Dixieland Delight

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25.06.2009 22:06 #739043 von Lonegan
Lonegan antwortete auf Dixieland Delight

Zwangsweise genauso, da es technisch gar nicht anders ging.

Dann hören wir also auf CD´s mehr als die Leute im Publikum?
Späte Befriedigung der später Geborenen. :devil:

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25.06.2009 22:06 #739044 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Ich weiß noch, dass ich erstaunt bis schockiert war, als ich irgendwann bei Gularnek© las, dass Elvis erst Ende 1970(?) zum ersten Mal überhaupt seine Stimme über einen Monitor hörte ("Clair Brothers" ist das Stichwort). Bis dahin ging wohl alles lediglich immer über die Hausanlage.

Individuelles Bühnenmonitoring über Wedges war damals noch ganz neu. Davor hat man - wenn überhaupt - mit Sidefills gearbeitet, die die gesamte Bühne beschallten, damit die Musiker hören konnten, was der Sänger sagt und singt, und der Sänger sich ein wenig selber hören konnte. Diese Dinger sieht man bei TTWII tatsächlich, das sind die kleinen Boxen, die leicht angeschrägt rechts und links am Bühnenrand liegen. Ein schlechter Witz, wenn man bedenkt, was für eine Armee Elvis da auf der Bühne stehen und mit Sound zu versorgen hatte.

Hier sieht man die Dinger, einmal von hinten und auf der anderen Seite von vorne.

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Und hier die PA-Box, mit der der Riesensaal beschallt werden sollte. Das ist Abteilung Gesangsanlage, das dürfte jedem klar sein.

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Wenn ich ganz genau hingucke, würde ich sogar meinen, das sind die gleichen Boxen, einmal liegend, einmal stehen. Unter heutiger Sicht ein Ding der Unmöglichkeit.

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25.06.2009 22:11 #739047 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Dann hören wir also auf CD´s mehr als die Leute im Publikum?

Ja und nein. Wer relativ weit vorne gesessen hat, hatte einen geilen Natursound von der Big Band, den gibt die Aufnahme nie und nimmer her. Was die Gesangsstimme anbetrifft, ist die Aufzeichnung um Längen besser als die damalige Live-Beschallungstechnik.

Im Falle der 60er-Livemitschnitte von Sinatra & Co. kann man daher sagen, die Musik klang live besser (je nach Sitzplatz), die Stimme dagegen auf der CD. Bei Elvis jedoch klingen die Platten allesamt besser als es damals live war.

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25.06.2009 22:14 #739048 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Zwangsweise genauso, da es technisch gar nicht anders ging.

Wenn man darüber nachdenkt: An und für sich eigentlich eine interessante Geschichte. Denn es würde bedeuten, dass nach dem Aufkommen des Rock 'n' Roll samt seiner Protagonisten und der daran hängenden Entiwicklung in den 50ern, praktisch die ganzen 60er über, dem Jahrzehnt der frühen Rockmusik, PA-mäßig nichts geschehen ist. :null:

Okay, die Beatles hatten so ihre Probleme im Shea Stadium, haben aber meines Wissens zumindest ein bisschen aufgerüstet. Ist eine ganz witzige Stelle in der "Anthology", als einmal die Verstärker vorher und nachher präsentiert werden. Vielleicht erinnerst du dich? Die "neuen" Teile sind ein bisschen größer, allerdings kaum geeignet, ein Stadium zu beschallen.

Wann aber fand diese technische Entwicklung eigentlich statt, die den Weg frei machte für den "Stadium Rock"? Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass beispielsweise The Who mit so mickrigem Equipment spielten. Ihr Album "Live At Leeds" gilt immerhin als eines der Live-Alben überhaupt.

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25.06.2009 22:30 #739051 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Wenn man darüber nachdenkt: An und für sich eigentlich eine interessante Geschichte. Denn es würde bedeuten, dass nach dem Aufkommen des Rock 'n' Roll samt seiner Protagonisten und der daran hängenden Entiwicklung in den 50ern, praktisch die ganzen 60er über, dem Jahrzehnt der frühen Rockmusik, PA-mäßig nichts geschehen ist. :null:

Ist es tatsächlich nicht. Die 60er waren das Jahrzehnt, in dem sich die Studiotechnik rasant entwickelt hat. Überleg mal, 1960 war Stereo gerade neu auf dem Markt, man nahm im Studio auch gleich Stereo auf oder bestenfalls auf Dreispur. Die studiomäßig wegweisenden Albem der 60er - Pet Sounds und Sgt. Pepper's - wurden auf Vierspur produziert, 1969/70 hatte man dann 16-Spur und kurz darauf 24-Spur, was der Hammer schlechthin war. Was die Live-Beschallung anbetraf, sah man erst gegen Ende der 60er echten Handlungsbedarf, als die immer aufwendigeren Studioproduktionen live nicht mehr umsetzbar waren und sich lautstärketechnisch gar nicht gegen den Lärm der Fans durchsetzen konnten, was die Beatles ja auch zum Rückzug von der Bühne bewegt hat. Dann setzte auch dort eine rasante Entwicklung ein.

Okay, die Beatles hatten so ihre Probleme im Shea Stadium, haben aber meines Wissens zumindest ein bisschen aufgerüstet. Ist eine ganz witzige Stelle in der "Anthology", als einmal die Verstärker vorher und nachher präsentiert werden. Vielleicht erinnerst du dich? Die "neuen"

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25.06.2009 22:33 #739052 von Lonegan
Lonegan antwortete auf Dixieland Delight

Wenn man darüber nachdenkt: An und für sich eigentlich eine interessante Geschichte. Denn es würde bedeuten, dass nach dem Aufkommen des Rock 'n' Roll samt seiner Protagonisten und der daran hängenden Entiwicklung in den 50ern, praktisch die ganzen 60er über, dem Jahrzehnt der frühen Rockmusik, PA-mäßig nichts geschehen ist. :null:

Vielleicht war es für die Industrie einfach noch uninteressant. Es gab ja noch nicht so viele Live-Alben. Das früheste, das mir jetzt spontan einfällt, ist "Trini Lopez-Live at P.J.´s, von ´63.

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25.06.2009 22:33 #739053 von Vincent-The-Falcon
Vincent-The-Falcon antwortete auf Dixieland Delight
Endlich kommt in diesen Schrottthread mal Info rein. Danke dafür.
Wenn auch VÖLLIG Off Topic, so doch sehr interessant. Wenngleich ich mir auch gerne mal Quellenangaben wünschen würde...

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25.06.2009 22:34 #739054 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight
Es gehört nicht wirklich hier hin (vielleicht kann einer der wenigen übrig gebliebenen Mods das ja ändern):

Aber die Frage ist schon, ab wann Elvis eigentlich rein technisch gesehen bereit war für Tourneen und die großen Hallen? Und: Vielleicht hatte Parker (bewusst oder unbewusst) ja ausnahmsweise wirklich die richtige Entscheidung getroffen, Elvis zuerst nach Vegas zu bringen, wo er unter entsprechenden Bedingungen auftreten konnte? Wenn es eine entsprechende PA (laut Guralnick) tatsächlich erst Ende 1970 gegeben hat, dann war 1971 ja ohnehin das erste Jahr, in dem er sich einigermaßen vor wagen konnte... Was ja gegen Ende des Jahres auch der Fall war.

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25.06.2009 22:40 #739055 von User gelöscht
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Vielleicht war es für die Industrie einfach noch uninteressant. Es gab ja noch nicht so viele Live-Alben.

Aufzuzeichnen ging vielleicht sogar noch. Das ist hier nicht die Frage. Die Frage ist: Wie konnte man in den 60ern eigentlich die Hallen (und teilweise Stadien) beschallen, die notwendig waren, um die Nachfrage nach Beatles, Stones, The Who zu bedienen. Dylan war eine Ausnahme, da er erst 1965/66 richtig rockmäßig elektrisch unterwegs war. Aber auch da frage ich mich: Wie hat man sein legendäres "Royal Alber Hall"-Konzert (weltberühmtes Zitat: "Play f*ckin' loud!") eigentlich umgesetzt hat.

Und dann natürlich die Frage: Wie WAR das denn eigentlich nun in Woodstock? :null:

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25.06.2009 22:41 #739057 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Dixieland Delight

Wenn es eine entsprechende PA (laut Guralnick) tatsächlich erst Ende 1970 gegeben hat, dann war 1971 ja ohnehin das erste Jahr, in dem er sich einigermaßen vor wagen konnte... Was ja gegen Ende des Jahres auch der Fall war.

Ich las, dass sie bei der ersten Tour nach TTWII völlig unterdimensioniert ausgestattet waren, aber irgendeiner, der Ahnung hatte, hat Parker darauf hingewiesen, der dann noch schnell alles hat rankarren lassen, damit es klappt. Dabei soll dann auch der von Dir eben zitierte Satz von Elvis gefallen sein.

Ich frage mich nur, wie sie die Shows um Houston Astrodome 1970 überlebt haben. Das muss eine Katastrophe gewesen sein.

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