August 1974

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09.04.2006 13:28 #472589 von Copperhead
Copperhead antwortete auf August 1974

Elvis war aber zu diesem Zeitpunkt nicht am Ende, sondern an einem Wendepunkt, oder meinetwegen auch orientierungslos, wohingegen die Beatles Ende der 60er an einer Krankheit litten, die bei einem Solokünstler nicht eintreten kann: Die Grupendynamik, die sie groß gemacht hat, war weg. Das wäre so, als hätte Elvis seine Ausstrahlung verloren. Und das war 62/63 nicht der Fall.

Ich schrieb doch gar nicht, er wäre "am Ende" gewesen. Und dass er keine "Gruppenkrankheiten" ausweisen konnte, liegt nunmal am Solokünstler-Sein (mit den beschriebenen Vor-, aber natürlich auch einigen Nachteilen).

Die Gleichung Gruppendynamik = Ausstrahlung hinkt. Zudem hatte Elvis Zweiteres auch nach Aloha nicht verloren (die Live-Begeisterung in den vier weiteren Jahren lässt sich nicht an der dargebotenen Leistung erklären). Desweiteren hatten natürlich auch die Beatles eine Ausstrahlung - sowohl einzeln als auch gemeinsam. Davon zehrten/zehren die einzelnen Mitglieder jahrelang/bis heute. Denn auch da lässt sich der anhaltende Starstatus nicht ausschließlich auf die abgelieferten Leistungen schieben.

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09.04.2006 13:32 #472592 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974
Ich weiß, dass der Vergleich schwierig ist, sogar unmöglich - nicht nur mit den Beatles, sondern mit allen anderen, vor allem mit dem oft für Vergleiche bemühten Sinatra.
Ich wollte ja auch nur sagen, dass Elvis sich nicht enfach trennen konnte, sondern sterben musste.

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09.04.2006 14:00 #472613 von allerteuerste
allerteuerste antwortete auf August 1974
:naughty: ne ne ne, jemand, der drogen einschmeißt, weil ihm langweilig (oder er unterfordert) ist, nimmt drogen, die spaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaß machen - also: kokain, LSD, ... heute: speed, ectasy, ... etc. besonders damals, als halluzinogene der letzte schrei waren.

aber, wie wir sehr wohl wissen, war elvis ja gegen diese art von drogen und hat obendrein seinen konsum nie als drogenkonsum betrachtet. warum wohl? weil er uns alle für blöd verkaufen wollte? nein, weil er fest daran glaubte. und weil er als kind seiner zeit sehr wohl wusste, was drogen / halluzinogene sind.
weshalb er ja auch allerhöchstens mal ein paar aufputschmittel nahm, um länger durchzuhalten. länger durchhalten will aber nur jemand, der seinen spaß bereits hat und ihn nicht erst suchen muss. .

was aber warf er ein? betäubungsmittel! schlafmittel! schmerzmittel! dieser mann hat nicht im mindesten experimentiert, der hat sich aus einer für ihn unerträglichen wirklichkeit ausgeklinkt / betäubt / und in tiefschlaf versetzt.

das ist kein experimentieren mit neuen, unerwarteten, sondern ein sich verlassen auf etwas, dass sich bereits bewehrt hat. elvis zog sich in eine schutzhöhle aus betäubungsmittel zurück und stellte sich nicht der wirklichkeit, schon gar keiner neuen.

was aber in seinem leben konnte er wohl so unerträglich gefunden haben? die unterforderung durch mangelnde arbeit? wohl eher nicht - denn dann hätte er noch mehr gearbeitet. - phänomen workaholic .

was elvis demnach wohl eher fehlte, war schicht und einfach ein tieferer sinn in seinem leben. und dafür spricht sehr viel. denken wir nur an seine gespräche mit larry, seine sinnsuche in religiösen schriften.

nochmal: ne ne ne, die these vom elvis, der sich zu tode langweilt und an unterforderung stirbt, hält nicht. :naughty:

demnach müssten ja die restlichen beatles und stones schon längst tot sein.

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09.04.2006 14:19 #472622 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

was elvis demnach wohl eher fehlte, war schicht und einfach ein tieferer sinn in seinem leben. und dafür spricht sehr viel. denken wir nur an seine gespräche mit larry, seine sinnsuche in religiösen schriften.

Ich vertrete die Ansicht, dass gerade diese Gespräche mit Larry Geller Elvis erst so unglücklich und unzufrieden gemacht haben, weil dieser ihm eingeredet hat, dass alles, was Elvis machte, keinen tieferen Sinn hat. Daraufhin hat sich Elvis auf die Suche nach Antworten begeben - ohne zu verstehen, dass es diese Antworten (zumindest in diesem Leben) nicht gibt. Für jemanden mit dem Persönlichkeitsbild eines Elvis Presley und seiner tiefen Verwurzelung in den uralten religiösen Traditionen des amerikanischen Südens ist dieser ganze Esoterik-Kram eines Larry Geller Gift für die Seele. Elvis war nicht mit dem intellektuellen und emotionalen Handwerkszeug gerüstet, um damit umzugehen.

Insofern hat dieser ganze spirituelle Kram nur Unheil angerichtet. Er hat Elvis Ende der 60er schonmal an den Rand des Abgrunds getrieben. Doch zum Glück ist er da noch einmal wieder rausgekommen, weil er durch die Hochzeit und die Geburt seines Kindes sowie sein künstlerisches Comeback wieder neue Perspektiven hatte, und weil Parker richtigerweise diesen Schädling Geller rausgeworfen hatte.

In den 70ern kriegte Geller Elvis wieder in die Krallen, und diesmal gab es im diesseitigen Leben leider nichts, das Elvis noch retten konnte, denn er selber brachte die Kraft dazu nicht mehr auf. Er war auf dem Irrweg. So einfach ist das.

nochmal: ne ne ne, die these vom elvis, der sich zu tode langweilt und an unterforderung stirbt, hält nicht.  :naughty:

Und wie erklärst Du es Dir dann, dass Elvis nach Aloha, seinem letzten künstlerischen Höhepunkt, rapide abbaute?

demnach müssten ja die (nicht ermordeten und an krankheit verstorbenen) beatles und stones schon längst tot sein.

Wieso? Ganz im Gegenteil! Die leben doch gerade deswegen noch, weil sie gefordert sind, weil sie ohne Ende zu tun haben und ständig auf Achse sind. Als vergessene Ex-Stars wären sie doch schon viel eher abgenippelt.

Was Deine Ausführungen zu den Drogen anbetrifft: Danke für die differenzierte Aufklärung, war aber nicht nötig, denn ich bin Musiker und kenne mich daher mit Drogen aller Art bestens aus! :grin:
Wir sind uns da einig, ich habe das nur anders ausgedrückt, möchte aber nicht die einmillionste Drogendiskussion hier lostreten!

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09.04.2006 14:29 #472628 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

Ich vertrete die Ansicht, dass gerade diese Gespräche mit Larry Geller Elvis erst so unglücklich und unzufrieden gemacht haben, weil dieser ihm eingeredet hat, dass alles, was Elvis machte, keinen tieferen Sinn hat.

:lach2: :jamie:

Daraufhin hat sich Elvis auf die Suche nach Antworten begeben - ohne zu verstehen, dass es diese Antworten (zumindest in diesem Leben) nicht gibt.


Genau. Vor Geller war Elvis nie an spirituellen Dingen interessiert.
Gut, dass es Parker gab. :up:



Nochmal:

Ich vertrete die Ansicht, dass gerade diese Gespräche mit Larry Geller Elvis erst so unglücklich und unzufrieden gemacht haben, weil dieser ihm


:lach2:

<span style='font-size:8pt;line-height:100%'>Es ist ok, mal Action in den Thread zu bringen mit provokanten Äusserungen.
Aber etwas fachlich und sachlich begründet sollten sie schon sein.
Aber diese unbegründete s/w-Malerei in Sachen Parker/Geller ist wirklich so ermüdend wie sie schlicht gelogen/böswillig unterstellend ist.
</span>

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09.04.2006 14:42 #472631 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

Genau. Vor Geller war Elvis nie an spirituellen Dingen interessiert.

Ja, aber immer nur im Rahmen seiner eigenen stark konservativen christlichen Religion. Da fühlte er sich sicher und geborgen, damit konnte er umgehen.

Erst als dieses Schneckenhaus aufweichte, geriet Elvis spirituell ins Schlingern. Das war immer zu den Zeiten, in denen er sich intensiv mit diesen Fragen auseinandersetzte und Antworten in esoterischen Büchern suchte, dass er in Depressionen verfiel und sein Tablettenkonsum lebensgefährliche Ausmaße annahm. Es gibt halt Leute, denen das aufgrund ihrer psychischen Struktur nicht bekommt - so wie es Leute gibt, die auch keinen Gruselfilm gucken können, ohne tagelang Alpträume zu haben.

Ich will damit allerdings nicht behaupten, Geller sei das schuld. Ich plädiere immer dafür, dass Elvis für sich selber verantwortlich war. Er hätte den Schwachsinn ja nicht mitmachen und sich damit zugrunde richten müssen. Geller hat auch nur getan, was er für richtig hielt, denn er glaubte ja selber an den Schmarr'n, tut es wohl heute noch. Für ihn war das auch okay, er war intellektuell und emotional aus einem anderen Holz geschnitzt als Elvis und konnte daher mit solchen Gedanken auch anders umgehen. Elvis hingegen nicht. Oder willst Du da das Gegenteil behaupten?

<span style='font-size:8pt;line-height:100%'>Es ist ok, mal Action in den Thread zu bringen mit provokanten Äusserungen.
Aber etwas fachlich und sachlich begründet sollten sie schon sein.
Aber diese unbegründete s/w-Malerei in Sachen Parker/Geller ist wirklich so ermüdend wie sie schlicht gelogen/böswillig unterstellend ist.</span>

<span style='font-size:8pt;line-height:100%'>Einer muss doch mal den Leuten was entgegensetzen, die dauernd sagen, der geldgierige Parker hätte Elvis durch den Tourneestress umgebracht! </span> :adeal:

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09.04.2006 15:15 #472650 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974
Elvis beschäftigte sich bereits 1960 mit religiösen Experimenten, jenseits dessen, was er als Kind an religiöser Erfahrung bekam. Er ließ sich von Marty Lacker eine Uhr entwerfen mit christlichen UND jüdischen Symbolen auf dem Ziffernblatt. Diese Versuche, viele religiöse Strömungen zu verbinden, hat ihm also nicht Larry Geller eingetrichtert, denn den hat er erst 1965 kennengelernt.

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09.04.2006 15:19 #472654 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

Elvis beschäftigte sich bereits 1960 mit religiösen Experimenten, jenseits dessen, was er als Kind an religiöser Erfahrung bekam. Er ließ sich von Marty Lacker eine Uhr entwerfen mit christlichen UND jüdischen Symbolen auf dem Ziffernblatt. Diese Versuche, viele religiöse Strömungen zu verbinden, hat ihm also nicht Larry Geller eingetrichtert, denn den hat er erst 1965 kennengelernt.

Die jüdische Religion als Teil der christlichen war Elvis immer schon nahe, denn er ist mit Juden aufgewachsen und müttlerlicherseits selber jüdischer Abstammung - viele Juden rechnen ihn sogar zu den ihren, weil er die Voraussetzungen dafür erfüllt. Nicht umsonst befindet sich auf dem Grabmal seiner Mutter der Davidstern zusammen mit dem christlichen Kreuz, und Elvis trug selber häufig einen Davidstern.

Das hat aber nichts mit dem esoterischen Kram zu tun, den er sich später reinzog.

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09.04.2006 15:25 #472662 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

Die jüdische Religion als Teil der christlichen war Elvis immer schon nahe, denn er ist mit Juden aufgewachsen und müttlerlicherseits selber jüdischer Abstammung - viele Juden rechnen ihn sogar zu den ihren, weil er die Voraussetzungen dafür erfüllt. Nicht umsonst befindet sich auf dem Grabmal seiner Mutter der Davidstern zusammen mit dem christlichen Kreuz, und Elvis trug selber häufig einen Davidstern.

Das hat aber nichts mit dem esoterischen Kram zu tun, den er sich später reinzog.

Die Bücher, die Elvis von Geller bekam beschäftigten sich aber hauptsächlich mit solchen Dingen wie Numerologie, Kabalah, usw. - entstammt alles jüdischer Philosophie. Er verband es nur noch etwas mit fernöstlichen Weisheiten. Etwas Schlimmes oder gar Gefährliches sehe ich darin nicht.

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09.04.2006 15:30 #472671 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf August 1974

Etwas Schlimmes oder gar Gefährliches sehe ich darin nicht.

Ich persönlich auch nicht. Ich könnte diese ganzen Bücher lesen, kräftig ablachen und würde sie wohl danach - genau wie Parker - verbrennen.

Ich fand auch den Film "Der Exorzist" gut gemachte Unterhaltung und habe mich köstlich amüsiert. Meine Freundin, mit der ich den vor Jahren zusammen geguckt habe, hatte danach wochenlang schlimmste Alpträume und Angst, allein in dunklen Räumen zu sein.

Wie ich sagte: Es gibt Leute, denen bekommt solcher Kram nicht. Elvis gehörte offenbar dazu.
Ein tief religiöser Hillbilly wie Elvis konnte mit einem Gewehr umgehen, aber nicht mit esoterischem Zeugs. Larry Geller konnte mit dem religiösen Kram umgehen, aber wahrscheinlich nicht mit einer Waffe. So ist jeder halt anders...

...entstammt alles jüdischer Philosophie. Er verband es nur noch etwas mit fernöstlichen Weisheiten...

Da hast Du es doch schon: Um vor dem Hintergrund seiner stark verwurzelten konservativ-christlichen Prägung diese drei Lehren in Einklang zu bringen, dazu fehlten Elvis die emotionalen und intellektuellen Voraussetzungen. Das ist nicht abfällig gemeint, ich halte Elvis sicherlich nicht für einen Dummkopf, ganz im Gegenteil, aber hier geht es um tief sitzendere Dinge.

Wie erfürchtig Elvis seiner Religion gegenüber war, zeigte sich nicht erst in seinen Gospel-Alben. Man denke nur an den Song "Baby let's play house", wo er die Zeile "you may have religion, baby" gegen "you may have a pink Cadillac" austauschte. Da gab es noch keinen Parker oder irgendeinen ängstlichen RCA-Manager, der ihn dazu bewegt hatben könnte, das zu tun.

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