgt, führt nach spätestens drei Minuten zu unerträglichen Ohrenschmerzen: Man kann diesen Mix nur als eine in den oberen Mitten unglaublich plärrende, unangenehme Geräuschkulisse bezeichnen. Es klingt wie ein schlechtes Soundboard, nur halt in Stereo. Oder das, was man so Stereo nennen will, denn das Stereobild ist genauso wenig ausgeglichen wie die Verteilung der Instrumente generell. Ach ja, was für Instrumente überhaupt? Man hört meistens nur Schlagzeug und Bass, wobei der Bass zu laut wummert und man vom Schlagzeug die einzelnen Trommeln kaum auseinanderhalten kann, da sie alle wie ein Schuhkarton klingen. Dafür klingen die Becken blechern und in den Höhen extrem schrill, so dass sie alles andere niedermetzeln. Burtons Gitarre ist viel zu leise, Glens Piano ist fast nie zu hören, und wenn ausnahmsweise mal doch, dann klingt es, als säße er mit seinem Instrument in einer benachbarten Konservendose, während man den Rest der Show den Eindruck hat, der gute Mann macht eine verlängerte Zigarettenpause. Die Chöre sind schlecht in den Mix integriert, und das Orchester kann man in weiten Teilen nur vermuten. Wenn es denn mal zu hören ist, klingen die Blechbläser eher nach einem Hupkonzert auf einer Hauptverkehrsstraße in Istanbul. Wirklich daneben sind die Publikums-Fahrten, meistens abgehackt und wenig gefühlvoll ins Klangbild integriert. Hört sich fast an wie künstlicher Applaus, obwohl es keiner ist. Ach ja, und falls das einen interessiert: Elvis’ Stimme ist meistens viel zu leise, wodurch seine ohnehin schon in weiten Teilen recht müde Performance noch mehr nach angezogener Handbremse klingt. Und wenn die Stimme mal nicht zu leise ist, klingt sie unangenehm schneidend oder gar plärrend. Zu keiner Zeit ist die Stimme so, wie sie sein sollte. Und das ist besonders bitter, denn letztendlich geht es hier in erster Linie um Elvis, daher sollte seiner Stimme im Mix besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zumindest ein fachgerecht eingesetzter Kompressor wäre hier anzuraten gewesen. Das ist aber leider nicht geschehen. Und darauf ist man auch noch stolz!

Besonders nervig ist, dass die Aufnahme über weite Teile enorm übersteuert ist, es krächzt und kracht nur so aus den Boxen.

Das ganze Ding klingt, als hätte eine Schülerband im Proberaum einen Mitschnitt auf Cassette gemacht. Zumindest habe ich schon viele Cassetten-Mitschnitte aus Proberäumen gehört, die so ähnlich klangen, inklusive meiner eigenen, damals Anfang der 90er, als wir noch einen Cassettenrecorder ans Mischpult angeschlossen haben. Aber dass hier ein Weltstar mit handverlesenen Top-Musikern auf der Bühne einer großen Halle steht und seine Darbietung mit (für die damalige Zeit) enormem technischen Aufwand professionell mitgeschnitten wurde, würde man beim Anhören dieser CD nie vermuten, wenn man es nicht wüsste.

Der einzige Reiz der Aufnahme liegt in ihrer Vollständigkeit. Wer also unbedingt die paar Schnipsel Laberei und den Fehlstart von "Help Me" braucht, um seinem Leben einen Sinn zu geben, der mag sich diesen Trümmer bitte ins Regal stellen. Ansonsten ist die FTD - bei aller berechtigter Kritik, denn wirklich gut ist die leider auch nicht - in jeglicher Hinsicht vorzuziehen. Zumindest ist sie schonender für die Ohren, selbst wenn die Soundqualität, die möglich gewesen wäre, bei weitem nicht erreicht wird. Aber diese Audionics-Stümperei ist nun mal noch ein paar Lichtjahre weiter davon entfernt, die "ultimative" Veröffentlichung dieses Konzerts zu sein.

Am besten klingt immer noch die Original-Platte von 1974, trotz dass sie stark gekürzt ist und die hier ebenfalls fragwürdig gefahrene Atmo-Spur ziemlich nervt. Aber der Mix ist wenigstens ausgewogen und Elvis‘ Stimme kommt optimal zur Geltung, so dass man glaubt, es sei tatsächlich ein gutes Konzert mit ordentlich Tempo, obwohl das in Wahrheit nicht wirklich der Fall war.

Ach ja, bevor die Herbis dieser Welt jetzt wieder aufgeregt rumblöken, dass das doch Geschmackssache ist: Nein, ist es nicht. Aber jeder hat natürlich das Recht, keine Ahnung und einen schlechten Geschmack zu haben.

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28.06.2011 06:49 #838426 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Fifth Time Around

Und? Klang er besser als die vier davor? :huh:

Zu viel Hall.

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28.06.2011 07:09 #838427 von Taniolo
Taniolo antwortete auf Fifth Time Around

Der einzige Reiz der Aufnahme liegt in ihrer Vollständigkeit. Wer also unbedingt die paar Schnipsel Laberei und den Fehlstart von "Help Me" braucht, um seinem Leben einen Sinn zu geben, der mag sich diesen Trümmer bitte ins Regal stellen.

Was mir bei diesen Zeilen vor allem das Messer in der Tasche aufgehen lässt, ist nicht die Veröffentlichung selbst, denn die Bootlegger sind schliesslich bekannt dafür den größten Mist mit den schönsten Worten anzupreisen. Was ich besondern arg finde, ist die Tatsache, dass es immer wieder so viele Fans gibt, die im Falle der Musik des Mannes, den sie so verehren nicht in der Lage sind ein gutes Steak von Gammelfleisch zu unterscheiden.
Es ist leider genau so, wie MW es schon sagt: Es gibt unterschiedliche Geschmäcker, aber das, was hier beschrieben wird, klingt zu eindeutig, als dass man es mit "Geschmack" abtun könnte. Das ist offenbar ein stinkender akustischer Abgrund und es mir immer ein Rätsel bleiben, was manch einen dazu bewegt, sich dort hinunter zu stürzen und dann auch noch zu behaupten, man habe einen guten Flug gehabt und der Aufschlag wäre die perfekte Landung gewesen.
So eine Grütze zu loben, anderen vorzumachen, man habe das ultimative Sounderlebnis gehabt, ist eine Dreistigkeit und eine Frechheit gegenüber Elvis' Vermächtnis, denn man signalisiert damit zu eindeutig, dass man die eigentlich großartige Musik nicht zu schätzen weiß.

Als ich gestern das Posting von thexexte las, war mir in etwa schon klar, auf was man vorbereitet sein muss, aber das, was MW hier im Detail beschreibt, setzt dem Ganzen ja noch die Krone auf. Um das nochmal klarzustellen: Jeder, der möchte, darf von sich sagen, dass er gerne übersteuerte, blechern klingende und drecksmäßig abgemischte Aufnahmen hört. Das ist legitim. Es mag Ohren geben, die auf so etwas abfahren, auch wenn das schwer vorstellbar ist. Man darf auch sagen, dass man gerade diese Version des Memphiskonzerts zu seinen Favoriten zählt. Warum nicht? Die Franzosen essen auch Frösche. Aber das Ding als ultimatives Sounderlebnis hinzustellen, es anzupreisen und andere glauben zu lassen, man habe hier ein besonderes Juwel, widerspricht jeder Logik, denn Übersteuerung, ein falsches Stereobild und diverse andere Effekte sind messbar, nachweisbar und vom normalen menschlichen Ohr nicht so gewünscht.

@MW: Am schönsten gefiel mir die Stelle mit dem "Hupkonzert auf einer Hauptverkehrsstraße in Istanbul".

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28.06.2011 07:33 #838429 von Schorni
Schorni antwortete auf Fifth Time Around
Danke MW und Taniolo. :rose: Ihr habt eine schöne Art etwas zu beschreiben. :grin:

Ich hab die Aufnahme auch hier, aber noch keine Lust gehabt, sie aufzulegen. Das erspare ich mir jetzt auch. :grin:

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28.06.2011 08:11 #838431 von Harty
Harty antwortete auf Fifth Time Around
Komm , trau dich.

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28.06.2011 08:27 #838432 von Donald
Donald antwortete auf Fifth Time Around

Wirklich daneben sind die Publikums-Fahrten, meistens abgehackt und ....

Das ist mir auch an ein paar Stellen aufgefallen. Sowas kann ich ja auch schon nicht mehr begreifen. Hören diese Typen sich denn die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht mal aufmerksam an, bevor sie den Mist auf dankbare Fans wie Herbman loslassen? :huh:

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28.06.2011 09:37 #838441 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Fifth Time Around

wodurch seine ohnehin schon in weiten Teilen recht müde Performance

Da erwäge ich Einspruch. Elvis war bei dem Konzert recht gut drauf und seine Performance war imo absolut nicht müde. Sicher, es war nicht mehr 1970, aber trotzdem.


(für die damalige Zeit) enormem technischen Aufwand professionell mitgeschnitten wurde



Kannst du vielleicht etwas zu dem enormen technischen Aufwand sagen? Und auch, was ich weiter oben schonmal fragte, was es mit der Story auf sich hatte, dass Elvis irgendeine spezielle Art der Aufnahme anfragte (wenn es denn stimmt)?


Ansonsten danke für deine Einschätzung !

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