Elvis Country

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25.09.2008 17:53 #699866 von stevie b.
stevie b. antwortete auf Elvis Country
Es war halt trotzdem ne interessante Story,die so nicht bekannt war.
Das die Lückenfüller unpassend sind,ist auch klar.
Wie gesagt fehlt mir auch vom Whole lotta shakin Take 1 oder besser ein Rehearsal.
Elvis soll im Sebtember total schlecht drauf gewesen sein.....

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25.09.2008 19:55 #699895 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis Country

Elvis soll im Sebtember total schlecht drauf gewesen sein.....

Wirklich? :huh: Kann ich mir aufgrund der bisher bekannten Outtakes (z. B. Rehearsal von "Rags to riches") gar nicht vorstellen... :null:

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25.09.2008 22:36 #699903 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis Country

Elvis soll im Sebtember total schlecht drauf gewesen sein.....

Oder sagen wir mal so: Er soll ziemlich drauf gewesen sein... :devil:

Die Songs sind toll, die Outtakes geben auch was her, aber wenn man diesen 22. September 1970 mal unter die Lupe nimmt, dann sind dort gerade mal vier Master entstanden. Bei den ersten beiden Songs ("Snowbird" und "Where did they go, Lord") gab er sich noch richtig Mühe (jeweils 6 Takes), dann wurde "Shakin'" - offenbar als spontane Idee und mehr als ungeplanter Jam - dahingerockt, und "Rag to riches" in nur 4 Takes dahingerotzt, wobei noch geschnitten werden musste, da kein Take fehlerfrei war. Im Vergleich dazu die Juni-Session: Da wurden pro Tag zwischen 7 und 9 Masters abgeliefert, und es wurde auch noch richtig an den Songs gearbeitet.

Ich dachte ja immer, sein Abstieg samt Lustlosigkeit begann nach Aloha, aber ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass es bereits im Sommer 1970 losging, nachdem die MGM-Kameras abgebaut waren. Sein Drogenkonsum und sein Kontrollverlust erreichten zu diesem Zeitpunkt völlig neue Ausmaße.

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26.09.2008 09:40 #699948 von Colonel
Colonel antwortete auf Elvis Country

sein Abstieg samt Lustlosigkeit begann nach Aloha, aber ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass es bereits im Sommer 1970 losging,

Erst 1970?
Ganz falsch...
Komm überleg mal, er wollte einst 1954 bei Philipps Balladen singen, sein Abstieg begann schon als er von Sam mit "That´s All Right" genötigt wurde abzurocken....

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26.09.2008 13:53 #699963 von stevie b.
stevie b. antwortete auf Elvis Country

Oder sagen wir mal so: Er soll ziemlich drauf gewesen sein... :devil:

Die Songs sind toll, die Outtakes geben auch was her, aber wenn man diesen 22. September 1970 mal unter die Lupe nimmt, dann sind dort gerade mal vier Master entstanden. Bei den ersten beiden Songs ("Snowbird" und "Where did they go, Lord") gab er sich noch richtig Mühe (jeweils 6 Takes), dann wurde "Shakin'" - offenbar als spontane Idee und mehr als ungeplanter Jam - dahingerockt, und "Rag to riches" in nur 4 Takes dahingerotzt, wobei noch geschnitten werden musste, da kein Take fehlerfrei war. Im Vergleich dazu die Juni-Session: Da wurden pro Tag zwischen 7 und 9 Masters abgeliefert, und es wurde auch noch richtig an den Songs gearbeitet.

Ich dachte ja immer, sein Abstieg samt Lustlosigkeit begann nach Aloha, aber ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass es bereits im Sommer 1970 losging, nachdem die MGM-Kameras abgebaut waren. Sein Drogenkonsum und sein Kontrollverlust erreichten zu diesem Zeitpunkt völlig neue Ausmaße.

Die These könnte stimmen,zumindest nach der Vegas Saison nahm es seinen lauf.Ich finde die Aggressivität in den Songs geil,aber es waren wie Du schon sagtest nur 4 Master.Schade.

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26.09.2008 16:48 #699981 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis Country

Die These könnte stimmen,zumindest nach der Vegas Saison nahm es seinen lauf.Ich finde die Aggressivität in den Songs geil,aber es waren wie Du schon sagtest nur 4 Master.Schade.

Nun ja, immerhin hatte er von Juni bis August den absoluten Stress, erst die Mammut-Session, dann die Filmaufnahmen für TTWII... :null:

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26.09.2008 20:03 #699994 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis Country

Nun ja, immerhin hatte er von Juni bis August den absoluten Stress, erst die Mammut-Session, dann die Filmaufnahmen für TTWII... :null:

Na komm, die Session dauerte gerade mal 5 Tage, in denen er drei Alben und einige Singles eingespielt hat. Schon damals werkelten andere Künstler an nur einem Album wochen- bzw. monatelang herum, später sogar ein Jahr und mehr. 1969 war er sogar 12mal im Studio für "nur" zwei Alben und ein paar Singles. Und nach der Juni-1970-Session hatte er verdammt lange Pause im Studio. Und die Filmaufnahmen? Wieso Stress? Das war eine ganz normale Vegas-Saison mit Proben, nur dass ein paar Kameras rumstanden. Er musste ja nicht schauspielern oder sich konzeptionelle Gedanken über den Film machen, er hat bloß ein bisschen mehr rumgeblödelt als sonst, was ich allerdings nicht als Stress bezeichnen möchte.

Ich wundere mich immer wieder, wie versucht wird, den ganz normalen Arbeitstag eines Berufsmusikers (wobei Elvis noch relativ wenige echte Arbeitstage hatte) zu einer Art Mega-Stress zurechtzuargumentieren, der seinen Untergang erklärt. Warum leben dann seine Begleitmusiker noch, die wesentlich mehr gearbeitet haben? Demnach dürfte keiner im Musikgeschäft älter als 40 werden.

Der "Stress", der zu Elvis' Niedergang geführt hat, mag viele Ursachen gehabt haben, z.B. dass er mit dem Ruhm und dem Leben, das er sich selber geschaffen hatte, nicht mehr zurechtkam. Aber eine übermäßige Arbeitsbelastung war sicher kein Grund.

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27.09.2008 11:05 #700037 von stevie b.
stevie b. antwortete auf Elvis Country
Obwohl ich sagen muss,das das Jahr 70 schon Stress war.Er war ja 8 Wochen 2 mal am Tag auf der Bühne.Ich fand 1970 hat er einiges geleistet.
Zuzüglich Studio,Rehearsals und On Tour.
Stress wird auch durch Druck erzeugt und gerade 69 und 70 stand er sehr unter Erfolgsdruck.Das unterscheidet ihn schon von seinen Musikern,die nicht im Mittelpunkt standen.

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27.09.2008 12:07 #700040 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Elvis Country

Obwohl ich sagen muss,das das Jahr 70 schon Stress war.Er war ja 8 Wochen 2 mal am Tag auf der Bühne.

Die Anstrengung, zwei Stunden auf der Bühne zu singen, entspricht in etwa der Belastung eines ganzen Arbeitstages in einem durchschnittlichen "normalen" Beruf. Er hat 1970 demnach 2 Monate in Vegas "regulär" gearbeitet, dazu - wenn's hochkommt - insgesamt einen Monat Proben, die Shows in Houston, zwei Kurztourneen und sechs Studiotage. Macht zusammengerechnet vier Monate Arbeit im Jahre 1970, bzw. acht Monate Urlaub. Das sollte für einen 35jährigen Mann locker zu bewältigen sein.

Ich fand 1970 hat er einiges geleistet.

Das steht außer Frage, vor allem qualitativ.

Stress wird auch durch Druck erzeugt...

Ja, das sehe ich genauso. Nicht durch die quantitative Arbeitsbelastung, sondern den Erfolgsdruck entsteht der Stress.

... und gerade 69 und 70 stand er sehr unter Erfolgsdruck.

Warum gerade da mehr als sonst? Er stand 56-58 unter enormem Erfolgsdruck, er stand 1960 nach seiner Rückkehr aus der Army wahrscheinlich unter dem größten Erfolgsdruck seiner Karriere, er stand Mitte der 60er, als er sein "Tief" hatte, unter Durck, er stand 1968 unter extremem Druck. Eigentlich stand er immer unter großem Erfolgsdruck, so wie jeder Künstler, der mal ganz oben war und da auch bleiben will. Speziell 1970 empfand ich ihn eher als auffallend locker und entspannt, denn nach seinem fulminanten Comeback im Jahr zuvor hatte er quasi alles erreicht und brauchte niemandem mehr etwas zu beweisen. Gerade das war dann unterm Strich nicht gut für ihn, da ihm von da an wirkliche Herausforderungen fehlten, außer vielleicht noch Aloha, wofür er sich ein letztes Mal aufraffte. Die Lockerheit des Jahres 1970 wandelte sich in Gleichgültigkeit, bedingt durch viele Faktoren, die hinlänglich bekannt sind.

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28.09.2008 09:08 #700083 von Wisdomy
Wisdomy antwortete auf Elvis Country
Und ich sehe das nichtmal negtiv. Vielen von uns wäre es sicher ähnlich gegangen, vielen Berufsmusikern an Elvis' Stelle auch. Ich kann ihn - mit dem bescheidenen Wissen was man als Außenstehender hat - sehr gut verstehen, und ich bewundere ihn. Ich glaube, ich hätte das Jahr 1956 schon nicht ohne Schlaftabletten überstanden, und wenn, hätte mich ein Herzinfarkt oder der Wahnsinn ereilt. Man muss eine gehörige Portion Gleichgültigkeit entwickeln, um das zu verkraften glaube ich. Wenn er sich jedesmal die Dimensionen bewusst gemacht hätte, wäre er gar nicht so weit gekommen und schon vorher vor Angst gescheitert. Und er war ja ein ängstlicher Mensch, also musste er irgendwann Mechanismen entwickeln, diese Angst zu kompensieren.
Vielelicht stellte EIC 1977 die größte Herausforderung für ihn dar. Und nur deshalb nahm er sie auch an. Selbst wenn finanzielle Gründe eine Rolle spielten, ging es wieder ganz allein um ihn, und wie er diese Herausforderung bewältigt. Er kämpfte da gegen sich selbst, und nicht gegen den Rest der Welt.
Vielleicht ist das der Kern: Die Gleichgültigkeit gegen den Show-Wahnsinn, die man sich antrainieren muss, geht über in eine Leere. Erst hilft sie dir, dann vernichtet sie dich.
Elvis, und das ist das schlimme, wurde sein Leben lang nur über Erfolg definiert. Er war immer nur dann gut in den Augen anderer, wenn er Erfolg hatte. Das ist bis heute so. Am härtesten sind da Fans. Leider. Ein Mensch ist aber unabhängig von Erfolg oder Misserfolg ein guter, oder ein schlechter Mensch.
Trotzdem: Mögen Lebensumstände, Erziehung, Umfeld und Prägung gewesen sein wie sie wollen: Elvis war ein erwachsener Mann. Einerseits denke ich deshalb, das er sein Leben verantwortlich hätte meistern können. Andererseits bin ich mir nicht sicher. Es gibt Phasen im Leben, da kann man machen was man will, man erreicht nicht das, was man will, weil zuvieles dagegen steht. Ich denke das kennen viele. Er aber war im Gegensatz zu uns allen von niemand abhängig. Im Detail betrachtet ja, aber sachlich betrachtet nicht.
Spätere Künstler haben ja immer die Gewisstheit, das alles schonmal da war. Sie sind nie mehr die Ersten. Elvis betrat im Showbiz gleich mehrfach Neuland. Und wir alle wissen, das es ein gewaltiger Unterschied ist, ob man etwas als allererster macht, oder ob man nur wiederholt, was andere vor einem schon geschafft haben.

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