Dixieland Delight

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25.06.2009 18:45 #738992 von User gelöscht
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Die Hayride-Sachen klingen lahm

Naja... Also, man bemerkt schon eine enorme Veränderung von Auftritt zu Auftritt. Ich glaube, es hat verdammt gerockT für ne kleine drei Mann.-Combo. Aber er hatte auch nicht so das Repertoire bzw. die Möglichkeit, da groß was zu machen. Waren das nicht immer nur zwei oder drei Titel, die jeder Künstler brachte?

Aber ansonsten hast du schon recht. Dieses '61er Konzert: "Zucker", wie der MIB sagen würde.

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25.06.2009 19:04 #739006 von User gelöscht
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Naja... Also, man bemerkt schon eine enorme Veränderung von Auftritt zu Auftritt. Ich glaube, es hat verdammt gerockT für ne kleine drei Mann.-Combo. Aber er hatte auch nicht so das Repertoire bzw. die Möglichkeit, da groß was zu machen. Waren das nicht immer nur zwei oder drei Titel, die jeder Künstler brachte?

Mag ja alles sein.....die Studio-Dinger der Sun-Ära rocken. In der Studio-Version.
Live klang das ganze mittelmässig und wenig rockig.

Da rockt die 61èr version von "Thats allright" viel mehr.

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25.06.2009 19:17 #739011 von User gelöscht
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Mag ja alles sein.....die Studio-Dinger der Sun-Ära rocken. In der Studio-Version.
Live klang das ganze mittelmässig und wenig rockig.

Negativ. Hör dir mal "I Got A Woman" vom 19.4.1955 an. Für das, was das ist, gab es damals vermutlich gar keinen Ausdruck.

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25.06.2009 19:56 #739018 von User gelöscht
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Live klang das ganze mittelmässig und wenig rockig.

Das liegt aber zugegebenermaßen vor allem am Sound. Eine gute Aufnahme macht einen gewaltigen Unterschied. Man kann mit einer brillant produzierten Aufnahme selbst den letzten Mist zum Grooven bringen, mit einer schlechten andererseits auch die geilste Musik unerträglich machen.

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25.06.2009 20:41 #739028 von User gelöscht
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Das liegt aber zugegebenermaßen vor allem am Sound. Eine gute Aufnahme macht einen gewaltigen Unterschied. Man kann mit einer brillant produzierten Aufnahme selbst den letzten Mist zum Grooven bringen, mit einer schlechten andererseits auch die geilste Musik unerträglich machen.

Das ist in der Tat ein, wie ich finde, sehr richtiger und bedeutender Gedanke. Wir alle haben nie erfahren und werden auch nie erfahren, wie Elvis live geklungen hat. Ich habe den Satz einer der Sweet Inspirations im Ohr, die sagte (ich glaube in dem Buch "Elvis Up Close"), keine Aufnahme könne transportieren, wie gut und einnehmend die Stimme war.

Ich muss sagen: Das ist ein Traum von mir und darum beneide ich jeden, der Elvis live gehört hat. Noch nicht einmal "Live in Konzert©", sondern richtig live. Ohne Mikro. Einfach nur diese Stimme live, im Studio, in irgendeinem Dressing Room oder in Graceland oder bei Thompsons zuhause. Das wird der immerwährende Traum von mir bleiben.

Alles, was wir zu hören bekommen, egal wie gut gemastert und gemixt und bearbeitet und "restored", ist immer noch weit vom Ereignis entfernt, sie es auf Platte oder CD. Ich würde schon mal einfach gerne ein Mastertape hören von, sagen wir, "Elvis is Back!". Ich glaube, schon das wäre eine Offenbarung. Aber diese Stimme wirklich live zu hören; Ich glaube, wir können uns kein oder kaum ein Bild machen.

Mit alten Aufnahmen oder Bildern ist es ja so, dass man - eben aufgrund der Aufnahme - gerne meint, früher sei alles schlecht gewesen. Viele kennen vielleicht aus ihrer Kindheit die Vorstellung, früher sei alles Schwarz/Weiß gewesen. Ähnlich ist es wohl mit Tondokumenten. Aber so war es natürlich nicht. Gute Mikros und Verstärker gab es auch früher schon.

Okay, live wird sehr wahrscheinlich ohnehin alles niedergebrüllt worden sein, und trotzdem war es natürlich etwas anderes, dabei gewesen zu sein und nicht ein uraltes und wer weiß wie gelagertes und mitgenommenes Tape anhören zu müssen. Also, ich denke, das wird schon der Wahnsinn gewesen sein.

Und mit dem Gedanken im Kopf kann ich mir auch gut das '61er Hawaii Konzert oder ein mittelmäßiges Soundboard anhören. Ich weiß, dass es so nicht geklungen hat. Aber ich versuche stets, die Eindrücke "abzuziehen" vom Gesamtsound, die eben bedingt sind. Es wird nie das sein, was es damals in dem Augenblick war. Aber soll ich mir davon die Laune an einer guten Performance vermiesen lassen?

Und wer weiß: Vielleicht ist der (gefühlt / empfundene) "miese" Re-Mix von "Recorded Live On Stage In Memphis" wirklich näher dran am Erlebnis als beispielsweise TTWII SE? Vielleicht hat er in Vegas gar nicht so geklungen, wie es heutige Mixe präsentieren. Vielleicht klang das Ganze auch '72, '73, '74 noch viel rockiger als manches Soundboard das transportiert.

Gestern hörte ich nach Jahren mal wieder "Dragon Heart" und fragte mich, ob dort vielleicht doch mehr abging und stattfand, als es die Aufnahme zu transportieren imstande ist? Vielleicht hat man "unten" im Publikum tatsächlich gar nicht so viel mitbekommen von seiner Verfassung? Neulich las ich im FECC Forum noch einen Bericht von jemandem, der Mitte der 70er auf Konzerten war, der sagte: "Elvis fett? Nein, so hat er nicht gewirkt. Ein bisschen voller vielleicht, aber niemand hätte in dem Moment dran gedacht, dass das ein übergewichtiges Wrack war."

Vielleicht war auch der Sound ganz anders, als es ein Soundboard heute, 35 Jahre später, rüber bringt. Höchstwahrscheinlich ist es so. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Mischpult-Mitschnitt irreführend ist. Deshalb "genieße" ich die Dinger mit äußerster Vorsicht. Aber was bedeutet das dann für unsere Rezeption heute? Was, wenn alles vielleicht nicht ganz anders war, aber zumindest anders geklungen hat. Wir würden vieles womöglich entsprechend anders sehen.

Es ist schon ein Kreuz mit der Tatsache, nicht dabei gewesen zu sein und das auch niemals nachholen zu können. :(

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25.06.2009 20:59 #739029 von User gelöscht
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Viele kennen vielleicht aus ihrer Kindheit die Vorstellung, früher sei alles Schwarz/Weiß gewesen.

Ganz richtig. Für mich waren die Nazis und der Zweite Weltkrieg immer so ein Ereignis, das komplett in schwarzweiß stattgefunden hat. Als die ersten bunten Filme aus der Zeit auftauchten, war das irgendwie enttäuschend, denn es sah plötzlich gar nicht mehr so grausam und finster aus. Was in diesem Fal kontraproduktiv ist.

Vielleicht hat er in Vegas gar nicht so geklungen, wie es heutige Mixe präsentieren.

Damit hast Du definitiv Recht. Der Sound in Vegas war - speziell 1969 und Anfang der 70er - eher dünn und leise. 1969 hat Elvis nur über eine popelige Gesangsanlage gespielt, die meisten Instrumente gingen gar nicht mit über die Anlage, das Schlagzeug war z.B. komplett unverstärkt - in einem Saal für 2.500 Zuschauer! Das kann ab der zweiten Reihe nicht mehr gerockt haben, unmöglich. Das waren Flüsterveranstaltungen, da war bei der Dinner Show das Klappern des Bestecks lauter als die Musik. Allerdings fiel das damals auch nicht weiter unangenehm auf, weil man es nicht anders kannte. Große, druckvolle PAs, wie wir sie heute kennen, waren da gerade erst in der Entwicklung. Würden wir in einer Zeitmaschine zurückreisen und ein 69er Konzert miterleben, wären wir mit unseren heutigen Hörgewohnheiten bitter enttäuscht. Das war gerade mal Zimmerlautstärke. Auch das Woodstock-Konzert wurde ähnlich schwach beschallt, da kam kaum was unten an, Regen und Sturm taten ihr übriges. Der Sound, den uns heute die 5.1-Abmischung der SE von TTWII bietet, hat nichts mit dem zu tun, wie es seinerzeit im Saal wirklich klang. Davon hätten die damals nur träumen können. Man gucke sich bloß mal die kleinen Boxen am Bühnenrand an, die den ganzen Saal beschallen sollten - das waren bessere HiFi-Boxen.

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25.06.2009 21:20 #739033 von User gelöscht
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Der Sound in Vegas war - speziell 1969 und Anfang der 70er - eher dünn und leise. 1969 hat Elvis nur über eine popelige Gesangsanlage gespielt, die meisten Instrumente gingen gar nicht mit über die Anlage, das Schlagzeug war z.B. komplett unverstärkt - in einem Saal für 2.500 Zuschauer!

Ich weiß noch, dass ich erstaunt bis schockiert war, als ich irgendwann bei Gularnek© las, dass Elvis erst Ende 1970(?) zum ersten Mal überhaupt seine Stimme über einen Monitor hörte ("Clair Brothers" ist das Stichwort). Bis dahin ging wohl alles lediglich immer über die Hausanlage. Sein Kommentar nach dem ersten Song an dem Abend mit professionellem Equipment:

"Ladies and Gentlemen, we're gonna have one heckuva night..."

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25.06.2009 21:24 #739035 von Donald
Donald antwortete auf Dixieland Delight

Bis dahin ging wohl alles lediglich immer über die Hausanlage.

Oh ja, an der Stelle hatte ich auch sehr gestutzt bzw. war ebenfalls äußerst verwundert, dass die damals doch große Nummer Elvis dem damaligen Stand der Technik offenbar sehr hinterherhinkte und im Grunde genommen noch so auftrat wie in den 50ern...

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25.06.2009 21:54 #739037 von Lonegan
Lonegan antwortete auf Dixieland Delight

Der Sound in Vegas war - speziell 1969 und Anfang der 70er - eher dünn und leise. 1969 hat Elvis nur über eine popelige Gesangsanlage gespielt, die meisten Instrumente gingen gar nicht mit über die Anlage, das Schlagzeug war z.B. komplett unverstärkt - in einem Saal für 2.500 Zuschauer! Das kann ab der zweiten Reihe nicht mehr gerockt haben, unmöglich.

Wirklich wahr? Wusste ich noch nicht. Wie sah es dann bei Sinatra & Co aus?

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25.06.2009 21:57 #739038 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Wirklich wahr? Wusste ich noch nicht. Wie sah es dann bei Sinatra & Co aus?

Zwangsweise genauso, da es technisch gar nicht anders ging.

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