FTD's im Juni

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22.05.2011 19:07 #835196 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf FTD's im Juni

Klar, aber was ist schon stark, was ist schwach?

Da habe ich eine dezidierte Meinung zu. :grin:

Die Elvis-Alben der 70er verkauften sich weltweit und haben ihren Gewinn gemacht. Das war wohl für alle okay.


Ich behaupte aber, da wäre mehr drin gewesen - auch aus finanzieller Sicht.

Künstlerische Ambitionen gab's bei Elvis nicht mehr.


Das bestreite ich doch gar nicht. Es ist dennoch ein Trauerspiel. Der Mann war Anfang 40 und hatte bereits keine Ambitionen mehr. Eigentlich unglaublich.

Es hat ja schon in den 60ern viele gewundert, warum er sich so verramschen lässt.


Da kann man zumindest einwenden, dass er langfristige Verträge unterschrieben hatte, aus denen er nicht herauskam.

Blieben die aus? Wenn ja, dann lag das sich eher an den zahlreich vermurktsten und runtergeleierten Shows.

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22.05.2011 19:11 #835197 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf FTD's im Juni

Jede neue Platte und jedes Konzert, jede Tournee - all das sind die ganz normalen Herausforderungen im Berufsleben eines Musikers. Erst recht eine TV-Show. Was denn auch sonst? Ein Flug zum Mars?

Eben. Ich kann dieses Gerede auch nicht nachvollziehen. Es gibt soviele Möglichkeiten eine neue Platte anders anzugehen als die vorangegangene. Elvis war einfach gleichgültig geworden und keine Herausforderung der Welt hätte daran was geändert. Glaubt wirklich jemand, dass eine Welttournee einen Unterschied gemacht hätte? Am Ende des Tages sieht ein Hotelzimmer in London auch nicht anders aus als in Dallas und ist der Unterschied zwischen dem Publikum in Rom, Barcelona oder Tokyo auch nicht besonders groß zu dem in den USA .

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22.05.2011 19:13 #835198 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf FTD's im Juni

Die Herausforderung bestand ja eher darin, mit einer Fernseh-Show zu beweisen, dass er es, entgegen den Gerüchten und Pressemeldungen, noch drauf hat, eine Bomben-Show zu liefern.

Wenn er das vorgehabt hätte, dann hätte er zumindest mehr dafür in der Vorbereitung getan. Im Gegensatz zu Aloha from Hawaii habe ich aber noch nie gehört, dass er das gemacht hätte.

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22.05.2011 19:21 #835203 von Blues Boy
Blues Boy antwortete auf FTD's im Juni

Da habe ich eine dezidierte Meinung zu. :grin:

Ich auch. Und viele Elvis-Songs finde ich - mal abgesehen von der Soundqualität - stärker als so manchen 70er-Jahre-Top-Hit, wie z. B. "Crocodile Rock". <_<
Aber Teil des Geschäftes ist es eben auch, seinen Kram an den Mann zu bringen. Es hat also längst nicht alles mit einer sogenannten Qualität zu tun. :adeal:

Ich behaupte aber, da wäre mehr drin gewesen - auch aus finanzieller Sicht.

Auf jeden Fall, aber das ist auch Sache des Managers und der Plattenfirma.

Das bestreite ich doch gar nicht. Es ist dennoch ein Trauerspiel. Der Mann war Anfang 40 und hatte bereits keine Ambitionen mehr. Eigentlich unglaublich.

Man darf ja nicht vergessen, dass er schon alles erreicht hatte. Ein Top-Hit war nichts Besonderes mehr für ihn, zudem haben die Zuschauer bei den Konzerten alles abgejubelt. Dazu kamen dann ja noch Depressionen usw...

Da kann man zumindest einwenden, dass er langfristige Verträge unterschrieben hatte, aus denen er nicht herauskam.

Ich meine aber auch die Veröffentlichungspolitik, inklusive der oft lieblosen Platten-Cover. Starke Songs wie "Change Of Habit" oder "Let's Be Friends" wurden für den Grabbeltisch veröffentlicht. :null:

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22.05.2011 19:23 #835205 von Blues Boy
Blues Boy antwortete auf FTD's im Juni

Glaubt wirklich jemand, dass eine Welttournee einen Unterschied gemacht hätte?

Das glaube ich schon. Dass er dazu in seinen letzten Jahren noch Lust hatte, bezweifel ich allerdings auch. Drogen halt. :null:

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22.05.2011 19:26 #835206 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf FTD's im Juni

Eben. Ich kann dieses Gerede auch nicht nachvollziehen. Es gibt soviele Möglichkeiten eine neue Platte anders anzugehen als die vorangegangene. Elvis war einfach gleichgültig geworden und keine Herausforderung der Welt hätte daran was geändert.

Leider wahr.

Glaubt wirklich jemand, dass eine Welttournee einen Unterschied gemacht hätte?

Völlig richtig, endlich sagt's mal einer. Dieses Geschwätz, dass die "Herausforderung" einer "Welttournee" Elvis das Leben gerettet hätte, ist reine Folklore.

Am Ende des Tages sieht ein Hotelzimmer in London auch nicht anders aus als in Dallas...

Eben. Zu glauben, dass man bei einer Welttournee was von der Welt sieht und sowas wie Abwechslung erlebt, ist eine romantische Vorstellung von Leuten, die das Geschäft nicht kennen. Klar, es gibt Künstler, die machen was draus und schaffen sich gelegentlich den Freiraum, auf Tournee interessante Plätze zu besuchen, aber das ist die Ausnahme, zumal es aus organisatorischen Gründen meist gar nicht möglich ist, weil die Zeit fehlt. Jeder Tag Pause kostet ein Schweinegeld, weil alle Beteiligten durchgehend voll bezahlt werden müssen. Das wäre also ein hoher Preis für ein bisschen Sightseeing. Vor allem war Elvis gar nicht der Typ dazu.

...und ist der Unterschied zwischen dem Publikum in Rom, Barcelona oder Tokyo auch nicht besonders groß zu dem in den USA .

Außer dass die Amis wenigstens Elvis' Gags verstehen.

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22.05.2011 19:26 #835207 von Blues Boy
Blues Boy antwortete auf FTD's im Juni

Wenn er das vorgehabt hätte, dann hätte er zumindest mehr dafür in der Vorbereitung getan. Im Gegensatz zu Aloha from Hawaii habe ich aber noch nie gehört, dass er das gemacht hätte.

Es war ja auch keine Herausforderung für ihn, aber das lag nicht an der Sache selbst, sondern eher an seiner Pillensucht und an seinen Depressionen.

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22.05.2011 19:36 #835208 von User gelöscht
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Auf jeden Fall, aber das ist auch Sache des Managers und der Plattenfirma.

Die kommen erst an zweiter Stelle. In erster Linie ist es Sache des Künstlers, etwas auf die Beine zu stellen, was Plattenfirma und Management dann gewinnbringend verhökern können. Ich mag die Platten der 70er, aber machen wir uns nichts vor, mit der x-ten Cover-Version irgendeines Oldies oder Country-Schlagers konnte man in den 70ern ganz sicher keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken. Elvis hat in den letzten Jahren seines Lebens mit Karacho am Markt und am Puls der Zeit vorbei produziert.

Mal ganz ehrlich, was bitte hätten Parker und RCA an PR betreiben können, um Alben wie "Fool", "Raised On Rock", "Boulevard" oder gar "Moody Blue" zu internationalen Smash-Hits zu machen? Man findet in einer Kupfermine nun mal kein Gold, und in den 70ern war der Musikmarkt noch nicht so wie heute, wo das Drumherum alles ist und die Musik eigentlich scheißegal.

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22.05.2011 19:40 #835210 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf FTD's im Juni

Wenn er das vorgehabt hätte, dann hätte er zumindest mehr dafür in der Vorbereitung getan. Im Gegensatz zu Aloha from Hawaii habe ich aber noch nie gehört, dass er das gemacht hätte.

Und selbst da war er leidlich unvorbereitet, vor allem im Hinblick auf die Wichtigkeit und Einmaligkeit des Ereignisses. Schon peinlich, auf der Bühne mindestens zwei Songs ablesen zu müssen.

Und seit es die kompletten Mischnitte des 68er Specials gibt, ist auch das ziemlich entzaubert, wenn man mal sieht, dass Elvis bei den Medleys städig die Übergänge und Einsätze verpeilt. Gute Vorbereitung ist etwas anderes, gerade auch hier hinsichtlich der Tatsache, dass ihm diese Sendung doch angeblich die Karriere "retten" sollte. So sehr reingehängt, wie immer behauptet wird, hat er sich bei weitem nicht, wie die vollständigen Aufzeichnungen eindrucksvoll beweisen.

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22.05.2011 19:46 #835212 von Blues Boy
Blues Boy antwortete auf FTD's im Juni

Mal ganz ehrlich, was bitte hätten Parker und RCA an PR betreiben können, um Alben wie "Fool", "Raised On Rock", "Boulevard" oder gar "Moody Blue" zu internationalen Smash-Hits zu machen? Man findet in einer Kupfermine nun mal kein Gold, und in den 70ern war der Musikmarkt noch nicht so wie heute, wo das Drumherum alles ist und die Musik eigentlich scheißegal.

Wie hat man denn so einen Mist wie "Crocodile Rock" an den Mann bringen können? "T-R-O-U-B-L-E" z. B. bringt genügend Hit-Potential mit (wie auch viele andere Elvis-Aufnahmen der 70er). Aber machen wir uns nichts vor: Auch ein Parker war nicht mehr am Puls der Zeit. :adeal:

Die kommen erst an zweiter Stelle. In erster Linie ist es Sache des Künstlers, etwas auf die Beine zu stellen, was Plattenfirma und Management dann gewinnbringend verhökern können.

Nein, die sind für mich wichtiger dabei als der Künstler. Der Künstler kann - wie auch Bohlen schon richtig bemerkte - ein Stück Hackfleisch sein. Der Künstler kann künstlerisch hochwertige Aufnahmen produzieren, der Verkauf ist wieder eine andere Sache.

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