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New Music Video - Elvis vs Spankox
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Es geht nicht um Mitleid, sondern um Enteignung zu Lebzeiten. So empfinde ich diese 50-Jahre-Regel. Vor allem im Direktvergleich zum Urheberrecht, das erst 70 Jahre nach dem Tod verfällt, obwohl der Urheber eh schon wesentlich mehr verdient als der Sänger.Warum wir nun mit Künstlern ganz besonderes Mitleid haben sollten, erschließt sich mir gerade nicht, sorry.
Nun, so wie das immer dargestellt wird, ist das in der Realität leider nicht. Die Zeiten, wo man von einem Hit ein Leben lang zehren konnte, sind lange vorbei. Das geht eh nur, wenn es ein internationaler Erfolg (Welthit) war und vor allem, wenn man nicht nur Sänger, sondern auch Urheber (Komponist) und am besten gleich noch Produzent ist.Selbst nur ein einziger großer Hit, ist doch, bei guter Vermarktung, schon Millionen wert. Wem das immer noch nicht reicht...
Nur mal ein konkretes Beispiel, auch wenn ich das nicht so mag, daher aber ohne Namen: Ein Freund von mir hatte vor etwas über vier Jahren eine Nummer Eins in Deutschland, dazu war das Ding noch ein Hit in vielen anderen europäischen Ländern, sowie in Japan und auf den Philippinen. Er musste etwa 100 unbezahlte Promo-Auftritte auf den halben Welt machen (das ist heute Vertragsbestandteil; Elvis hatte es dagegen verdammt gut!) und eine Handvoll bezahlte Auftritte, von denen er 'nen Appel und'n Ei bekam. Er war nur Sänger, weder Komponist noch Produzent. Er galt zwar als gefeierter Popstar und konnte kaum über die Straße gehen, doch war er immer blank. Wenn wir saufen waren, musste ich die Zeche zahlen. Warum? Für die ganze Soße (ein Jahr Arbeit!) bekam er - nach Abzug von Steuern - gerade mal 18.000 Euro; die Kohle kam erst ein Dreivierteljahr nach dem Erfolg, wegen des Abrechnungsmodus der Plattenfirma. Das ist das Jahresgehalt einer Friseuse - für einen internationalen Popstar! Nach zwei Singles und einem Album haben Plattenfirma und Produzent das Projekt eingestampft, jetzt gilt er als "verbrannt", kriegt kein Bein mehr auf die Erde, keiner will mehr mit ihm arbeiten. Er wird zwar immer noch auf der Straße erkannt und gelegentlich um ein Autogramm gebeten, doch verdient er keinen Cent mehr und ist über beide Ohren verschuldet. Inzwischen arbeitet er in einem Call-Center.
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Na und? Jeder Künstler hatte seine Zeit, die von Elvis ist vorbei. Wo ist das Problem?1. Niemand ( außer Fans) kauft heute noch Elvis, würde es nicht in Abständen riesige Werbeaktionen, wie zb. mit ALLC JXL, Rubberneckin von Oakenfold, oder nun mit Spankox geben.
Nun mach mal'n Punkt! Ein angesagter House-DJ aus Italien auf der einen Seite, ein Weltstar oberster Kategorie, eine Legende mit einem enormen Marktwert (bestverdienender Toter seit Jahren) auf der anderen. Wer profitiert hier von wem? Ich stelle mal die Frage: Wer von Euch hat den Namen Spankox jemals zuvor gehört? Ich wette keiner! Selbst ich, der ich mich im letzten Jahr beruflich mit dieser Art von Musik beschäftigen musste und inzwischen die angesagtesten Namen der internationalen Szene auf dem Schirm habe, kannte ihn nicht.2. Spankox wirbt auch mit SEINEM Namen. Nicht nur mit Elvis. Hier muss man auch mal über den Tellerrand der Elvis Szene schauen: Spankox ist in Italien ein angesagter und beachteter House DJ. Er hat evtl. auch einen Namen zu verlieren, falls diese Symbiose nicht klappt?
Und schließlich: ER hat jetzt 2 !!!! Musicvideos produziert. Egal in und mit welchem Namen: ER HAT sie produziert, während es BMG mit Elvis allein nicht schafft, all die Jahre nicht.
Nicht das Argument des fehlenden Einverständnisses.Ich wage sogar zu behaupten, das mit diesen Remixen mehr Leute Elvis Original kaufen, als ohne. Wenn das so ist, was sich wirklich lohnen würde mal zu überprüfen, dann sind all die Argumente der Remix Gegner durch die Bank weg widerlegt.
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Das Argument ist durchaus richtig, steht aber auf einem anderen Blatt, denn es gibt zwei entscheidende Unterschiede: Diese Art von Aufnahmen haben in gewisser Weise (aufgrund der enormen Bedeutung von Elvis) einen "historischen" Wert. Außerdem sind sie unverfälscht - sie sind so, wie Elvis sie seinerzeit tatsächlich im Studio eingesungen hat. Das macht sehr wohl einen Unterschied, auch wenn Du das nicht so siehst.Fast alle hier kaufen gierig die FTDs. Da werden "Alternate" Takes zu Hunderten zu horrenden Preisen verhökert. Was heute so schön als "Alternate" bezeichnet wird, war damals nichts weiter als Ausschuß. Schlicht zu schlecht für eine VÖ, nicht selten explizit von Elvis so benannt. Wo bleibt denn DA das Argument und die Frage: Ist es überhaupt im Sinne von Elvis, entspräche es seinem Willen, das all die unfertigen, falsch gesungenen, schief gelaufenen Songs veröffentlicht werden? Wenn es darum geht, dann spielt es auch keine Rolle, ob es seine Songs sind, oder verwurschtelte, die man gegen seinen Willen veröffentlicht.
Dann müsste man, in dieser Logik, Konsequent sein, und auch die FTDs ablehnen.
Dennoch, was das fehlende Einverständnis anbetrifft, so gebe ich Dir Recht. Allerdings hat unser Elvis das mit seiner eigenen Nachlässigkeit auch selber zu verantworten: Ein Künster, der nicht will, dass solche Aufnahmen veröffentlicht werden, der nimmt sie nach der Session mit nach Hause oder sorgt dafür, dass sie gelöscht werden. Elvis hingegen hat - als er 1973 seine gesamten Werksrechte an RCA verkauft hat - damit auch die Outtakes verkauft. Diverse kamen auf der "Legendary Performer" sogar schon zu seinen Lebzeiten in den Handel. So greift Dein Argument also nicht ganz.
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Eigentlich von jedem, denke ich auch. 50.000 € konservativ bei durchschnittlich 5% angelegt, schon hast du nach 50 Jahren eine richtig feine Rente.Aber wer hindert diese Leute privat vorzusorgen, so wie es mittlerweile von jedem Maler-Azubi selbstverständlich erwartet wird?
Außerdem: Wie wir von Herrn W. aus K. gelernt haben, verdienen die Musiker ja ohnehin kaum was über die Schiene, sondern über die Urheberrechte. Und wenn sie ihren einst erfolglosen Song, der dann 51 Jahre später zum Hit wird, selbst geschrieben haben, ist doch alles in Butter.
Das Gesetz dient dazu, Künstler davor zu schützen, dass andere im Falle eines Erfolges nicht das Geld (mit) abgraben. Bestes Beispiel: Goethe, Leiden des jungen Werthers. Ein Hammererfolg, die "Feuchtgebiete" seiner Zeit. Aber er hat nichts dran verdient. Das hätte er aber auch im Falle eines gesetzlichen Schutzes nicht, wenn er keinen Erfolg gehabt hätte. Insofern schützt das Ganze natürlich nur Leute, die auch Erfolg haben. Wenn dann jemand nach 51 Jahren rumheult "Buuuhuuu, man nimmt mir meine Babies weg! Zwangsenteignung!" (was ein absoluter Witz ist), dann heißt das eigentlich nur, dass er in den letzten 50 Jahren einigermaßen erfolglos war. Da wiederum kann aber das Gesetz nichts für.
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Ich denke doch. Wenn das Lied in 50 Jahren in der Originalversion kein Erfolg wurde, wieso soll der dann einen Cent davon sehen, wenn die Werbeagentur den richtigen Einfall zur richtigen Zeit hat? Dann kassiert ER doch Kohle ab, ohne ein eigenes Verdienst daran zu haben. Klar, seine Nullnummer bietet das Gerüst für die Werbekampagne der Agentur, es ändert aber nichts daran, das der Song bis dahin Null Cent wert war.Oder stell Dir den Fall vor: Jemand macht in den 50ern eine Aufnahme, die kaum beachtet wird. Jetzt gräbt irgendeine clevere Werbeagentur dieses Lied raus und platziert es geschickt in einer Produkt-Werbekampagne. Das Produkt wird ein Erfolg, der Song wird Kult. Ale verdienen sich eine goldene Nase - nur der Künstler sieht keinen Cent. Ist das gerecht? Ich denke nein.
Es hat auch zu Elvis' Zeiten schwarze Künstler gegeben, die laut und deutlich sagten, Elvis hätte sie betrogen, ihre Musik, ihren Stil geklaut, und damit Kohle mit seinem weißen Aussehen gemacht?Das ist nicht der Fall, den ich meinte. Warum jedoch sollte sich ein Spankox die komplette Kohle einstecken, wenn seine Arbeit eigentlich nur aufgrund der alten Elvis-Aufnahme überhaupt existiert und funktioniert, ohne Elvis (vorausgesetzt er wüde noch leben) etwas davon abzugeben? Egal, ob Elvis ohnehin reich genug wäre - es stünde ihm zu, ganz einfach.
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Wenn es nach 50 Jahren doch noch zum Erfolg kommt, dann war es eben keine Nullnummer, sondern ein guter Song, der nur falsch vermarktet wurde. Dafür kann der Künstler nichts.Ich denke doch. Wenn das Lied in 50 Jahren in der Originalversion kein Erfolg wurde, wieso soll der dann einen Cent davon sehen, wenn die Werbeagentur den richtigen Einfall zur richtigen Zeit hat? Dann kassiert ER doch Kohle ab, ohne ein eigenes Verdienst daran zu haben. Klar, seine Nullnummer bietet das Gerüst für die Werbekampagne der Agentur, es ändert aber nichts daran, das der Song bis dahin Null Cent wert war.
Es brauchte ihn auch nicht zu interessieren, denn es ist schlicht und ergreifend nicht die Wahrheit. Das Gegenteil war der Fall: Durch Elvis wurde diese Art von Musik erst international salonfähig, die dazugehörigen Original-Künstler auch. Es war also nur ein Vorteil für sie. Außerdem kann er sie gar nicht beklaut haben - klauen heißt, jemandem etwas wegzunehmen, was er mal hatte. Sie hatten aber gar nichts, kamen erst durch ihn zu Geld und Ansehen.Es hat auch zu Elvis' Zeiten schwarze Künstler gegeben, die laut und deutlich sagten, Elvis hätte sie betrogen, ihre Musik, ihren Stil geklaut, und damit Kohle mit seinem weißen Aussehen gemacht?
Hat ihn das interessiert?
Klar, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich in 50 Jahren einer an seine Remixe ran macht, ist mehr als gering. In 50 Jahren wird keiner mehr wissen, wer er war. Das ist der Unterschied.Abgesehen davon: Es trifft ja jeden Künstler. Das Recht gilt ja für alle. Das gleiche Schicksal kann Spankox in 50 Jahren auch ereilen. Und ich glaube, es wäre ihm reichlich egal.
Dennoch: Ungerecht finde ich das auch für alle.
Naja, Elvis ist nur der erste große Name, den's hörbar trifft. In ein paar Jahren wird's die Beatles und die Stones treffen. Ich höre jetzt schon das Geschrei von Jagger und McCartney, vor allem von ihren Fans...Die meisten interessiert es aber nicht, weil weil ihre Songs schon nach einem Jahr niemand mehr beachtet. Insofern würde ich dir Recht geben, das Elvis nun überdimensional benachteiligt würde, weil sich seine Songs immer noch gut verkaufen.
Das Geld ist eine Sache, die künstlerische Entmündigung eine andere. Ich finde 50 Jahre zu kurz. Man sollte es genauso machen wie beim Urheberrecht, und alles wäre gut.Aber: Er lebt nicht mehr. Alle möglichen Leute verdienen daran, und ehrlich gesagt: Ich gönne es ihnen nicht.
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Es geht auch um die, die 50 Jahre irgendwie klargekommen sind und plötzlich eben nicht mehr.Ne, also wirklich. Wer nach 50 Jahren nicht klar kommt, kommt es auch nach weiteren 50 nicht.
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Er hat aber in meinem Fall dafür gesorgt, das ich mir sein Album gekauft habe, mit Freuden Elvis so höre, das Album gern mal mitnehme und Elvis alt und Elvis neu nebeneinander höre. Ich finde das einfach wunderbar.Ich stelle mal die Frage: Wer von Euch hat den Namen Spankox jemals zuvor gehört? Ich wette keiner!
Off-T: Und nebenbei versetzt es andere Zuhörer (ich mach das gern im Auto wo sie nicht fliehen können) in Staunen, die gern in Stöhnen ausbrechen "Nicht SCHON wieder die alten Schnulzen von der Glitzerwurst!" wenn ich sage "Un nu Elvis".
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Du meinst, jemand merkt mit 70 plötzlich: "Oh Scheiße, ich bekomme kein Geld mehr für die drei Platten, die ich in den letzten 45 Jahren pro Jahr verkauft habe... Was mache ich denn jetzt? Scheiß Unrechtsstaat!" Das kann's ja wohl nicht sein.Es geht auch um die, die 50 Jahre irgendwie klargekommen sind und plötzlich eben nicht mehr.
Wie gesagt: Wer es 50 Jahre lang nicht geschafft hat, sein Geld anzulegen, bei dem ist es eigentlich auch egal, ob es dann irgendwann ganz wegfällt. Denn das kann nur bedeuten, dass er bis dahin auch nur ein Trinkgeld verdient hat. Und dann ist Hartz IV doch eine echte Alternative.
Da fällt mir noch einer meiner Lieblingsmusikerwitze ein:
Was macht ein Musiker, der eine Million im Lotto gewonnen hat?
Er spielt weiter seine Gigs, bis das Geld weg ist.
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Jetzt hab ich dich.Durch Elvis wurde diese Art von Musik erst international salonfähig, die dazugehörigen Original-Künstler auch. Es war also nur ein Vorteil für sie.
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