CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

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11.05.2008 12:55 #674634 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

Ich rede nicht von den Zeit-Rezensionen; die sind zeitungs-typisch eh Schwachsinn. Aber Landau und Guralnick als engstirnige Musik-Nostalgiker abzuurteilen, ist ebenso daneben.

Mein Posting bezog sich auf das Geschreibsel aus der Zeit. Mit dem, was Guralnick und Landau schreiben, komme ich besser klar, auch wenn mir bei Landau der Tenor nicht gefällt, aber immerhin ist es kein unqualifizierter Mist, sondern ein begründeter Standpunkt mit einem guten Background.

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11.05.2008 13:07 #674638 von Copperhead
Copperhead antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

Aloha war nur inkonsequent. Hätte er die müden Rocker komplett weggelassen, wäre die Show grandios gewesen.

In meinen Ohren nicht. Da gefällt mir dieser Satz aus der Rezension sehr gut:

I usually enjoy hearing him do the ballad staples he became identified with during the movie phase, especially the by-now haunting "Can't Help Falling in Love," with which he closes each concert (and here given its worst recording yet). But when he strays into the pure Caesar's Palace repertory that includes "What Now My Love," "You Gave Me a Mountain," and "My Way," depression crosses over the line into disgust.

Auch ein There's Always Me oder It Hurts Me gibt mir ein Vielfaches an dramatischem Wohlgefühl als der ganze aufgeblasene Mist aus der Aloha.

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11.05.2008 13:10 #674639 von Lonegan
Lonegan antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

Elvis hat sich weiterentwickelt, er wollte mit Mitte/Ende 30 nicht mehr mit Schlagbass und Gitarre auf der Bühne stehen und immer noch so tun, als wäre er ein armer weißer Junge aus den Baumwollfeldern, der nur drei Akkorde kennt, aber das gesteht man ihm nicht zu.

Wieso? Wird ihm doch zu gestanden. Du gestehst nur niemandem zu, diese "Entwicklung", kacke zu finden.

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11.05.2008 13:16 #674642 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

In meinen Ohren nicht. Da gefällt mir dieser Satz aus der Rezension sehr gut:

Er sagt "pure Caesar's Palace repertoire" - er meint es negativ, aber ich finde daran nichts schlimmes. Es ist halt eine andere Form von Entertainment, aber auf einem sehr hohen Niveau.

Auch ein There's Always Me oder It Hurts Me gibt mir ein Vielfaches an dramatischem Wohlgefühl als der ganze aufgeblasene Mist aus der Aloha.

Welche Version von "I'll remember you" findest Du eigentlich besser, 1966 oder Aloha?

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11.05.2008 13:39 #674647 von Copperhead
Copperhead antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften

Welche Version von "I'll remember you" findest Du eigentlich besser, 1966 oder Aloha?

Schwierig, da ich beide Versionen sehr gern mag. Vielleicht tatsächlich die Aloha, wenn ich mir hier schon so offensichtlich selbst ins Knie schießen soll. Zum einen kannte ich diese Version Jahre vor Spinout, was zumindest mich immer beeinflusst (wie beispielsweise auch, dass mir die Studio-Versionen von I've lost you und Patch it up besser gefallen als die Live-Dinger von der LP). Zum anderen ist das Lied für mich das Highlight der Show und in meinen Ohren nicht vergleichbar mit den oben genannten Beispielen wie What now my love. Somit sehe ich das auch nicht als Argument, dass die Aloha jetzt eine gute Show ist oder gar einen besseren Elvis zeigt als er es noch in den 60ern war. Ich wäre auch nur mit der Studio-Version glücklich, bin hier aber wirklich froh, den Song nochmals mit der 70er Stimme und anderem Arrangement präsentiert zu bekommen.

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11.05.2008 18:59 #674661 von User gelöscht
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Ich weiß, dass die Frage unfair war, denn es ist wirklich mit die beste Darbietung aus der Show. Ich sehe es genauso wie Du, außer dass ich bei "I've lost you" und "Patch it up" die Live-Versionen bevorzuge. Auf jeden Fall bei letzterem; bei "I've lost you" hingegen ist der Abstand nur knapp. Die Outtakes davon auf der TTWII-FTD sind übrigens hinreißend. Ich finde nur seine Stimme bei der Studio-Version etwas zu weinerlich, als wäre der Text das nicht schon in ausreichendem Maße.

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12.05.2008 11:55 #674680 von DumbAngel
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Jaja, das passiert, wenn man die Reviews von Leuten schreiben lässt, die nie darüber hinweggekommen sind, dass Elvis von SUN weg ist und eigentlich etwas anderes singen wollte als immer nur den R'n'B-Kram, den er den Schwarzen "geklaut" hat.

Du solltest die Rolling Stone-Review zu "Today" lesen. Da kommt fast in jedem Abschnitt das Wort "Sun" vor oder etwas was sich darauf bezieht. Die Kritik an sich is schlecht, Billboard hingegen gab eine recht positive....

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12.05.2008 12:17 #674681 von Copperhead
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Du solltest die Rolling Stone-Review zu "Today" lesen. Da kommt fast in jedem Abschnitt das Wort "Sun" vor oder etwas was sich darauf bezieht. Die Kritik an sich is schlecht, Billboard hingegen gab eine recht positive....

Ich weiß, dass es so nicht gemeint ist - aber irgendwie erinnert mich irgendwas bei der "Today" irgendwo auch immer an die SUN-Aufnahmen. Oder an das "Guitar Man"-Zeugs. Ob es der Country-Einschlag ist, der sich durch alle Stücke zieht... vielleicht. :null:

Auf jeden Fall höre ich die Today sehr gern. Seine beste Platte seit "Country". :up:

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12.05.2008 13:06 #674683 von User gelöscht
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Du solltest die Rolling Stone-Review zu "Today" lesen. Da kommt fast in jedem Abschnitt das Wort "Sun" vor oder etwas was sich darauf bezieht.

Ich verstehe das nicht, und zwar aus zwei Gründen: Erstens sind - wenn ich mich nicht täusche - außer Jerry Lee Lewis alle relativ schnell bei SUN weg und haben ihre großen Karrieren - incl. musikalischer Weiterentwicklung - woanders hingelegt, aber der einzige, der das immer wieder negativ aufs Butterbrot geschmiert bekommt, ist Elvis. Zweitens sollten diese Kritiker sich mal überlegen, wie die Geschichte der Popmusik wohl verlaufen wäre, wenn Elvis tatsächlich bei SUN geblieben wäre, und ob sie dann überhaupt etwas über ihn hätten schreiben können, weil sie ihn wahrscheinlich gar nicht gekannt hätten. Elvis' Wechsel zu RCA und seine damit verbundene Mega-Karreire ist nämlich die berühmte "conditio sine qua non" der modernen Popmusik.

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12.05.2008 20:31 #674737 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf CD/LP-Besprechungen aus Zeitschriften
Ich kann sie ja einfach mal posten:

Elvis Presley is the greatest singer in the history of rock & roll. As each of his frustratingly mediocre albums appears, we are forcibly reminded of that fact. There is almost nothing on any of them to keep us listening. But I have never heard an Elvis record which didn't reveal something about the man and his capabililties and therefore, somehow, about everyone's. Instinctively and accidentally, Presley's product (with no other artist does that term have such resonance) teaches us what charisma means.

Elvis throws away the best line on Today -- "Have a laugh on me, I can help" -- with what seems to be transparent smugness. The words invite the dismissal of everything on the record but, as always, there is a catch.

Today catalogs perfectly the undeniable stylistic and creative decline of every Sun artist, makes us realize how much more than a match Elvis was for them and how canny he has been in avoiding the burnout. (If he has done it by fizzling out, that does not necessarily lessen the achievement. Name someone else who has been able to remain continuously fascinating for 20 years.)

Superficially, nearly every song on this album would have been better off in the hands of one of the other Sun singers, or one of Presley's latter-day imitators. "T-R-O-U-B-L-E," the latest chart number, is made for Jerry Lee Lewis. It begs Elvis to romp, stomp and rip it to shreds. He declines the honor, but not without giving an indication, here and there, that he could if he wanted to. In his refusal, we can see simultaneously the genius of Presley and Colonel Parker in avoiding the issue, and the brilliance of Lewis, the only Sun artist who has retained any of his power with something like consistency.

"I Can Help" is perhaps more suited to Presley's peculiar talents than any other song in the last decade. It is a gountlet thrown, and he picks it up without reluctance. But with such a twist! Here is a song meant to evoke everything the early Memphis sound meant, and what does he do with it? He takes it to Vegas. Only a truly inspired -- or truly arrogant -- man would have had the thought, much less the courage, to carry it through.

"Pieces of My Life" is actually the song Charlie Rich now uses to close his debilitated live performances. Presley's version is no less banal, but it is somehow richer. Anyone who has ever thought Rich might be the man to match Elvis's voice -- I confess the heresy -- will find his hopes (or fears) dashed here. "Susan When She Tried" is pure Johnny Cash. And with "Green, Green Grass of Home," Elvis, with his usual lack of commitment, manages to mock not only Tom Jones but the very idea of a return home (Even to Memphis, source of his fertility).

Bruce Springsteen sums it up perfectly, just before rocking into a version of "Wear My Ring around Your Neck" that might make the master smile. "There have been contenders," he says, "there have been pretenders. But there is only one king." Long may he reign.

- Dave Marsh, Rolling Stone, 7/3/75.





Und aus dem Billboard:

This is the most versatile and energetic album Presley has come up with in several releases. The last two LPs have been a bit lackluster, both vocally and material wise. Here, however, Elvis seems to be putting some of the old power back into his singing and has chosen a selection of country contemporary hits, country standards, current pop hits, rock oldies and his own current hit, 'T-R-O-U-B-L-E." Singing is less forced than on recent albums, choice of material seems much more natural to the artist and musical backup is simple yet effective. Production also gives more emphasis to the vocals, rather than merging them with the instruments. Most impressive, however, is the return of expressiveness, emotion and strength to the voice. Best cuts: "T-R-O-U-B-L-E," "Susan When She Tried," "Shake A Hand," "Pieces Of My Life," "Fairytale," "I Can Help."

- Billboard, 1975.



@Copperhead: Ich mag die "Today" auch sehr gern, auch wenn "Shake a hand" leider äußerst langweilig geraten is und auch andere Schwachstellen auffallen. Meiner Meinung nach sein bestes Album seit "Country" war "Promised land". Aber der Sound von "Today" is natürlich ganz was Neues und auch Feines gewesen...

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